Diese Beauty-Strecke ist misslungen
von Laura Pomer
Rassismus-Vorwürfe gegen Mode-Magazin

Das US-Modemagazin „Cosmopolitan“ verkündet in seiner Online-Ausgabe, welche Beauty-Trends in diesem Jahr ausgedient haben. Ungeschickterweise werden die Looks, die „sterben“ müssen, vermehrt an schwarzen Models gezeigt. Internet-User rufen jetzt zum Boykott auf.

  • Joan Smalls, Jendall Jenner

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    Foto: Getty Images

    Joan Smalls‘ (l.) schwarzer Lippenstift wird von der „Cosmopolitan“-Redaktion totgesagt, Model-Kollegin Kendall Jenner (r.) für ihren beerenfarbenen Kussmund gelobt. Und das ist nicht der einzige Fotovergleich, bei dem das dunkelhäutige Model für das Negativ-Beispiel herhält! Bitte weiterklicken!

„21 Beauty-Trend, die 2015 sterben müssen“ – so titelt die „Cosmopolitan“ auf ihrer Online-Seite. Schwarzer Lippenstift ist in den Augen des Modemagazins demnach out, ebenso wie starkes Wangenrouge oder Dip Dye Hair. Die todgeweihten Looks – gezeigt an dunkelhäutigen Mädchen wie Model Joan Smalls (26) – werden den neuen, frischen Beauty-Trends gegenübergestellt und mit dem Titel „R.I.P.“ (deutsch: „Ruhe in Frieden“) versehen. Und diese Assoziation gefällt den Lesern ganz und gar nicht.

„Warum sterben schwarze Schönheiten aus?“
Ungeschickterweise nämlich sind die vermeintlichen In-Looks an meist hellhäutigen Mädchen zu sehen, die Out-Looks an schwarzen Models. So lobt die „Cosmopolitan“ beispielsweise die roten Lippen der blassen Model-Überfliegerin Kendall Jenner (19) oder ein sehr zurückhaltendes Make-up an einem Calvin-Klein-Model mit sehr hellem Teint. Die Internetgemeinde sieht darin eine eindeutige Botschaft: schwarze Haut ist out, wird von weiß abgelöst. „Das ist himmelschreiender Rassismus“, findet eine Twitter-Userin, eine andere fordert: „Boykottiert Cosmopolitan! Absolut widerlich – warum bitte stirbt nur schwarze Schönheit aus?“

So reagierte „Cosmopolitan“
Bereits im Januar ging der Artikel online, doch erst jetzt schlägt er auf den sozialen Netzwerken wie Twitter und Instagram richtig Wellen. Einige Nutzer fordern, den Artikel komplett aus dem Netz zu nehmen, andere wünschen sich eine öffentliche Entschuldigung. Das Magazin reagierte mit einer redaktionellen Anmerkung: „Dieser Artikel behandelt Beauty-Trends anhand von Bildern, die jene Trends repräsentieren. Manche davon sind aus dem Zusammenhang gerissen.“ Tatsächlich wurde bereits der eine oder andere Fotovergleich auf der Website durch einen weniger polarisierenden ersetzt. Weiter schreibt „Cosmopolitan“: „Wir möchten uns für mögliche Ärgernisse entschuldigen.“
 
 


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