Wunderwaffe Hyaluron
Was kann der Faltenkiller?

Hyaluronsäure ist das neue Wundermittel gegen Falten. Doch kann man das Alter wirklich wegcremen? STYLEBOOK klärt die wichtigsten Fragen zum neuen „It-Girl“ der Kosmetikindustrie.

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    High-Potency Skin-Firming Concentrate Serum

    „High-Potency Skin-Firming Concentrate Serum“ von Kiehl's (57 Euro) enthält Oligo-Peptiden und Hyaluron

Was ist Hyaluronsäure?
Ein langkettiges Zuckermolekül. Es wird vom Körper selbst gebildet und ist unter anderem für den Aufbau der Haut zuständig. Problem: Ab dem 25. Lebensjahr wird peu à peu weniger Hyaluronsäure gebildet. Die Folge: Die Haut ist weniger elastisch und bildet Falten.

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Was kann sie?
Hyaluronsäure speichert Wasser wie ein Schwamm, bis zum 10 000-fachen ihres eigenen Volumens. Effekt: Die Haut sieht prall aus. Wird der Wirkstoff von außen zugeführt, werden Falten von innen mit Feuchtigkeit aufgefüllt.

Kann sie tatsächlich Falten „wegzaubern“?
„Damit Hyaluron von außen in die Haut eindringen kann, müssen die langen Ketten 'zerhackt' werden“, erklärt der Dermatologe Kai Rezai aus Münster. „Dann gibt es tatsächlich einen unmittelbaren Pump-up-Effekt, der Falten aufpolstert. Dies hält allerdings nur maximal 24 Stunden an.“ Also: Regelmäßig nachcremen!

Es gibt auch Lippenpflege mit Hyaluron, die die Lippen tatsächlich optisch aufplustert.
Neben Produkten, die hochkonzentrierte Hyaluronsäure enthalten („unter sechs Prozent Anteil ist die Wirkung gleich null“, so Rezai), bietet die Kosmetikindustrie außerdem Mittelchen (zum Beispiel mit Soja-Extrakten) an, die die körpereigene Hyaluronproduktion ankurbeln, beziehungsweise deren Abbau hemmen.

Wie oft sollten Hyaluronsäure-Produkte angewendet werden?
Dr. Rezai: „Am besten zwei Mal täglich auftragen. Möglichst abends, damit die Wirkstoffe über Nacht besser arbeiten können.“

Worauf sollte man achten?
Da es sich bei Hyaluronsäure um einen körpereigenen Stoff handelt und zudem um einen Zucker (im Gegensatz zu Kollagen, ein Protein), gibt es fast keine Unverträglichkeits-Reaktionen. „Früher wurde Hyaluronsäure aus Hahnenkämmen oder Schweinehaut hergestellt, heute biofermentisch im Labor, was das Risiko für Allergien reduziert“, bestätigt Rezai. Wichtig: Da Hyaluron wie bereits beschrieben stark Wasser anzieht, ist die Gefahr für Verunreinigungen im Cremetiegel groß. Diesem Effekt wirken die Hersteller mit Konservierungsmitteln entgegen. Heißt: Aufmerksam die Inhaltsstoffe auf der Verpackung studieren – um sicher zu gehen, dass keine Hilfsstoffe enthalten sind, gegen die man  allergisch ist.

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