Motiviert sein wie die Sport-Profis
von Laura Pomer
10 Tricks gegen den inneren Schweinehund

Wir WOLLEN ja mehr Sport treiben – es kommt bloß leider immer irgendwas dazwischen. Ein guter Film im TV, die beste Freundin will vorbeikommen oder es fängt an zu regnen... STOP: Das sind alles faule Ausreden! STYLEBOOK hat Experten befragt, wie wir unseren inneren Schweinehund überwinden können.

  • Steffen Kirchner, Ursula Karven, Barbara Becker

    Foto: PR, Getty Images

    Motivations-Trainer Steffen Kirchner (l.) hat Erfahrung im Bereich Leistungssport und als Manager, sein Wissen gibt er als Redner weiter. Ursula Karven (zweite von rechts) und Barbara Becker (rechts im Bild) sind richtige Fitness-Queens. Sie haben aus ihrer Leidenschaft ein Sport-Web-Portal entwickelt, wo sie 20-Minuten-Workouts anbieten

Manchmal ist uns wirklich jede Ausrede recht, damit wir faul auf der Couch liegen bleiben können. Und die immer kälter werdenden Temperaturen machen das mit der Überwindung leider kein Stück leichter. STYLEBOOK hat sich an die Fitness-Queens Barbara Becker (47) und Ursula Karven (49) gewandt und auch einen Mann ins Boot geholt: Motivations-Coach Steffen Kirchner. Versprochen: Gegen die Tipps der Profis hat auch der größte innere Schweinehund keine Chance.

1. Setzen Sie sich ein Ziel
Sport treiben, nur um Sport zu treiben? Das funktioniert nicht, weiß Steffen Kirchner. Im Interview mit STYLEBOOK erklärt der Mental-Coach, dass am Anfang vor allem das Motiv steht: „Man fährt ja auch mit dem Auto nicht sinnlos durch die Gegend.“ Das Ziel ist entscheidend, und das muss ein attraktives sein. „Wenn ich etwa meinem Partner besser gefallen möchte, setze ich mir das zum Ziel“, erklärt er. „Und weil es mir wichtig ist, dieses zu erreichen, bleibe ich am Ball.“  

2. Werden Sie Ihr eigener Fan
Barbara Becker findet, dass Sport oft mit Kampf und Krampf verglichen wird. „Ich dagegen denke nicht, ich müsste trainieren, sondern ich kann.“ Machen auch Sie sich bewusst, dass Sie einen gesunden Körper haben – und schätzen das, was er beim Sport für Sie leistet, als etwas Wertvolles. So wird regelmäßige Bewegung für sie keine Pflicht, sondern eine Art Luxus.

3. Gar nicht darüber nachdenken
„Ich überlege doch auch nicht, ob ich mir morgens die Zähne putze oder nicht“, erklärt Schauspielerin Ursula Karven. Bei ihr ist das tägliches Workout längst in Fleisch und Blut übergegangen. Das könne sich jeder selbst antrainieren. Ihr Tipp: „Kreieren Sie eine Gewohnheit!“ Was wir routinemäßig tun, erfordert die geringste Energie, das bestätigt auch Mentalcoach Kirchner. Gerade zu Beginn sollten Sie sich daher zu regelmäßigem Workout pushen, nach einer Weile können Sie gar nicht mehr ohne – genauer gesagt nach 21 Tagen, weiß Kirchner: „Dann lässt die Anstrengungskurve spürbar nach.“

4. Setzen Sie auf Team-Work(-Out)
Wenn Sie alleine dastehen, hat der innere Schweinehund leichtes Spiel mit Ihnen. Holen Sie sich also Verstärkung ins Boot und verabreden sich mit einer Freundin zum Joggen – die nimmt es Ihnen garantiert übel, wenn Sie die Trainingseinheit einfach absagen. Hierfür suchen Sie sich am besten eine Treterin aus und nicht eine, die selbst getreten werden muss: Am Ende wird aus Ihrem ambitionierten Plan sonst nur ein Kaffeeklatsch!

