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„Girls“-Star Lena Dunham auf Fotos retuschiert
von Laura Pomer
Cool – aber doch nicht schön genug für „Vogue“?

Es ist DAS Sensations-Cover: Anti-Beauty Lena Dunham (27) auf der US-„Vogue“. Eine mutige Wahl des Hochglanz-Magazins, das eigentlich für Rundum-Perfektion steht. Weniger mutig ist, dass die Bilder nicht die echte, sondern eine geschönte Photoshop-Version der Schauspielerin zeigen. Im Internet hagelt es dafür heftige Kritik.

  • Lena Dunham in der Vogue

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    Foto: Jezebel

    Für die US-„Vogue“ war Lenas Äußeres nicht perfekt genug: Tränensäcke und Lachfalten weg, Kinn schmaler und spitzer, Dekolleté straffer, Hüften schmaler – Photopshop macht's möglich

Mit ihrer Serie „Girls“ hat Lena Dunham einen Realismus ins amerikanische TV gebracht, den es vorher kaum gegeben hat: Eine Hauptdarstellerin mit Cellulite und beruflichen und persönlichen Problemen, die über Hollywood-taugliche Dramen hinausgehen. Ihre Fans lieben Lena Dunham für ihre ehrliche und selbstbewusste Art – und dafür, dass sie keine Model-Traummaße hat. 

Das alles wusste „Vogue“-Chefin Anna Wintour (64) und wollte trotzdem ausgerechnet die tätowierte Drehbuchautorin für ihr Cover. Zwar zeigt das Hochglanzblatt regelmäßig nicht nur Mannequins, sondern auch Powerfrauen aus Politik und Gesellschaft (zum Beispiel First Lady Michelle Obama, Yahoo-Chefin Marissa Mayer). Die müssen dann aber alle durch den „Vogue“-Filter, sind am Ende bis zur Perfektion gestylt und in elegante High-Fashion gehüllt.

Eine Lena Dunham als geglosste Frau von (Mode-)Welt? Das konnten und wollten sich viele im Vorfeld nicht vorstellen. Lieber wollte man darauf hoffen, dass die US-„Vogue“ mit Lena endlich einmal eine echte Frau zeigt. Das Cover hielt dieses Versprechen dann auch, die Kurzhaarige in gepunkteter Bluse und mit ratlosem Gesichtsausdruck – schön exzentrisch, ganz Dunham. Bei den Fotos im Heft machte die „Vogue“ allerdings einen Reality-Rückzieher: Da sieht die Schauspielerin bei genauem Hinsehen auf einmal straffer aus als sonst.




Der US-Blog „Jezebel“ fand den Unterschied so frappierend, dass er auf die Barrikaden ging und ein Kopfgeld in Höhe von 10.000 Dollar auf die Originalaufnahmen aussetzte – und sie auch bekam. Die Betreiber der Webseite verglichen die unbearbeiteten Bilder mit der veröffentlichten Version und markierten die Unterschiede an Gesicht und Körper: Doppelkinn und Speckröllchen im Ausschnitt mussten verschwinden, die ausladende Taille wurde gebändigt. Dunham ist immer noch üppig und keineswegs perfekt, jetzt aber weichgezeichnet.

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Die Blogger von „Jezebel“ fragten daraufhin,  warum die Frau mit den wulstigen Oberarmen, den Augenringen und dem Mut zur Imperfektion dann überhaupt von der „Vogue“ ausgewählt wurde – wenn sie am Ende doch wie üblich schöner retuschiert wird. Überhaupt sehe sie doch auch auf den Vorher-Bildern schon großartig aus. Da konnte sich selbst Lena Dunham eine Antwort nicht verkneifen. Gegenüber dem französischen Online-Magazin „Slate“ rechtfertigte sie sich:

„Photoshop hin oder her: ich verstehe nicht, was man daran Schlechtes finden kann.“ Schließlich sei und bleibe sie doch auch nach der Fotobearbeitung nicht das typische „Vogue“-Covergirl.

Sie habe sich vom gesamten Team verstanden und unterstützt gefühlt, „war froh über das Styling, weil es meine Persönlichkeit reflektiert“, erklärt sie. Für Lena verkörpern  Modemagazine ohnehin eine schöne Fantasiewelt. „Wer wissen will, wie ich wirklich aussehe, kann sich jede Woche meine Serie ansehen.“

In „Girls“ steht sie an der Seite von Adam Driver (30) vor der Kamera – der übrigens auch in der Strecke der „Vogue“ mit ihr zu sehen ist. Interessant: Driver blieb im Großen und Ganzen unretuschiert.

Die verschiedenen Gesichter der Lena Dunham: In unserer Bildergalerie!




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