Werden Nippel jetzt ab 17 erlaubt?
von Laura Pomer
Instagram plant Altersbeschränkung

Nackte Männerbrust ja, weibliche Brustwarzen nein – so ungerecht sind die Benutzerrichtlinien bei Instagram, an denen Chef Kevin Systrom (31) bislang festhielt. Nun endlich sieht es aber so aus, als könnten die vielen Beschwerden darüber Früchte getragen haben.

Ganz nachvollziehbar sind die Regelungen auf Instagram wohl kaum, erst recht nicht, was die Darstellung weiblicher Körper betrifft. Männliche Brustwarzen gibt es hier wie Sand am Meer, die von Frauen sind höchstens in gezeichneter oder gemalter Form erlaubt. Und wer sich schon darüber aufregt, hat die fragwürdigen Ausnahmefälle in den Nutzungsbedingungen noch nicht nachgelesen...

  • Joan Smalls mit Nippelcover auf Instagram

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    Foto: Instagram/ mertalas

    Diesen Schnappschuss von Model Joan Smalls (27) postete das Fotografen-Duo Mertalas auf Instagram. Warum er nicht gelöscht wurde? Weil Smalls ihre Nippel mit einem Klebchen verdeckt

Auf Instagram gilt: Hauptsache NICHT sexy!
So dürfen sich Patientinnen nach einer Masektomie, also der krankheitsbedingten Entfernung der Brustdrüse (!), oben ohne posten, vorausgesetzt, die Operationsnarbe ist zu sehen. Auch stillende Mamis sind auf Instagram erlaubt. Werden diese Bedingungen nicht erfüllt, verschwinden barbusige Selfies ruckzuck aus dem Netz – eine Erfahrung, die Nippel-Freiheitskämpferinnen wie Miley Cyrus (22), Rihanna (27) oder Chelsea Handler (40) bereits gemacht gemacht haben. Erst vor knapp drei Wochen verschwand ein solches Selfie von Model Naomi Campell (45) nach 20 Stunden aus dem Netz.

Provozierende Nacktfotos auf #FreeTheNipple
Unter dem Hashtag #FreeTheNipple sammeln sich auch Fotos weniger prominenter Nutzer, die das Absurde an dem Verbot umso mehr aufzeigen: freizügige, mitunter provozierend schmuddelige Nacktfotos, die von der unlogischen Zensur dennoch verschont bleiben. Und das einzig aus dem Grund, weil KEINE weiblichen Brustwarzen darauf zu sehen sind…

Instagram bald als „R-Rated“-Version?
Der „New Establishment Summit“ des Magazins „Vanity Fair“, eine diese Woche abgehaltene Panel-Diskussion in San Francisco, bot den passenden Rahmen, Instagram-Chef Kevin Systrom zu konfrontieren. So kamen sowohl Schauspielerin Lena Dunham (29) als auch US-Journalistin Katie Couric (58) auf das fragwürdige Nacktverbot zu sprechen. Konkret äußerte Couric die Möglichkeit einer Altersbeschränkung für die App. Damit müssten Instagram-Nutzer nicht wie bisher mindestens 12, sondern 17 Jahre alt sein. Darüber habe es bereits „Diskussionen“ gegeben, räumte Systrom ein. Jedoch ohne Konsequenz. „Wir sind nicht an pornographischen Inhalten interessiert,“ führte er weiter aus. „Wir konzentrieren uns auf Menschen, die sich auf schöne Weise auszudrücken verstehen.“

Dass weibliche Brustwarzen von einer „schönen Ausdrucksweise“ freigesprochen und stattdessen als „pornographisch“ bezeichnet werden – ganz im Gegensatz zu männlichen, versteht wohl nur Systrom selbst. Es ist also davon auszugehen, dass die Diskussion bald in die nächste Runde geht.

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