Füße bitte nicht überpflegen!
von Laura Pomer
Darum ist Hornhaut wichtig

Endlich Offene-Schuhe-Wetter! Höchste Zeit für eine gründliche Fußpflege – verhornte Stellen will schließlich niemand in hübschen Sandalen sehen. Die Frage ist bloß, ab wann das mit der Pediküre ZU gut gemeint ist. Und die haben wir einem Experten gestellt.

Mit den steigenden Temperaturen kommen sie überall zum Vorschein: verhornte Fersen und Fußzehen. Schön ist das natürlich nicht. Aber andererseits kennen wir alle das Problem, dass man gerade dann Blasen bekommt, wenn die Haut an den Füßen besonders weich ist. Brauchen wir nun eine dicke Haut als Schutz oder nicht? 

Wir klären hier die wichtigsten Fragen zum Thema Hornhaut:

1. Was ist eigentlich Hornhaut?
Das Stratum corneum, wie die Medizin die oberste Schicht der Epidermis nennt, entsteht beim Menschen überall am Körper, sogar auf den Augenlidern. An stärker beanspruchten Körperteilen jedoch – wie beispielsweise den Fersen, Fußballen, am Ellenbogen und bei handwerklich arbeitenden Menschen an den Fingern – ist die Hornhaut besonders ausgeprägt. Hier bildet sie eine Art Schutzschicht, die darunter befindlichen Stellen vor Verletzungen und dem Austrocknen bewahrt.

  • Fußpflege

    Foto: Getty Images

    Wer seine Hornhaut an den Füßen immer wieder aggressiv abschrubbt, hat zwar keine kosmetischen Probleme mehr – aber dafür medizinische!

2. Muss ein bisschen Hornhaut an den Füßen sein?
Im STYLEBOOK-Interview räumt der Münchener Dermatologe Dr. Timm Golüke ein, dass ein gewisses Maß an Hornhaut wichtig ist – „natürlich im ästhetisch vertretbaren Rahmen.“ Heißt: Wird die Hornschicht zu großzügig entfernt, bleibt die Haut am Fuß schutzlos zurück. Das macht sie empfindlicher gegenüber Druck und Reibung, sprich anfälliger für Blasen und Ähnliches. Wer zu aggressiv mit der Fußreibe auf die Hornhaut losgeht, schabt sich womöglich bis ins Fleisch und riskiert Verletzungen.

3. Ist mehr Hornhaut also besser?
Nein. Zu viel davon ist nicht bloß unansehnlich, sondern mitunter schmerzhaft. Unangenehme Druckstellen und Hühneraugen etwa sind nichts anderes als verhornte Hautstellen, die empfindlicheres Fußgewebe vor wiederholter Reibung schützen sollen, ausgelöst beispielsweise durch unbequeme Schuhe, extrem stark verhornte Stellen können unter Belastung sogar einreißen. „Bleibt Hornhaut extrem hartnäckig und geht trotz intensiver Behandlung nicht weg, könnte es sich dabei um einen Pilz handeln“, warnt Experte Golüke. In dem Fall empfiehlt sich ein Besuch beim Hautarzt.

4. Wie viel Hornhaut ist ideal?
Trockene, verhornte Haut an den Füßen muss nicht sein – so lautet die ästhetische und medizinische Empfehlung von Dr. Golüke. „Es genügt, wenn die Haut an stark beanspruchten Stellen eine gewisse Rauheit aufweist.“ Gehen Sie also ruhig regelmäßig, aber dafür schonend gegen Hornhaut vor und haben Sie dabei keine Angst, dass dies eine schnellere Nachproduktion fördert. Dabei handelt es sich um ein Ammenmärchen, versichert Dr. Golüke. „Die Haut denkt nicht. Wie schnell die Hornhaut nachkommt ist nicht zuletzt belastungsabhängig.“ , versichert der Arzt.

5. Wie geht die DIY-Pediküre richtig?
Verwenden Sie am besten einen sanften Bimsstein, eine spezielle Feile oder einen elektrischen Entferner und achten Sie darauf, dass sich die Haut immer geschmeidig anfühlt. Besonders sanft: Hornhaut-Peelings mit Bimsstein- und Salzpartikeln (z.B. von Hansaplast). Von Hobel und Raspeln mit scharfen Klingen lassen Sie bitte die Finger, die Verletzungsgefahr ist zu groß! Besonders wichtig für streichelzarte Füße: regelmäßiges Eincremen! Gegen raue Stellen helfen spezielle Fußcremes mit Urea und Salicylsäure. Für die extra Pflege: Füße dick einschmieren (z.B. mit speziellen Cremes gegen Hornhaut), Baumwollsocken anziehen und über Nacht einwirken lassen. 

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