Kontroverse über „rassistische“ Hautcreme
Dove tritt ins Beauty-Fettnäpfchen

Seit Jahren engagiert sich die Kosmetikmarke Dove für ein gesundes Selbstbewusstsein und gegen falsche Schönheitsideale. In diesem Sinne war die Produkt-Ausrichtung der Körperpflege „Dove Summer Glow“ ungünstig formuliert: „für normale bis dunkle Haut“. Kundinnen sind empört.

  • Dove

    Foto: Getty Images

    Mit der „Initiative für wahre Schönheit“ will Dove Frauen unterschiedlicher Körperformen und Hautfarben dazu bringen, sich schön zu fühlen. Ironisch: Die Marke landet immer wieder mit kontroversen – angeblich diskriminierenden und rassistischen – Botschaften in den Schlagzeilen

2004 fand die Kosmetikmarke Dove in einer Studie heraus, dass sich nur vier Prozent der Damenwelt selbst als schön betrachte. Daraufhin rief sie eine Initiative für wahre Schönheit ins Leben, zeigte Frauen jeglichen Alters, Teints und unterschiedlicher Formen, Cellulite-Dellen und Muttermale inklusive – alle von ihnen attraktiv und glücklich-strahlend. Das Ziel der Kampagne und sämtlicher weiterführender Marketing-Maßnahmen seither: „eine Welt, in der Schönheit eine Quelle für Selbstbewusstsein ist, nicht für Sorgen.“

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Ist dunkle Haut nicht normal?
Dieselbe Marke tritt nun mit einer überaus missverständlichen Produktbeschreibung ins Fettnäpfchen. Die Flasche der Selbstbräunungscreme „Dove Summer Glow“ ziert der Schriftzug: „Nährende Lotion für normale bis dunkle Haut“ – ein Affront für dunkelhäutige Kundinnen; unter ihnen Twitter-Nutzerin Lily Potkin.

Sie postete ein Foto der Körperpflege mit dem Kommentar: „Meine Haut IST normal, ihr Deppen“, und teilt ihre Entrüstung mit immer mehr Usern. „Hat jemand UnileverUK (den Mutterkonzern von Dove, Anm. d Red.) darüber informiert, dass seine Produkte rassistisch sind?“, fragte etwa Vicky Lamb.

Unternehmen spricht von Irrtum
Erstmals hatte die kontroverse Etikettierung 2012 für Aufregung gesorgt. Damals wurde die Lotion vom Markt genommen – einzelne Verpackungen, die versehentlich noch im Handel kursierten, seien Restbestände, erklärte ein Unternehmenssprecher gegenüber dem britischen „Telegraph“. Aber: Wie konnte es überhaupt jemals zu diesem Patzer kommen? „Bei vielen unserer Produkte liegt der Fokus auf der Feuchtigkeitsversorgung, manche nennen wir ‚normale bis trockene Haut‘.“ Besagte „Dove Summer Glow“ gebe es hingegen in den Ausrichtungen ‚hell bis medium‘ und ‚medium bis dunkel‘ – „in diesem speziellen Fall wurden versehentlich falsche Einzelbegriffe kombiniert“, so die Erklärung.

Nicht der erste Faux-Pas
2011 erregte ein Werbeplakat für das Duschgel „Dove VisibleCare Creme Body Wash“ die Gemüter. Darauf waren zwei Wandplakate zu sehen: links eine „Vorher“- und rechts eine „Nachher“-Version, die eine deutliche Hautbildverbesserung veranschaulichen sollten. Davor posierende Frauen – eine dunkelhäutige, eine mit Olive-Teint und eine sehr hellhäutige – suggerierten (wohl unbeabsichtig), dass die Waschlotion den Hautton Schritt für Schritt aufhellen könnte. Das Unternehmen verteidigte sich später, dass alle drei Models den „Nachher“-Zustand darstellten.

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