Schminken in der Öffentlichkeit, frisieren im Büro
von Laura Pomer
Die Beauty Benimm-Regeln

Welche schnellen Handgriffe zum Make-up-Auffrischen gehen auch in der Öffentlichkeit in Ordnung – und welche gehören strikt ins heimische Badezimmer? STYLEBOOK hat bei Knigge-Experten nachgefragt.

  • Beauty-Knigge: Was geht, was geht gar nicht?

    Foto: Getty Images

    Die Queen kennt sich aus in Sachen Benehmen – sollte man meinen. Wir haben Neuigkeiten, Lizzy: Öffentliches Lippennachschminken geht laut Knigge gar nicht!

Scheinbar ungeniert verlagern manche Menschen ihre Schönheitspflege in die Öffentlichkeit. Doch auch wenn sich im schnelllebigen Alltag die Beauty-Routine nicht immer rechtzeitig abschließen lässt, ist das noch kein Grund, in der U-Bahn zur Haarbürste zu greifen oder im Restaurant zum Lippenstift. Oder etwa doch?

STYLEBOOK hat bei Anke Müller, zertifizierte Knigge-Trainerin aus Köln, und Jan Schaumann, Etikette-Experte aus Berlin nachgefragt: Welches Maß an Kosmetik ist öffentlichkeitstauglich? Die Antwort: ein sehr geringes.
 
1. Die Frisur sitzt nicht. Darf ich mich im Büro nachstylen?
Auf keinen Fall! Kamm, Haarspray und Co. haben auf dem Schreibtisch nichts verloren. Auf engem Raum mit anderen sind Bürstenstriche grundsätzlich tabu  – oder würden Sie gerne fremde Schuppen abbekommen?! Eben. „Wer sich unbedingt frisieren möchte, sucht dafür das Badezimmer auf“, rät Anke Müller. Aber auch dort sind herumfliegende Haare nicht gern gesehen. Ob auf der Arbeit oder ist der Gaststätte: Fremde Toiletten sind sauber zu verlassen.

2. Darf ich im Restaurant meine Lippen nachziehen?
Bloß nicht! „Ob abpudern oder Lippen nachziehen: Kosmetische Korrekturen jeglicher Art gehören in den Waschraum“, so Müller. Auch wenn man immer wieder Frauen sieht, die sich nach jedem Gang im Restaurant den Lippenstift nachziehen: Laut Knigge geht das gar nicht, ebenso wenig im Büro. In der U-Bahn mag ein dezentes Auffrischen des roten Kussmundes erlaubt sein, aber machen Sie keine ausgiebige Schmink-Session daraus.

3. Darf ich wildwachsende Augenbrauen unterwegs wegzupfen?
Grundsätzlich gilt: Wo Speisen und Getränke serviert werden, haben lose Haare nichts verloren. Und auch in der U-Bahn oder im Büro will niemand mitbekommen, wie Sie mit gezücktem Handspiegel und Pinzette ans Werk gehen. Wenn Sie ein einzelnes, störendes Härchen entfernen wollen, ist das okay  – allerdings nur im Bad. „Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt. Schließlich lässt die Arbeitszeit nicht endlos viel Spielraum für Schönheitspflege“, findet Schaumann.

4. Darf ich mein Parfüm unterwegs auffrischen?
Unvorsichtiges Nachsprühen in der Öffentlichkeit kommt einer Körperverletzung gleich. Wer Pech hat und den Sprühstoß versehentlich abbekommt, kriegt ihn den ganzen Tag nicht aus der Nase. Davon abgesehen ist „Auffrischen“ ohnehin Quatsch. Sie selbst haben sich zwar nach fünf Minuten schon an ihren Duft gewöhnt, für Ihre Umgebung aber ist er noch Stunden später wahrnehmbar. Durch erneutes Aufsprühen würden Sie den olfaktorischen Reiz verdoppeln – und nicht zu seinem Vorteil verändern. Denn: „Der Körpergeruch verändert sich im Laufe des Tages, jeder Mensch schwitzt“, weiß Jan Schaumann. Und auf unsauberer Haut verändert sich der Duft des Parfüms unangenehm.






 

5. Express-Maniküre in der Öffentlichkeit – geht das?
Nein! Es ist anderen nicht zuzumuten, in meinem Hornstaub zu sitzen,“ bringt es Knigge-Trainerin Müller auf den Punkt. Auch wenn der Fingernagel beim Tippen eingerissen ist: Die Feile bleibt in der Tasche. Höchstens auf der Bürotoilette sind kleine Reparaturen erlaubt, die natürlich nicht viel Zeit beanspruchen sollten. Lackieren sollten Sie grundsätzlich nur zuhause, sonst stinkt's den anderen.

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