Wenn die Weis(s)heit früher kommt
von Laura Pomer
Warum habe ich mit 30 schon graue Haare?

Gerade erst aus den Zwanzigern raus und schon eine graue Maus? Damit sind Sie wahrscheinlich nicht glücklich, aber auch nicht allein. STYLEBOOK.de erklärt, weshalb oft auch jüngere Frauen und Männer graue Haare bekommen und was dagegen hilft.

Das erste graue Haar ist für die meisten Menschen ein Schock. Schließlich wissen sie: Das Zweite lässt nicht lange auf sich warten. Umso erschreckender, wenn es bereits mit Mitte 20 oder Anfang 30 so weit ist...

  • Herzogin Kate

    Foto: Getty Images

    Graue Haare in jungen Jahren? Herzogin Kate (33) kann ein Lied davon singen. Normalerweise achtet die Britin penibel darauf, ihren Ansatz zu überfärben. Im vergangenen Februar hatte sie das offensichtlich vergessen

Klar müssen graue Haare der Schönheit keinen Abbruch tun. Sie werfen jedoch, speziell in jungen Jahren, Fragen auf. STYLEBOOK.de hat die wichtigsten beantwortet:

►Warum werden Haare grau?
Haare sind aus Kreatin bestehende Hornfäden, für deren Färbung Melanine verantwortlich sind. Sie werden von Zellen in den Haarwurzeln gebildet, den sogenannten Melanozyten, die den herauswachsenden Haaren ihre rötliche, braune oder schwarze Pigmentierung verleihen. Ab einem bestimmten Zeitpunkt, in der Regel mit Mitte/Ende 30, lässt die Melaninproduktion nach. Speziell am Anfang, wenn nicht sämtliche Haare betroffen sind, wirken sie „Grau“, tatsächlich sind sie aber Weiß.

►Warum fängt es bei einigen früher an?
Wann – und ob überhaupt – das Haar ergraut, hängt maßgeblich von den Genen ab. Wenn Ihre Eltern und Großeltern bis ins hohe Alter mit einer pechschwarzen Mähne glänzen, wird es Ihnen sehr wahrscheinlich auch so gehen und umgekehrt. Es gibt allerdings äußere Faktoren, die das erste Auftreten grauer Haare beschleunigen können. Wenn hormonelle Erkrankungen oder ein extremer Nährstoffmangel ausgeschlossen werden konnten, wird die genetisch bedingte Neigung zum Ergrauen meist durch Stress provoziert.

►Gibt es die berühmten „Grauen Haare über Nacht“?
Ja, sie sind allerdings nicht ganz wörtlich zu nehmen – schließlich können Haare nicht von heute auf morgen ihre Farbe verlieren. Und doch gibt es Menschen, denen extremer Stress oder ein einschneidendes Erlebnis auf den Magen schlagen und die innerhalb weniger Wochen deutlich ergrauen. Das ist aber kein Grund zum Verzweifeln: Es ist gut möglich, dass die Haarfarbe zurück kommt, sobald sich die Wogen wieder geglättet haben.

►Fühlt sich graues Haar anders an?
Nein. Ihm jagt fälschlicherweise der Ruf voraus, struppig und eher kraus zu sein, dabei ist graues Haar genauso strukturiert wie pigmentiertes. Allerdings wird mit den Jahren – bei Frauen mit Eintritt in die Menopause – weniger Kreatin produziert, der Hauptbestandteil menschlicher Haare, die dadurch langfristig dünner und trockener werden; das ist jedoch eine Altersfrage und unabhängig von der Farbe. Hier helfen regelmäßige Kuren, um den Feuchtigkeitsmangel auszugleichen und das Haar geschmeidig zu pflegen. Zum Reinigen verwenden Sie am besten ein Shampoo mit Blaupigmenten, gegen die vergilbte Optik.

►Kann man dem Grauwerden vorbeugen?
Nicht wirklich. Sicherlich ist es sinnvoll, Provokationsfaktoren zu minimieren, also extremen Stress zu vermeiden und insgesamt einen gesunden Lebenswandel zu pflegen. Zudem kann eine ausgewogene, vitamin- und folsäurereiche Ernährung dabei helfen, die natürliche Haarfarbe möglichst lange zu bewahren. Schließlich können so alle Zellen im Körper, entsprechend auch die Melanozyten, besser arbeiten. Naturheilkundler glauben, dass eine Übersäuerung im Körper zu grauen Haaren führen kann, und empfehlen daher basische Diäten und Entsäuerungskuren – Mediziner erwarten davon jedoch keinen Effekt.

  • Foto: Getty Images

    Sie hat aus der Not eine Tugend gemacht: Mode-Redakteurin Sarah Harris (36), die schon mit 16 erste graue Haare bekam. Damals war sie entsetzt, heute ist die silberne Mähne ihr Markenzeichen

Sind die grauen Haare erst einmal da, haben Sie eigentlich nur zwei Möglichkeiten: färben oder zu der neuen Wei(s)heit stehen. Zweiteres wäre, dem Vorbild von „Vogue“-Autorin Sarah Harris nach zu urteilen, vielleicht gar keine so schlechte Idee.

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