Hübsch verpackt ist nicht alles!
von Laura Pomer
Wie die falsche Unterwäsche Sie krank macht

Hübsch verpackt ist nicht alles! STYLEBOOK.de verrät, worauf bei der Wahl der Unterhose zu achten ist, um Infektionen oder Schlimmeres zu vermeiden.

Am liebsten knackig-eng und spitzenverziert – nach diesen Kriterien wählen viele Frauen ihre Höschen aus. Männer legen hier meist andere Schwerpunkte, aber auch bei ihnen kommt ein wichtiger Punkt gerne zu kurz: die Gesundheit

  • Spitzenhöschen

    Foto: Getty Images

    Untenrum hübsch verpackt zu sein, geht manchmal auf Kosten der Gesundheit!

Von Hefepilzen bis hin zum Harnwegsinfekt – STYLEBOOK.de erklärt, wie Sie sich mit der falschen Unterwäsche schaden können.

► Zu enge Unterwäsche
Wenn es hier und da zwickt und einschneidet ist das nicht bloß unvorteilhaft, sondern kann zu unangenehmen Irritationen im Intimbereich führen. Speziell bei Frauen jenseits der Menopause können diese richtig schmerzhaft werden, da ihre Haut zwischen den Beinen dünner wird und sogar aufreißen kann. Dadurch entstehen kleine Wunden, in die Bakterien eindringen und Infektionen verursachen können. Spätestens also wenn Sie wundgeriebene Stellen bemerken, gehört das zu enge Höschen in die Tonne.

Auch Männer tun sich mit zu engen Slips keinen Gefallen. Werden die Weichteile zu stark gequetscht, verhindert das die Blutzufuhr zum Hodensack, außerdem droht eine Stauhitze im Intimbereich. Insbesondere wer bald Papa werden will, sollte es untenrum dringend luftiger angehen lassen: Je heißer es wird im Schritt, desto schlechter die Qualität der Spermien. Und bis die sich regeneriert haben, vergehen Monate.

► Shapewear drückt auf Organe
Bloß weil Ihre Unterwäsche Problemzonen optisch verkleinert oder ganz unsichtbar macht, sind die Extra-Pfündchen ja nicht wirklich verschwunden, sondern lediglich weggedrückt. Das Problem: Je enger die Shapewear, desto fester die Einwirkung auf das Fettgewebe. Das kann bei Frauen und Männern nicht bloß zu einer verschlechterten Blutzirkulation führen, die sich durch Taubheitsgefühle in Armen und Beinen bemerkbar macht, sondern schlimmer noch zu Sodbrennen. Der Grund: Der Druck der Shapewear setzt sich nach innen fort, sprich drückt auch auf die inneren Organe wie Magen und Darm.

► Das falsche Material
Ob Spitze, Lycra, Satin oder Seide: Experten geben grünes Licht für praktisch jedes Material – vorausgesetzt, der Bereich im Schritt ist aus Baumwolle gefertigt. An dieser Stelle ist eine gute Luftdurchlässigkeit besonders wichtig: Staut sich hier eingeschlossene Feuchtigkeit an, entsteht ein perfekter Nährboden für Pilz-Erkrankungen und bakterielle Infektionen.

► Ganz ohne Unterwäsche
Wenn luftdurchlässige Unterwäsche gut ist, muss gar keine Unterwäsche noch besser sein? Könnte man meinen. Tatsächlich ist zumindest Frauen von Unten-Ohne-Experimenten unter der Kleidung dringend abzuraten: Bei ihnen könnte die raue Hosennaht die Intimzone aufreiben und zu kleinen Verletzungen führen.

► String-Tangas
Natürlich sind Tangas nicht grundsätzlich verboten. Achten Sie aber bitte darauf, dass die Größe stimmt und der Sitz halbwegs bequem ist, damit es weder im Vaginal- noch im Rektalbereich reibt. Frauen, die generell etwas infektionsanfälliger sind, ist von String-Tangas eher abzuraten. Bei ihnen funktioniert das schmale Schnürchen zwischen Vagina und Anus wie ein Bakterien-Shuttle von hinten nach vorne. E.coli-Bakterien, die sich natürlicherweise im Darm und ggf. am Darmausgang befinden, bleiben durch die Bewegung nicht zwangsläufig an ihrer Stelle. Und sind sie erst einmal in Ihren empfindlichen Intimbereich gelangt, ist ein schmerzhafter Harnwegsinfekt, auch bekannt als Blasenentzündung, quasi sicher.

Herren, die gerne String tragen (ja, auch die soll es geben!) seien gewarnt: Durch den knackig-engen Sitz droht auch hier ein Wärmestau in den Geschlechtsorganen und übrigens außerdem die Entstehung kleiner Aufschürfungen und Risse in der dünnen Genitalhaut. Dadurch können Baktrien eindringen.

►Unterwäsche über Nacht anbehalten
Um einschlafen zu können, kühlt der Körper um ein bis eineinhalb Grad herunter. Dieser Prozess wird logischerweise beschleunigt, wenn Sie auf unnötigen Stoff verzichten, weshalb Nacktschlafen generell zu empfehlen ist – mag aber nicht jeder. Wenn Sie den Pyjama also partout nicht missen wollen, lassen Sie zumindest den Schlüppi weg: Wie oben erwähnt schützt ein kühles, luftiges Untenrum Frauen vor Infektionen im Intimbereich und Männer vor Qualitätsminderung ihres Spermas.

►Verschwitzte Unterwäsche anlassen
Menschen, die zu einer stärkeren Schweißproduktion neigen, sollten ihre Unterwäsche täglich zweimal wechseln; entsprechend ist auch nach körperlicher Arbeit oder Sport ein frisches Höschen Pflicht. Wer das verschwitzte anbehält, bietet Hefepilzen und Bakterien, wie bereits erklärt, ein ideales feucht-warme Milieu.

►Falsch gewaschene Unterwäsche
Wenn es untenrum juckt oder ziept, könnte das am falschen Waschmittel liegen, bzw. an den enthaltenen Geruchsstoffen. Diese vertragen Sie an anderen Stellen des Körper möglicherweise problemlos, der Intimbereich ist jedoch weitaus sensibler. Probieren Sie es mit einem hypoallergenes Produkt: Darin wird auf künstliche Geruchsstoffe verzichtet. 

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