Strippen, Kaffee trinken, High-Heel-Verbot...
von Pia Sundermann
10 Lifestyle-Tipps für ein langes Leben

Das Leben verlängern? Glaubt man dem US-Mediziner David Agus, braucht es dafür lediglich ein paar einfache Regeln für den Alltag.

  • Tipps für ein langes Leben

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    Foto: Getty Images

    Hätten Sie gedacht, dass Strippen zum Gesundheits-Check gehört? Ein regelmäßger Blick in den Spiegel hilft, veränderte Muttermale zu erkennen. Und ruhig mal die High-Heels gegen flache Treter austauschen. Täglich hohe Schuhe tragen, schadet nämlich auf Dauer der Gesundheit und kann im schlimmsten Fall sogar das Risiko für Herz-Kreislaufkrankheiten erhöhen!

David Agus (49) ist einer der renommiertesten – und umstrittensten – Krebsmediziner der USA. Seine Bücher sind Bestseller, doch viele Kollegen hinterfragen den Wissenschaftler: Sie sehen in ihm einen Medizin-Guru, der medizinisches Wissen mit Thesen und viel Charisma vermischt. Nun hat der „Rockstar der Wissenschaft“ ein neues Buch veröffentlicht: „A Short Guide To A Long Life“ (erschienen bei Simon & Schuster). Seiner Meinung nach ist das Rezept für ein langes Leben eine Mischung aus personalisierter Medizin, regelmäßigem Tagesablauf, Bewegung und gesundem Essen. Die wichtigsten Maßnahmen laut Dr. David Agus:

1. Strippen
Stellen Sie sich öfter mal vor dem Spiegel und entledigen Sie sich nach und nach ihrer Kleidung. Und dann geht’s los! Arme hoch, Füße hoch und einmal vor dem Spiegel drehen. Betrachten Sie Ihren Körper vom Haarscheitel bis zu den Fußsohlen. Fallen Hautveränderungen oder veränderte Muttermale auf? Dann sollten Sie unbedingt einen Muttermal-Scan beim Hautarzt vornehmen.

2. High-Heels einlagern
Jeden Tag hohe und unbequeme Schuhe zu tragen, schadet auf Dauer der Gesundheit. Sobald die Füße schmerzen, sollte eine High-Heel-Pause eingelegt werden. Denn: Schmerzen führen zu Gelenkentzündungen, oft mit fatalen Spätfolgen. Sie erhöhen zum Beispiel das Risiko für Herzkrankheiten, Krebs, Diabetes und Autoimmunerkrankungen. Außerdem beschleunigen sie den Alterungsprozess.

3. Airport-Scanner umgehen
Dauerflieger werden eher krank als Nichtflieger. Aber nicht die Flüge, sondern die Scanner im Flughafen schaden unserer Gesundheit. „Denn wissen wir, was die Maschinen mit uns machen?“, schreibt Agus. Solange Körperscanner nicht offiziell als sicher eingestuft werden, empfiehlt der Mediziner, weiterhin eine Abtastkontrollen zu verlangen.

4. Immer zur gleichen Zeit essen
Wenn der Magen knurrt: aushalten! Selbst Snacks wie ein Apfel oder Müsliriegel sind nur gesund, wenn sie immer zur selben Zeit eingenommen werden. Der menschliche Körper braucht Routine, alles andere stresst ihn – und Stress kann einer der Hauptgründe für spätere Krankheiten sein. Außerdem bleiben wir so länger schlank. Auch das lange Ausschlafen am Wochenende bedeutet für uns Gewohnheitstiere nur Stress, wenn wir am Montag wieder pünktlich um sieben aufstehen müssen.

5. Mit Kaffee aufwachen
Anders als bisher angenommen, glaubt David Agus: Schwarzer Kaffee (ohne Zucker und Milch) stärkt unsere Gesundheit. Tägliches Kaffeetrinken, ruhig mehrere Tassen am Tag, kann Herzkrankheiten, Bluthochdruck, Osteoporose und Krebs verhindern.

6. Vitamine zu sich nehmen – aber richtig!
Die meisten Vitamine sind im tiefgefrorenem Obst und Gemüse enthalten. Bei frischen Früchten und Gemüse gehen viele Nährstoffe durch den Kontakt mit Sauerstoff verloren. Finger weg von Vitaminergänzungsmittel! Keine Studie hat bisher bewiesen, dass sie vor Krankheiten schützen. Im Gegenteil: Vitaminpräparate, speziell Antioxidationsmittel, füttern gesunde Zellen – warum sollten sie dann auch nicht Krebszellen füttern?

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7. Regelmäßig Alkohol trinken
Nicht irgendwelchen, sondern Rotwein. Wein als Heilmittel ist so alt wie die Medizin. Schon der Ur-Mediziner Hippokrates empfahl Rotwein zur Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Alles natürlich in Maßen: Frauen sollten laut David Agus täglich ein Glas Rotwein trinken, Männer dürfen sogar zwei Gläser zu sich nehmen.

8. Täglich eine Aspirin schlucken
Studien sollen bewiesen haben, dass die tägliche Einnahme einer gering dosierten Aspirin (75 Milligramm) nicht nur das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen sinken lässt, sondern auch viele andere Krankheiten wie Lungen-, Dickdarm- und Prostatakrebs dank der entzündungshemmenden Eigenschaften bis zu 46 Prozent vermeiden kann. Allerdings: Die These von Agus ist umstritten, da bei gesunden Menschen die Nebenwirkungen von Aspirin gegenüber den positiven Effekten überwiegen. Vor der Einnahme unbedingt Ihren Arzt konsultieren.

9. In Bewegung bleiben
Stundenlanges Sitzen ist nicht gut für uns. Tatsächlich gibt es einen Zusammenhang zwischen vielem Sitzen und Krankheiten wie Fettleibigkeit, Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen. So haben bereits Studien aus den 1950er-Jahren gezeigt, dass Busfahrer in London eher Herzinfarkte hatten als Fahrkartenkontrolleure, die ständig unterwegs waren. Bewegen Sie sich also so oft wie möglich! Einfach mal mit dem Rad statt mit dem Bus zur Arbeit fahren und lieber die Treppe statt des Fahrstuhls nehmen. Tägliches Bewegen bringt mehr, als die ganze Woche nichts zu tun, und dann eine Stunde am Wochenende zu joggen.

10. Gerade stehen
Wer viel sitzen muss, sollte dabei wenigstens Haltung bewahren. Abgesehen von Nacken- und Rückenproblemen kann krummes Sitzen chronische Kopfschmerzen, Arthritis, Durchblutungsstörungen, Verdauungsstörungen, Verstopfung und Nervenkrankheiten hervorrufen. Sportarten wie Pilates stärken den Rücken. Und im Büro öfter mal strecken und recken!

Zugegeben: Viele der Tipps von David Agus sind nicht neu (Kaffee trinken), einige sicher nützlich (High-Heels einlagern), manche unter Kollegen sogar umstritten (täglich eine Aspirin). Aber: sie sind eine gute Anregung, über manche schlechte Angewohnheit nachzudenken. Einmal Mittags um den Block zu gehen, hat schließlich noch keinem geschadet...


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