Neue Methode: Brustvergrößerung mit Botox
von Laura Pomer
Busenwunder oder aufgeblähter Schabernack?

Das Nervengift Botox kann jetzt angeblich mehr als Falten killen und Schweißdrüsen lahmlegen: Der „Botox Boob Job“ verspricht eine Körbchengröße mehr in nur 30 Minuten. Ob das funktioniert? STYLEBOOK.de fragte beim Experten nach.

Der Trend geht hin zu minimal-invasiven Behandlungen ohne Skalpell – der Wunsch nach großen, straffen Brüsten jedoch bleibt. Diese beiden Bedürfnisse will der „Botox Boob Job“ (deutsch: die Botox-Brustvergrößerung ) vereinen können.

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So soll's funktionerien: Der behandelnde Arzt spritzt Botulinumtoxin, kurz Botox, in die obere Brustmuskulatur, die dadurch leicht gelähmt wird. Durch einen sogenannten Kompensationseffekt sollen die gegenläufigen Muskeln in den Schultern nun stärker arbeiten, bekommen mehr Zug. Das Ergebnis, schon 30 Minuten nach dem Eingriff: deutlich höher sitzende, praller aussehende Brüste ohne Silikon-Fremdkörper.

Was kostet das? Wie der Londoner Schönheitschirurg Dr. Neetu Nirdosh im Interview mit der britischen „Daily Mail“ berichtet, habe er schon gute Erfolge mit der Methode erzielt; meist bei Frauen mit Körbchengröße A bis C, die nach einer Schwangerschaft mit ihrem Busen nicht mehr zufrieden waren. Auch BH-Buffel gehörten zu seinem zufriedenen Kundenstamm. „Keine Ausfallzeit, keine Nebenwirkungen, keine Narben und praktisch keine Schmerzen“ – so nur einige der Vorzüge laut Nirdosh, die jedoch ihren Preis haben: Umgerechnet kostet der Pieks etwa 1350 Euro. Das Ergebnis soll ein knappes halbes Jahr halten. Zum Vergleich kostet eine Standardmäßige Brust-Vergrößerung mit Silikonimplanten zwischen 4500 und 6500 Euro – mit dauerhaftem Ergebnis.

Das sagt der Experte: STYLEBOOK.de wandte sich an Dr. med Keywan Taghetchian, medizinischer Leiter der Spezialklinik für Botoxbehandlungen Smoothline in München. Vom „Botox Boob Job“ habe er – trotz regelmäßiger Besuche von Weiterbildungen und Arzt-Kongressen – noch nie etwas gehört. Wie der Experte erklärt, sei durch das Lahmlegen des Pektoralmuskels definitiv keine Vergrößerung der Brust möglich – „höchstens ein Lifting. Aber eine so starke kompensatorische Wirkung, durch die der Busen tatsächlich angehoben werden könnte, halte ich für sehr unwahrscheinlich.“

Fazit: Auch wenn Dr. Taghetchian Botox vielseitig verwendet – etwa als Therapie gegen Migräne, Akne, Depressionen oder starkes Schwitzen: größere Brüste kann er dadurch nicht zaubern. Er rät zum Besuch eines Implantat-Experten. „Die einzige Alternative, die ich sehe, ist eine Brustvergrößerung mit Eigenfett.“

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