Trend „Freckling“
von Laura Pomer
Gaga oder süss? Sommersprossen gibt's jetzt im Tattoo-Studio

Von wegen makellos: Der neueste Hype im Tattoostudio heißt „Freckling“, also das Tätowieren von Sommersprossen. STYLEBOOK.de sprach mit einem Experten über die fragwürdige Prozedur und ihre Risiken.

Mit Sommersprossen verhält es sich ganz ähnlich wie mit Locken: Frauen, die sie haben, könnten oftmals gerne darauf verzichten, und die anderen hätten sie umso lieber. Einer Lockenpracht kann man nachhelfen, mit Wicklern, Lockenstab oder einer Dauerwelle, Sommersprossen hingegen konnte man sich nur wünschen oder maximal aufmalen. Bis jetzt!


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Ich bin ja so verschossen... 

Bei der Behandlung handelt es sich um semi-permanente Tattoos, die bis zu drei Jahre halten sollen. Beauty-Profis kennen sie vom Microblading oder Permanent-Make-up.

...in deine Sommersprossen

Eine, die diese Prozedur in ihrem Studio schon besonders häufig durchgeführt hat, ist Gabrielle Rainbow aus Montréal. Wie die Tätowiererin im Interview mit „Newbeauty“ verrät, sei sie auf keinen Trend-Zug aufgesprungen, sondern durch eine Freundin auf die Idee gekommen. Diese war es leid gewesen, sich jeden Morgen mit Make-up Sommersprossen aufzumalen. „Bevor ich sie tätowierte, habe ich es an mir selbst ausprobiert“, erklärt der Profi. Der Effekt habe ihr gefallen, seither verpasst sie ihn mehr und mehr Kunden und postet das Resultat stolz auf Instagram.

Die Sitzung dauere bei ihr etwa eineinhalb Stunden und kostet ab 240 Euro. Frisch gestochen, erscheinen die Punkte zunächst geschwollen, „fast wie Bienenstiche“, erklärt die Tätowiererin. „Aber die Schwellung geht innerhalb weniger Stunden zurück und zurück bleiben niedliche, frische Sommersprossen“. Mit den Wochen sollen sie immer natürlicher wirken, da die Farbe leicht verblasst – eine Entwicklung, die auch immer mehr Kundinnen anderer Tattoo-Künstler beobachten. Das Netz ist voll mit den Hashtags #fakefreckles und #freckling.

Healed #freckletattoos and #eyebrowtattoos finally! 😊😊 #cosmetictattoo #permanentmakeup #yyc @sydneydyercosmetics

Ein Beitrag geteilt von Man.duh Smith (@mandaals) am


Ist Freckling wirklich eine gute Idee?

STYLEBOOK.de wandte sich an den Münchener Hautarzt Dr. Timm Golüke und konfrontierte ihn mit dem Trend und seinen Risiken. Und davon gibt es nicht wenige: Der Behandler könne zu tief zustechen und/oder minderwertige, nicht standartisierte Farbe verwenden, auf die die Haut allergisch reagiert. Und das an ohnehin sehr empfindlichen Hautpartien!

„Dabei handelt es sich um Tattoos, dessen sollte man sich bewusst sein“, gibt der Fachmann zu bedenken. Das Ergebnis halte daher – ob nun gewünscht oder nicht – für mindestens drei Jahre, „abhängig von der Hautbeschaffenheit und entsprechend davon, wie schnell die Farbe verstoffwechselt wird“, manchmal dauere es sogar sechs Jahre. Wer so lange nicht warten will, habe nur noch eine Chance, die Fleckchen mit dem Ruby-Laser wegbrennen zu lassen, wie man es auch mit Muttermalen oder sogenannten Alterflecken tut. Ganz beseitigt seien die ungeliebten falschen Sommersprossen dadurch aber nicht: „An ihrer Stelle verbleiben stattdessen weiße Flecken, da frische Haut immer heller ist“, weiß Dr. Golüke.

Heavier freckle pattern for this beauty! #freckletattoos #mmsouthern #mosouthern

Ein Beitrag geteilt von Mo Southern (@mmsouthern) am

Fazit

Sommersprossen sind hübsch und wer sie hat, darf sich freuen. Wer sie per Tattoo nachahmen will, muss sich der Kosten, Schmerzen und Risiken bewusst sein. Wir finden: Besser die Finger davon lassen und bei Bedarf aufmalen.

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