Wirklich so ungesund wie sein Ruf?
von Laura Pomer
7 wichtige Fakten über Gluten

Immer mehr Menschen setzen auf eine glutenfreie, vermeintlich gesündere Ernährung. In Hollywood ist „G-Free“ längst so verbreitet wie die bewährte „Low-Carb“-Diät. Das Absurde: Viele der Anhänger wissen nicht einmal, was Gluten ist! Sie etwa? STYLEBOOK deckt die wichtigsten Fragen über den Lebensmittel-Mythos auf.

  • 5 Mythen über Gluten

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    In Couscous, Pizza und Pasta steckt Gluten. Die Frage ist: Ist das wirklich so schlimm?

  • Jimmy Kimmel

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    „Gluten essen? Findet man ihn L.A. schlimmer als Satanismus!“ scherzte US-Talker Jimmy Kimmel in seiner Lateshow und entlarvte mit einem Kamera-Team Pseudo-Ernährungsprofis: Sie wussten nicht, was Gluten ist! Wenn Sie es wissen wollen, bitte weiterklicken

Vor kurzem beschwerte sich US-Entertainer Jimmy Kimmel (46) in seiner Late-Show über den grassierenden Anti-Gluten-Hype in Los Angeles. „Das nervt mich“, gestand der US-Talker, der wegen seiner Liebe zu Pizza wie ein Satanist behandelt würde. Misstrauisch gegenüber dem Trend wagte Kimmel die Unterstellung: „Viele Leute streichen Gluten, weil jemand im Yoga-Kurs es ihnen vorgemacht hat – ohne überhaupt zu wissen, was es ist!“

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Um seine Vermutung zu bestätigen, schickte er ein Kamerateam auf Passanten los, mit der simplen Frage: „Was ist Gluten?“ Und tatsächlich: Obwohl die Befragten sich zu einer strikten „G-Free-Diet“ bekannten, also einer glutenfreien Ernährung, wusste keiner von ihnen die richtige Antwort.

Auch in Deutschland streichen mehr und mehr Menschen das böse G-Wort voll und ganz von der Einkaufsliste und ihrem Speiseplan, oftmals ohne Hintergrundinformationen. STYLEBOOK wollte wissen: Ist Gluten wirklich schädlich? Und was zum Teufel ist es überhaupt? Die Antworten kennt der Ernährungsexperte und Gesundheitspublizist Sven-David Müller („Das Kein Gluten Kochbuch“, Verlag Mainz).

1. Was ist Gluten?
Ein Protein aus Getreide, das in Verbindung mit Wasser zum sogenannten Klebereiweiss wird. „Es ist der Grund für die elastische Teigkonsistenz und Saftigkeit von fertig gebackenem Brot“, erklärt Sven-David Müller.

2. Wo steckt Gluten drin?
In Brötchen, Keksen und Kuchen, Teigwaren wie Pizza und Pasta, aber auch weniger offensichtlich, als Bindemittel in Bier, Ketchup oder Cornflakes. Müller: „Auch die meisten Fertiggerichte und Süßigkeiten werden damit hergestellt.“

3. Warum enthalten Lebensmittel Gluten?
Gewöhnliche Getreidewaren enthalten von Natur aus Gluten, schließlich steckt es in den Körnern von Weizen, Roggen, Gerste und Dinkel. Seine guten Bindeeigenschaften machen es aber außerdem zu einem beliebten (und günstigen!) Verdickungsmittel:„Es beeinflusst die Konsistent von Industrieprodukt, sorgt etwa in Fertigsaucen für die gewünschte Cremigkeit“, so Müller.

4. Ist Gluten ungesund?
Sofern Sie nicht an Gluten-Sensitivität leiden, nein. Bei Menschen mit sogenannter Zöliakie aber kann bereits die Aufnahme geringfügiger Mengen zu ernsthaften Gesundheitsschäden  führen. Zum Beispiel zu chronischen Entzündungen im Magen-Darm-Trakt, im schlimmsten Fall sogar Krebs. Die Erkrankung schädigt die Dünndarmschleimhaut und somit deren Aufnahmefähigkeit. Der Grund: „Die Zotten im Dünndarm verändern sich“, so Müller. Für die Betroffenen bedeutet das nicht nur Verdauungsprobleme und Bauchschmerzen. „Vitamine und andere Nährstoffe können nur noch schwer vom Organismus aufgenommen werden“, so Müller.

5. Macht Gluten dick?
„Nein“, so Müllers klare Antwort. Bloß weil es vermehrt in kohlenhydrathaltigen Lebensmitteln vorkommt, ist Gluten als Dickmacher verschrien. Wer für die schlanke Linie auf Nudeln, Weißbrot und Co. verzichtet, nimmt bestimmt ab. Den gleichen Effekt hätte aber auch der Verzicht auf fetten, übrigens glutenfreien Schweinebraten. Im Gegenteil können glutenfreie Lebensmittel sogar dick machen, denn um das fehlende Klebereiweiß zu kompensieren, also Geschmack und Konsistenz zu verbessern, heben manche Hersteller den Zucker- oder Fettanteil ihrer Produkte an.

6. Brauchen gesunde Menschen Gluten?
„Nein, es ist eher zufällig in verschiedenen Lebensmitteln“, erklärt Müller, mitunter auch in  gesunden Sachen wie Vollkornbrot oder Müsli. Wer glaubt, er könne seinem Körper durch das Weglassen etwas Gutes tun, macht sich die Mühe umsonst: „Es bringt keinerlei Vorteil, grundlos auf Gluten zu verzichten. Weder für den Darm noch sonst irgendwas.“

7. Woran merke ich, dass ich an einer Unverträglichkeit leiden könnte?
Wenn Sie immer wieder mit Bauchschmerzen und Verdauungsproblemen zu kämpfen haben oder stark an Gewicht verlieren und es auch mit Mühe nicht schaffen, zuzunehmen. „In solchen Fällen bitte unbedingt zum Arzt gehen“, rät Müller, „nicht zum Heilpraktiker! Eine Zöliakie ist eine ernste Sache, die behandelt werden muss.“ Eine nicht ganz so stark ausgeprägte Form der Unverträglichkeit ist die Glutensensitivität. Sie ist abhängig von der aufgenommenen Glutenmenge, macht sich ebenso mit Verdauungsbeschwerden bemerkbar, hat aber weniger schlimme Folgen wie die Zöliakie.



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