Gefährliche Inhaltsstoffe gefunden
So krank machen Lippenpflegestifte

Sie sollen unsere Lippen pflegen und finden sich so gut wie in jeder Hand- und Manteltasche. Doch Lippenpflegestifte wie sie gerade jetzt jeder benutzt, können uns schlimmstenfalls ernsthaft krank machen, weil sie gefährliche Stoffe enthalten. Worauf man bei den kleinen Fettstiften achten sollte!

Beim Stichwort Mineralöl denken wir längst nicht mehr bloß ans Benzin fürs Auto. Schließlich verwenden immer mehr Kosmetikhersteller in ihren Produkten Paraffine, meist aus Erdöl destillierte Öle, da sie feuchtigkeitsspendend wirken sollen. Mitunter werden sie aber auch kritisch gesehen, sollen etwa die Haut abdichten und am Atmen hindern. Und wie der „NDR“ nun berichtet, birgt ihr Einsatz für den Verbraucher noch viel schlimmere Risiken.

Krebserregend und erbgutverändernd
Aromatische Kohlenwasserstoffe aus Mineralöl (MOAH) und gesättigte Kohlenwasserstoffe aus Mineralöl (MOSH), die auch in Lippenpflegeprodukten vorkommen, sollen sich im Körper anlagern, Krebs erregen und Chromosomenveränderungen hervorrufen können – und das ist sogar bekannt. Schon vor Monaten warnte Stiftung Warentest vor MOAH in Körperpflegeprodukten verschiedener Hersteller, jedoch ohne Folgen. Der Grund: Über die Haut aufgenommen, gelten die Substanzen als relativ unbedenklich, ihr Einsatz in der Kosmetikindustrie ist daher gesetzlich zulässig. 

  • Gefährliche Inhaltsstoffe in Lippenpflegestiften gefunden

    Foto: Getty Images

    Wissenschaftler warnen: In Lippenpflegestiften sind Mineralöl-haltige Substanzen viel gefährlicher, als in anderen Kosmetikprodukten

Auf den Lippen viel gefährlicher
So versichern die Marken Labello, Carmex und Blistex zwar, sich beim Einsatz der Mineralöl-Kohlenstoffe an die gesetzlich vorgeschriebenen Mengenkonzentrationen zu halten. Dennoch warnt die Verbrauchersicherheit der Europäischen Kommission jetzt vor deren Einsatz.

Der Grund: Anders als Körperlotionen nämlich, die lediglich auf die Haut aufgetragen werden, gelangen Fettstifte für die Lippen beim Essen, Trinken und jedem Lippenablecken direkt in den Körper. Dem Bericht zufolge „verzehrt“ der Durchschnittsverbraucher auf diese Weise jährlich etwa vier komplette Lippenpflegestifte. Entsprechend beschreibt der Schweizer Forscher Dr. Konrad Grob die aktuellen Laborergebnisse gegenüber „NDR“ als „beunruhigend“ und „nicht tolerierbar“. Für Labello und Co. müssten deshalb dieselben strengen Vorschriften gelten, wie für Lebensmittel.

Nur noch ehrliche Lippenbekenntnisse
Woran erkenne ich eigentlich, ob meine Lippenpflege die gefährlichen Mineralöle enthält? Ein Blick auf die Liste der Inhaltsstoffe lohnt. Bei Namen wie Cera Microcristallina (bei Labello), Mineral Oil, Petrolatum (Carmex), Paraffinum sollten sie vorsichtig sein, damit sind genau diese gefährlichen Mineralöle gemeint. Greifen sie lieber auf Produkte mit natürlichen Wachsen für samtweiche Lippen, beispielsweise die Lippenpflege von Weleda, Intensiv-Lippenpflege von Balea oder der Lippenbalsam von Dr. Hauschka.

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