Verpflegt noch mal!
von Laura Pomer
Die 7 häufigsten Fehler beim Haar-Styling

Gesundes Haar verlangt Pflege, so viel steht fest. Aber wussten Sie, dass viele gut gemeinte Handgriffe genau das Gegenteil bewirken können? STYLEBOOK.de hat mit einem Experten über sinnvolle Beauty-Rituale gesprochen und über solche, die wir uns besser sparen sollten.

Dass es nicht ratsam ist, den Schopf mit Kernseife einzuschäumen, weiß jeder. Doch auch die scheinbar harmlosen, oder gut gemeinten Beauty-Tricks, können der Haarstruktur zu schaffen machen.

Was bedeutet falsche Pflege?
„Zu viel davon“, so Shan Rahimkhan, Star-Coiffeur aus Berlin. Wer sein Haar überversorgt, nimmt ihm die Möglichkeit, sich selbst zu helfen – sprich eigenes Kreatin und Fett zu produzieren. „Wenn ich ständig etwas auf meine Kopfhaut gebe, stellt sie früher oder später keinen natürlichen Schutzmantel mehr her.“

Außerdem gilt: „Sie können die besten und teuersten Produkte kaufen – wenn sie nicht für Ihren Haartyp geeignet sind, bringen sie rein gar nichts.“ Viel wichtiger als Marke und Hochwertigkeit der Zusätze sind die Inhaltsstoffe. So pflegt Aloe Vera ideal trockenes Haar. Shampoo mit Seetang oder Kräuterzusätzen wie Rosmarin, Brennessel oder Salbei reguliert fettige Kopfhaut.

  • 7 Haarpflege-Fehler

    Foto: Getty Images

    Viel hilft nicht immer viel. Zu viel Pflege kann das Haar sogar schädigen

Die 7 häufigsten Fehler bei der Haarpflege:

1. Falsch bürsten
Falsch: Die Bürste an der Kopfhaut ansetzen und in die Spitzen runter ziehen. Damit schiebt man die Knoten weiter nach unten, wodurch sie immer dichter werden und sich dann nur noch mit Kraft ausbürsten lassen.
So geht's richtig: Beginnen Sie mit dem Kämmen in den Spitzen arbeiten sich Schritt für Schritt nach oben

2. Nasse Haare zusammen binden
Falsch: Das feuchte Haar stört im Nacken, also binden Sie es zum Pferdeschwanz zusammen. „Das ist eine Katastrophe für die Haarstruktur“, warnt der Experte. Sobald die Haare getrocknet sind, dehnt sich ihr Volumen auf das Doppelte aus. Ist es dann eng im Haargummi eingeschnürt, kann es quasi nur noch brechen.
So geht's richtig: Klammern, Spangen und Gummis nur ins trockene Haar geben. Gegen nasskalte Schultern einfach ein Handtuch umlegen

3. Das Haar vortrocknen
Falsch: Um Ihr Haar zu schonen, lassen Sie es vortrocknen, bevor es ans Föhnen geht.
So geht's richtig: „Je feiner das Haar, desto nasser soll man es föhnen“, so der Experte. Der Grund: Feuchtigkeit funktioniert wie ein Schutzschild gegen die heiße Föhnluft. Möglichst nie auf der heißesten Stufe föhnen und sofort aufhören, wenn das Haar trocken ist. Ab dann schadet die Hitze der Haarstruktur nämlich tatsächlich

4. Feuchtes Haar im Handtuch ausdrücken
Falsch: Dass man seine Haare nach dem Waschen nicht grob trocken rubbelt, weiß inzwischen jeder. Drücken ist besser – so zumindest der verbreitete Glaube. Stimmt aber nicht. Das Problem: Feuchtes Haar ist empfindlich und kann unter Druck brechen.
So geht's richtig: Das Haar im Handtuch höchstens vorsichtig trocken tupfen, bevor Sie zum Föhn greifen

5. Kein Shampoo mit Silikonen verwenden
Falsch: Lange galt es, einen weiten Bogen darum zu machen: Der chemische Zusatz verklebe das Haar, so dass keine Pflegestoffe mehr eindringen.
So geht's richtig: Wer seinen schlappen Zotteln wieder zu neuer Kraft und Glanz verhelfen will, kann getrost zu silikonhaltigen Shampoos greifen. Wie so oft im Leben macht hier die Menge das Gift: So lange Sie es nicht übertreiben, wird Ihr Haar dadurch nicht beschwert

6. Zu wenig waschen
Falsch: Je trockener das Haar, desto seltener soll man es waschen, um es zu schonen. Die Haarstruktur leidet unter zu häufigem Kontakt mit Wasser und Reinigern.
So geht's richtig: „Waschen Sie Ihr Haar jeden zweiten Tag“, so der Tipp des Experten. Völlig unabhängig vom Haartyp sei das die ideale Häufigkeit, um den natürlichen Schutzmantel der Kopfhaut zu bewahren, ohne die Hygiene schleifen zu lassen. „Man kann jedes Haar erziehen – es gewöhnt sich früher oder später an dieses Intervall“

7. Das Haar mit Ölen überpflegen
Falsch: Sie sind in aller Munde und auf allen Köpfen: Haaröle. Tatsächlich versorgen Sie das Haar mit einer ordentlichen Portion Pflege – ABER: auch zu viel des Guten ist einfach zu viel. „Öle schließen die Schuppenschicht, das Haar kann nicht atmen und wird schmierig.“
So geht's richtig: Eine kleine Menge ausschließlich in die Haarspitzen – nicht auf die Kopfhaut oder in die Längen – geben, dort sanft einmassieren. Alle vier Wochen kann auch eine Komplett-Kur mit Arganöl wohltuend sein, räumt Shan ein. Danach ist allerdings häufiges Haarewaschen angesagt: „Der Schmierfilm ist hartnäckig.“

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