5. Halten Sie sich an feste Zeiten
Regelmäßige Bewegung lässt sich verbindlich in den Alltag integrieren, weiß Barbara Becker. Dabei hilft es, die Trainingseinheit als fixen Termin zu betrachten, sich zum Beispiel immer den Dienstagabend für Sport freizuhalten. „Wenn ich mich mit mir selbst um elf Uhr zum Yoga verabredet habe, dann bleibt es auch dabei“, erklärt sie. Schließlich bekommt niemand gerne einen Korb – weder Ihre beste Freundin, noch Sie selbst.

6. Finden Sie IHREN Sport
„Menschen wollen nicht erzogen und belehrt werden“, erklärt Kirchner. Es gilt, Emotionen anzusprechen und die eigenen Bedürfnisse zu verstehen. „Sehne ich mich tief drinnen nach Zurückgezogenheit, fühle ich mich beim Dauerlauf wohler als beim Aerobic-Gruppenkurs“, so die praktische Erklärung. Die liegt Steven Reiss’ „Theorie der 16 Lebensmotive“ zugrunde. Der Psychologe erforschte, dass alles, was wir tun, auf grundlegende Charaktereigenschaften zurückzuführen ist. „So lässt sich herausfinden, welcher Typ ich bin und damit auch die geeignete Sportart“, erklärt Kirchner. „Und dann macht das Ganze auf einmal Spaß.“

7. Machen Sie den Weg zum Ziel

„Die meisten Menschen sind dann glücklich, wenn sie ihr Workout absolviert haben“, weiß Barbara Becker. Ihr ging es früher auch so, bis sie festgestellt hat, dass sie die Abwechslung vermisste. „Heute gehe ich mal laufen, mal mache ich Pilates,“ erklärt sie. Für Becker liegt in der Vielfalt der Schlüssel zum Erfolg. „Deshalb finde ich mein Glücksgefühl während des Sport – und nicht erst danach.“

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8. Der Fünf-Minuten-Deal
Sie sind heute so richtig lustlos? Dann treffen Sie mit sich selbst eine Vereinbarung: Sie fangen einfach mal an und ziehen das Programm mindestens fünf Minuten lang durch. Wenn das tatsächlich so schlimm ist, wie befürchtet, dürfen Sie nach der vereinbarten Zeit wieder aufhören. Wetten, dass es dazu nicht kommen wird? Einmal angefangen, ziehen Sie das Workout garantiert durch! „Funktioniert auch bei den lästigsten Tätigkeiten“, verrät Kirchner.

9. Die Kälte draußen lassen
Eines möchten wir klarstellen: Niemand muss joggen! Zum Glück gibt es unzählige Sportarten, die man in den eigenen vier Wänden ausüben kann. Auch Yoga-Botschafterin Ursula Karven gesteht: „Ich laufe nicht gerne im Freien.“ Gemeinsam mit ihrer Freundin Barbara Becker hat sie das Web-Portal FitnessAvenue ins Leben gerufen, auf dem täglich neue Trainingsprogramme à 20 Minuten online gehen. „Man kann einfach aus dem Bett rollen und mit dem Workout beginnen“, erklärt Barbara. Eine beschwerliche Fahrt durch Wind und Wetter in Richtung Fitness-Studio gilt somit nicht mehr als Ausrede.

10. Hören Sie auf Ihre innere Uhr
Es gibt Frühaufsteher und Nachteulen – im Leben sowie beim Thema Sport. Und während die einen früh morgens top fit sind, drehen die anderen am Abend so richtig auf. Hören auch Sie auf Ihren Bio-Rhythmus und zwingen sich nicht im falschen Moment zu sportlichen Höchstleistungen. Sie werden feststellen: Einen inneren Schweinehund gibt es in Wahrheit gar nicht! Nur ungeeignete Tageszeiten. 



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