Spielt Ihre Haut auch verrückt?
Die 5 häufigsten Pflegefehler im Winter

Aktuell stellen Temperaturschwankungen und trockene Heizungsluft unsere Haut auf eine Belastungsprobe. Trotzdem: Bitte jetzt bloß nicht zur Vaseline greifen! STYLEBOOK.de verrät, welche Pflegemaßnahmen jetzt mehr schaden, als helfen.

Draußen relativ mild, drinnen läuft ständig die Heizung und bald wird es dann wieder so richtig klirrend kalt. Die Quittung für das Warm-Kalt-Chaos: extrem trockene Haut, Rötungen, Spannungsgefühle und schuppige Stellen. Aber: Woher kommen denn jetzt diese Pickelchen auch noch?!

  • Hautpflege im Winter

    Foto: Getty Images

    Kein Grund, sich zu verstecken – mit problematischer Winterhaut sind Sie nicht allein! Wir verraten Ihnen, welche Pflegefehler Sie vermeiden sollten, damit die Beschwerden abklingen

Ein Grund dafür sind die aktuell relativ milden Temperaturen, erklärt der Münchener Hautarzt Dr. Timm Golüke im STYLEBOOK-Interview. „Wenn es draußen kälter wird, so wie vor ein paar Wochen, fährt die Talgproduktion herunter.“ Unerwartet wurde es in Deutschland dann aber wieder mild, was die Talgdrüsen durcheinander gebracht hat. Wer nun bereits seine Pflege umgestellt hat, also schon eine sehr reichhaltige Creme verwendet, kleistert seine verwirrten Hautporen doppelt zu. Die Quittung: Die Poren verstopfen und entzünden sich, was zu Pickeln und Mitessern führt.

Sie merken schon: Mit den besten Absichten machen wir in puncto Gesichtspflege einiges falsch. STYLEBOOK.de verrät, welche Maßnahmen es jetzt zu vermeiden gilt, um die Haut nicht noch mehr durcheinander zu bringen:

► Pickel wegpeelen
Knötchen, Pickel und Mitesser wollen Sie am liebsten dem Hautboden gleichmachen, wofür sich am besten ein Peeling eignen würde. „Aber gerade das wäre jetzt verkehrt“, warnt Dr. Golüke, „ein Peeling würde die gestresste Haut zusätzlich reizen, noch mehr Rötungen und schlimmstenfalls Entzündungen verursachen.“
Besser: Antientzündliche und austrocknende Produkte vom Hautarzt auf die betroffenen Stellen auftragen! Bei weniger empfindlicher Haut dürfen diese auch einmal täglich auf das gesamte Gesicht aufgetragen werden. Gelegentlich empfiehlt sich eine fachmännische Ausreinigung durch die Kosmetikerin.

► Die Haut überpflegen
Da Ihre Gesichtscreme den Temperaturschwankungen nicht gewachsen zu sein scheint, ist wohl Ihr erster Impuls, zu einer reichhaltigeren zu greifen. Aber Achtung: Ungewohnte Inhaltsstoffe stellen eine neue Herausforderung für Ihre Haut da, da sie diese nicht unbedingt vertragen muss. Außerdem ist eine neue, intensivere Pflege für die milden Tage im Moment womöglich zu viel. Das würde Ihre Haut überpflegen, verstopfte Poren und schlimmstenfalls eine Periorale Dermatitis („Stewardessen-Krankheit“) verursachen.
Besser: Fragen Sie im Laden nach, ob es Ihre gewohnte Creme auch in einer reichhaltigeren Ausführung gibt, sprich mit den gleichen Inhaltsstoffe, aber in höherer Konzentraton. Welche der beiden Cremes Sie verwenden, machen Sie am besten täglich von den Temperaturen abhängig. Solange sie oberhalb der Zehn-Grad-Plus-Marke liegen, sollte Ihre Sommerpflege genügen.

► Sonnenschutz weglassen
Auch wenn sie kaum merklich wärmt: Die Sonne ist im Winter stärker, als Sie vielleicht glauben – daher bekommt man im Ski-Urlaub schließlich regelmäßig einen Sonnenbrand auf der Nase. Hinzukommt, dass die Haut aktuell nicht bloß strapaziert und gereizt, sondern auch sonnenentwöhnt ist, da Sie so viel Zeit in geschlossenen, geheizten Räumen verbringen. UV-Strahlen treffen Sie nun umso empfindlicher. Über Rötungen brauchen Sie sich da nicht wundern!
Besser: „Ihre Pflege sollte auch jetzt einen Lichtschutzfaktor von mindestens 15 enthalten,“ rät Experte Dr. Golüke, speziell vor Spaziergängen an der frischen Luft. Empfindliche Hauttypen sollten grundsätzlich auf LSF setzen.

►Die Augen vernachlässigen
Ihre Gesichtspflege ist auf empfindliche Haut ausgerichtet, sollte also auch für die zarte Augenpartie genügen. Das Problem: Die Haut hier ist besonders dünn. Und dass das turbulente Herbstwetter einem schnell die Tränen in die Augen treibt, kann die Auswirkungen durch den kalten Wind zusätzlich verschlimmern.
Besser: „Die Hautpartie um die Augen ist besonders pflegebedürftig“, weiß Dermatologe Golüke, „hier sollten Sie ein spezielles und reichhaltiges Produkt verwenden, am besten morgens und abends.“ Finger weg von Gel-Texturen und solchen auf Wasserbasis! Sie verdunsten auf der Haut und können in der Kälte Erfrierungen verursachen. Experte Golüke rät zu pflegenden Inhaltsstoffen wie Vitamin C und Jojoba Öl.

► Die Haut vor der Luft verstecken
Das schmuddelige Wetter lädt aktuell nicht unbedingt zu längeren Outdoor-Aktivitäten ein, Sie verbringen also viel Zeit bei trockener Heizungsluft. Das entzieht der Haut nicht bloß Feuchtigkeit, sondern kann bei empfindlichen Typen obendrein zu Juckreiz führen. Und wer den Schal ständig nach oben zieht, um sich richtig einzumummeln, hat es zwar kuschelig, reizt die Haut im Kinnbereich aber zusätzlich.
Besser: „Versuchen Sie, nicht ständig mit Textilien auf der Haut zu reiben“, empfiehlt Dr. Golüke, „und lüften Sie zwischendurch geschlossene Räume.“ Bei Menschen, die besonders empfindlich auf trockene Heizungsluft reagieren, sollte ein Leuchtbefeuchter im Raum stehen.


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