Verpflegt nochmal!
Wie die falsche Creme Ihrer Haut schadet

Angenehmer Duft, vielversprechende Produktbeschreibung oder von der Freundin empfohlen – für viele sind das hinreichende Kriterien bei der Wahl der Gesichtscreme. Leider oft mit fatalen Folgen. STYLEBOOK.de weiß vom Experten, was „falsche“ Pflege eigentlich bedeutet und schlimmstenfalls anrichten kann.

Mit der Suche nach einer geeigneten Gesichtscreme halten Frauen sich in der Regel nicht lange auf. Stimmen Duft, Design und die Erfahrungswerte von anderen, ist eine Entscheidung schnell getroffen. Und überhaupt: Selbst wenn das Produkt nicht hundertprozentig geeignet ist, kann ja nicht viel passieren. Oder doch...?

  • Gesichtscreme

    Foto: Getty Images

    Es ist nicht egal, was Sie sich ins Gesicht schmieren! STYLEBOOK.de verrät, was die falsche Creme der Haut antun kann

Und wie!! Wer sich das Falsche ins Gesicht schmiert, wird schnell zum Fall für den Hautarzt. Dabei sind unangenehme Irritationen, wie juckende Stellen oder kleine Pickelchen, nur das Geringste Übel. Mit Pech drohen Ekzeme, also entzündliche Hauterkrankungen, die nicht bloß unschön aussehen und brennen, sondern langfristig medizinisch behandelt werden müssen. Ungeeignete Produkte können sogar Allergien auslösen, die vorher noch nicht da waren.

STYLEBOOK.de erklärt, welche Pflegefehler daher unbedingt zu vermeiden sind.
 
► Fehler Nummer Eins: Die falsche Pflege kaufen
Die „supertolle, herrlich reichhaltige“ Gesichtscreme Ihrer Freundin muss nicht unbedingt auch für Sie geeignet sein – erst recht nicht, wenn Sie zu einer verstärkten Talgdrüsenaktivität und öliger Haut neigen. „Bei Ihnen würde dieselbe Pflege zu Hautunreinheiten führen,“ warnt der Frankfurter Dermatologe Dr. med. Adam Pomer, „schlimmstenfalls zu Akne“. Und die Behandlung von Akne ist je nach Schweregrad und Hautbeschaffenheit sehr komplex und immer individuell, daher unbedingt ein Fall für den Hautarzt. Manchmal reicht eine antibakterielle Creme aus, um die übermäßige Produktion der Talgdrüsen zu reduzieren. In schwereren Fällen kommen Antibiotika, Vitamin-A-Säure, Hormonpräparate oder Lichttherapien zum Einsatz.

Auch umgekehrt übrigens ist bei trockener Haut von Feuchtigkeitspflege mit sehr wasserhaltigen Rezepturen abzuraten, da sie an der Luft schnell verdunsten. „Dadurch wird die Haut noch trockener, es drohen juckende und schmerzhafte Ekzeme.“ Auch hierauf sollte der Experte einen Blick werfen.

► Fehler Nummer Zwei: Die Jahreszeit missachten
Im Winter braucht die Haut eine viel reichhaltigere Pflege als im Sommer“, warnt Dr. Pomer. Wenn es kühler wird, fahren die Talgdrüsen, eigentlich zuständig für den Fettfilm der Haut, ihre Aktivität rasant herunter. Dadurch wird die natürliche Schutzbarriere durchlässig, die Haut trocknet aus und kann kleine Risse bekommen – jetzt muss also besonders gut nachgepflegt werden. Wenn es im kommenden Jahr wieder wärmer wird (oder jetzt: im heißen Urlaubsland) sollten Sie zu leichteren Lotionen greifen. „Fettreiche Produkte würden die Poren verstopfen und zu Hitzestau führen, die Haut könnte nur schwer atmen und würde sich entzünden.“

► Fehler Nummer Drei: Zu minderwertigen Produkten greifen
Es gibt gute Produkte für wenig Geld,“ weiß der Experte, „aber auch sehr schlechte.“ So läuft man bei minderwertiger Creme Gefahr, dass verstärkt mit Parfüm- oder Farbstoffen gearbeitet wird – ganz einfach, um sie besser duften und aussehen zu lassen. Und die sind im Fall von Günstigware nicht selten aus minderwertiger, synthetischer Qualität, was zu allergischen Hautreaktionen, also unansehnlichen und brennenden Ausschlägen führen kann. Das Gleiche könne übrigens auch bei teuren Produkten und generell durch den Einsatz von Konservierungsstoffen passieren, die eigentlich nur die Produkthaltbarkeit verlängern sollen.

► Fehler Nummer Vier: Zu viel Pflege
„In der Regel reicht es aus, das Gesicht morgens und abends nach der Reinigung einzucremen,“ weiß Dr. Pomer. Denn, von wegen ‚viel hilft viel‘: Wer ständig schmiert, tut der Haut keinen Gefallen. Ab einem gewissen Punkt reagiert sie mit einer Abwehrreaktion, die sich als entzündliche Pusteln, Pickel und schuppige Stellen rundum den Mund bemerkbar macht – einer „Perioralen Dermatitis“. Und von selbst gehen diese Symptome nicht weg. Wenden Sie sich schnell an Ihren Hautarzt: Er verschreibt Ihnen geeignete, dermatologisch wirksame Produkte, unter Umständen ist vielleicht sogar ein leichtes Antibiotikum fällig.

► Fehler Nummer Fünf: Zu viel Abwechslung
„Polypragmasie“ bedeutet in der Fachsprache die konzeptlose Behandlung mit unterschiedlichen Mittelchen, im Fall Gesichtspflege also einen ständigen Wechsel zwischen Produkten. Der führt ebenso zur Perioralen Dermatitis, sprich: Ausschlägen, Pickeln und roten, entzündlichen Knötchen im Bereich um den Mund. Sie ist übrigens aus genau diesem Grund als „Stewardessenkrankheit“ bekannt: Von Berufswegen kamen Flugbegleiterinnen in Duty-Free-Shops mit zahlreichen Kosmetikartikeln in Kontakt. Heutzutage lassen sich aufgrund der großen Produktvielfalt auch „normale“ Konsumenten gerne verleiten, ständig Neues auszuprobieren. Dr. Pomers Tipp: „Bleiben Sie bei einem bewährten Produkt.“
 

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