Fitness für Gestresste
von Laura Pomer
5 Gründe, zu Fuß zur Arbeit zu gehen

Stau und Parkplatzsuche zerren an den Nerven, der Benzinverbrauch belastet den Geldbeutel – und Sie haben sowieso nie Zeit, ins Fitness-Studio zu gehen? Kurz: Es gibt unendlich viele Argumente gegen das Autofahren während der Rush Hour. Wir brauchen nur fünf, um Sie zu motivieren, ab sofort zur Arbeit zu laufen. Wetten?

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    Foto: Getty Images

    Wer zur Arbeit läuft, ist entspannter, sportlicher, kreativer, gesünder und glücklicher. Genügend Gründe, das Auto morgen früh stehen zu lassen – oder?!

1. Sie kommen entspannter an
Von jeher lautet die allgemeine Empfehlung, um den Kopf frei zu bekommen: „Geh' eine Runde um den Block“ – und das nicht nur, weil bei stetiger Bewegung im Körper die Glückshormone Serotonin und Endorphin freigesetzt werden. Die Gesichter anderer Passanten, dass Sie zumindest ein wenig Natur erleben und die eine oder andere schöne Hausfassade entdecken, lässt Ihren schnöden Arbeitsweg zu einem kleinen Ausflug werden. Das ist gut gegen Stress – und in jedem Fall besser, als unter Zeitdruck und gefrustet im Stau zu stehen.

2. Sie bleiben schlank
Ein stressiger Tag im Büro kann sich in die Länge ziehen, so dass abends nicht nur die Motivation, sondern oftmals schlichtweg die Zeit für das Workout fehlt. Zum Glück kommt es einer kleinen Trainingseinheit gleich, schon vor der Arbeit ein paar Kilometer zurückgelegt zu haben – immerhin verbrennen Sie mit einem 20-minütigen Spaziergang stolze 100 Kalorien! Selbst Menschen mit einer genetischen Veranlagung zu Übergewichtigkeit können auf diese Art etwas für ihren Körper tun – und zwar nachhaltig. Das ist das Ergebnis einer Studie der Harvard Universität in Boston. Wie die Wissenschaftler um Qibin Qi, den Leiter der Ernährungsabteilung, herausgefunden haben, kann ein einstündiger Marsch am Tag den Körperfettanteil dauerhaft reduzieren.

3. Sie sind kreativer
Schon beim Aufstehen denken Sie an dieses unangenehme Thema, das im Büro noch zum ausgewachsenen Problem werden könnte? Die Lösung liegt vielleicht schon auf dem Fußweg zur Arbeit. Wie kalifornische Wissenschaftler der Stanford University in einer Studie belegen konnten, wirkt sich das Laufen positiv auf den Ideenreichtum aus: Im Kreativitätstest haben von knapp 180 Probanden diejenigen deutlich besser abgeschnitten, die vor der Beantwortung der Fragen ein paar Minuten Auslauf hatten. Sie konnten sich außerdem besonders gut auf die Aufgabe konzentrieren. Es dürfte also auch den Chef freuen, wenn Sie morgens mit einem kleinen Schweißperlchen auf der Stirn – und umso produktiver! – den Dienst antreten.

4. Sie bleiben gesünder
Männer, die regelmäßig mit dem Auto zur Arbeit fahren, haben ein bis zu viermal höheres Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden, als diejenigen, die laufen oder mit dem Fahrrad fahren. Das fanden schwedische Wissenschaftler der Universität Umeå heraus, nachdem sie Daten von knapp 700 Herzschlag-Patienten mit denen von mehr als 2200 nicht erkrankten Personen verglichen haben. Darüber hinaus senken die morgendlichen Läufer und Radfahrer die Gefahr, irgendwann an Diabetes mellitus zu erkrankten um stolze 40 Prozent! Bedenklich: Laut einer Erhebung des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden nehmen 60 Prozent aller Deutschen morgens den Wagen.

5. Sie sind glücklicher
Minderwertigkeitskomplexe, Depressionen, Schlaflosigkeit – mit diesen seelischen Problemen haben vor allem Autofahrer zu kämpfen, belegt eine Untersuchung der University of East Anglia. Die Gesundheitsökonomen haben über einen Zeitraum von 18 Jahren die Daten von 18 000 Briten im Alter von 18 bis 65 ausgewertet. Das Ergebnis: Je mehr Zeit die Verkehrsteilnehmer im Auto verbracht haben, desto schlechter war ihre mentale Verfassung. „Und umgekehrt: Menschen fühlen sich besser, wenn sie länger zu Fuß zur Arbeit gehen müssen“, sagte Studienleiter Adam Martin in einem offiziellen Statement seiner Fakultät. Wenn die Arbeit trotz all dieser Argumente zu weit weg ist, um sie zu Fuß zu erreichen, sollten Sie auf öffentliche Verkehrsmittel setzen. Wie Martins Team herausfand, sind Bus- und Bahnnutzer immer noch glücklicher als Autofahrer. Perfekt: Zwei Stationen vor dem eigentlichen Ziel aussteigen – und den Rest der Strecke zu Fuß zurück legen.


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