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Schlank aber schwabbelig
von Laura Pomer
Leiden Sie auch an „Skinny Fat“?

Wer angezogen fit, dafür am Strand im Bikini überraschend teigig aussieht, ist „skinny fat“. Klingt komisch?! STYLEBOOK.de erklärt, was dahinter steckt und was man dagegen tun könnte.

Frauen, die wochenlang für die Bikinifigur gehungert haben, wundern sich wohl nicht schlecht, wenn statt straffer Strandformen ein hängender Po und Schwabbelbauch zurückbleiben. Dabei könnte es in Wahrheit sogar die Diät sein, die zum Phänomen „Skinny Fat“ (deutsch: „dünnes Fett“) beigetragen hat.

  • Kate Moss

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    Foto: Splash News

    Kate Moss ist objektiv gesehen sehr schlank – im Bikini aber sieht man: Am Bauch schwabbelt es ganz schön! Ein klassischer Fall von „Skinny Fat“

DÜNN UND FETT ZUGLEICH
Menschen, die „skinny fat“ sind, machen optisch einen sehr schlanken Eindruck und wirken auf den ersten Blick fit. „Sie haben aber trotzdem zu viele Fettzellen im Körper“, erklärt Personal Trainerin und Ex-Olympiaschwimmerin Micha Østergaard (27).

Im Verhältnis ist der Anteil an Muskeln geringer als der vom Fett, das Bindegewebe ist obendrein relativ schwach. Die Folge: Es wabbelt an Hintern und Bauch sowie an den Beinen und Armen – auch Cellulite lässt hier nicht lange auf sich warten.

Das ist auch gesundheitlich bedenklich: Schließlich braucht der Mensch Muskeln für eine gute Körperhaltung und um so lange wie möglich schmerzfrei zu leben. Nicht zuletzt beugt eine stabile Rückenmuskulatur Bandscheibenproblemen vor, starke Oberschenkelmuskeln schützen die Knie.

DICKE SIND OFT GESÜNDER
Übrigens: Das Vorurteil, dass Übergewichtige ungesund leben und sich gehen lassen, trifft längst nicht immer zu. „Viele kräftigere und dickere Menschen tun in Wahrheit einiges für ihre Gesundheit: ernähren sich gut, jagen beim Sport regelmäßig ihren Puls hoch und fordern ihre Muskulatur.“ Entsprechend sind sie oft sind besser trainiert und haben sogar einen gesünderen Körperfettanteil und günstigere Blutwerte, als sehr Schlanke mit ‚Skinny Fat‘. 

URSACHEN FÜR ‚SKINNY FAT‘
Am häufigsten hat die Fitness-Expertin das Phänomen bei Kunden beobachtet, die ungesund leben – angefangen mit dem Auslassen des Frühstücks. „Sie trinken dann nur einen großen Milchkaffee, essen vielleicht mittags nur etwas Obst“, so Østergaard, „dafür nehmen sie am Abend viele und die falschen Kalorien zu sich“. Die Trainerin warnt insbesondere vor Junk Food, zu stark verarbeiteten Lebensmitteln und Alkohol.

Vor allem können harte Crash-Diäten zu „Skinny Fat“ führen. Wenn der Körper sehr schnell an Gewicht verliert, bauen sich als erstes die Muskeln ab. Selbst beim Sport – laut Østergaard übrigens das A und O für einen gesunden Körper – kann man entsprechend einiges falsch machen. So wird beim Joggen oder Spinning viel Fett verbrannt. „Zu einem umfassenden Trainingsprogramm gehören aber vor allem Muskelaufbauübungen, die oft vernachlässigt werden.“

Unsere Tipps gegen „Skinny Fat“:

Fast Food streichen
Speisen mit „versteckten Zuckern“ (wie Weißbrot oder Fertiggerichte) und Frittiertes fördern Fetteinlagerungen. Østergaard rät daher zu „sauberem Essen“, dessen Herstellung Sie idealerweise selbst in Hand hatten. Stark verarbeitete Lebensmitteln mit undurchsichtigen Zusätzen bitte so gut es geht meiden.

Vernünftig ernähren
Hungern ist keine Lösung: Vor Schock und um Reserven für noch schlechtere Zeiten zu horten, setzt der Körper Fettpölsterchen an. Achten Sie daher auf eine gesunde, idealerweise eiweißreiche Ernährung – Proteine sind von großer Bedeutung, um Muskeln aufzubauen und zu versorgen.

Richtig trainieren
„Jeder Mensch sollte mindestens zweimal pro Woche Sport treiben“, weiß Expertin Østergaard. Schwimmen, Kampfsport oder Leichtathletik sind ideal, da dabei verschiedene Muskeln beansprucht werden und die Fettpölsterchen gleichzeitig purzeln. Wer zur Jogger- und Radlerfraktion gehört, sollte nach dem Training noch etwa 10 Minuten Kraftübungen nachlegen; beispielsweise Liegestütze, Kniebeugen und Crunches. 


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