Wir waschen Ihnen den Kopf!
Welches Shampoo ist das richtige für mein Haar?

Sie haben trotz Anti-Schuppen-Shampoo mit weißen Flöckchen auf dem Kopf zu kämpfen? Oder ist Ihr Haar – hochwertiges Markenprodukt hin oder – müde, schlaff oder auffällig schnell fettig? Keine Sorge: Sie sind kein hoffnungsloser Fall, sondern haben bloß (zu lange) das falsche Haarprodukt benutzt. STYLEBOOK.de weiß von Experten, welche Pflege die richtige für Sie ist – und was die falsche schlimmstenfalls anrichten kann.

Trocken, fettig, fein oder glanzlos – im Produktregal ist für jedes „Haarproblem“ gesorgt. Trotzdem bringt das scheinbar geeignete Shampoos nicht immer den gewünschten Effekt. So lassen Produkte für strapaziertes Haar die Zotteln schnell müde und noch unattraktiver aussehen. Sogar Anti-Schuppen-Shampoos haben das Problem schon häufig verschlimmert.

  • Shampoo

    Foto: Getty Images

    Die Produktbeschreibungen auf Shampoos – für „feines“, „strapaziertes“ oder „trockenes“ Haar – nehmen Sie nicht ernst, schließ steckt eh nichts dahinter? Von wegen! STYLEBOOK.de verrät, worauf zu achten ist
     

Shampoo ist Shampoo. Aber:
„Beim Haare waschen geht es in allererster Linie ums Reinigen,“ erinnert uns der Berliner Friseur Michael Manthei. Heißt: Bei extremeren Pflegebedürfnissen sind Intensiv-Kuren und Haarseren unverzichtbar. Dennoch kann man mit der entsprechenden Ausrichtung bereits beim Waschen das Haar „in die richtige Richtung“ lenken – und laut Experte Manthei sollte man das unbedingt. „In manchen Fällen macht es sogar Sinn, für einzelne Haar-Partien, sprich am Ansatz und in den Längen und Spitzen, unterschiedliche Produkte anzuwenden.“

Klingt experimentell? Ach wo! STYLEBOOK.de ließ sich von Haarprofi Manthei und dem Münchener Dermatologen Dr. med. Timm Golüke ausführlich über die richtige Shampoo-Anwendung aufklären und weiß jetzt, worauf dabei neben der Haarstruktur zu achten ist. Hier unsere Tipps für jeden Haartypen:

► Sie haben trockenes Haar?
Wer zu strohigen, strapazierten Zotteln neigt, ist mit einem Shampoo für trockenes Haar gut bedient – vorerst zumindest. Es enthält weniger Tenside, die in gewöhnlichen Shampoos als Schaumbilder zum Einsatz kommen, das Haar jedoch austrocknen. Stattdessen reinigt es das Haar auf mildere Weise, beispielsweise mit Essenzen der Kokosnuss, und versorgt es mit rückfettendes Substanzen. So wird der Mangel an Feuchtigkeit und Fett besser ausgeglichen, der bei Ihnen möglicherweise durch eine unzureichende Talgproduktion auf der Kopfhaut ausgelöst und/oder durch äußere Faktoren (trockene Heizungsluft, Chlorwasser, Colorationen, etc.) verstärkt wird.
Extra-Tipp: „Ist Ihr Haar extrem trocken und struppig, genügt das geeignete Shampoo nicht“, erklärt Michael Manthei. „Sie sollten im Anschluss an die Wäsche statt einer einfachen Haarspülung regelmäßig Intensiv-Kuren verwenden.“

► Sie haben fettiges Haar?
Bei Ihnen sind die Talgdrüsen der Kopfhaut überaktiv, weshalb Ihr Haar schnell – bei schlimmer Betroffenen sogar nur wenige Stunden nach dem Haare waschen – nachfettet. Die Talgdrüsenfunktion ist genetisch bedingt und kann durch weitere Faktoren (Hormonschwankungen, Stress etc.) beeinflusst werden. Auf Ihr Problem ausgerichtet sind Shampoos mit „adstringierendem“, also zusammenziehendem Effekt, die die Talgproduktion der Haarwurzeln vermindern; Kräuterzusätze wie Teebaumöl, Zitronenmelisse oder Rosmarin beruhigen die Kopfhaut.
Extra-Tipp: Extreme Härtefälle sind ähnlich zu behandeln wie Akne: vom Hautarzt. „Er kann Ihnen für die Dauer von drei Monaten Isotretinoin verschreiben, das die Talgdrüsen verkleinert,“ weiß Dr. med. Golüke.

► Sie haben lockiges Haar?
Der Preis für eine große Lockenpracht sind meist kaputte Spitzen und ein insgesamt eher aufgefrisselter Look. Der Grund: Das Haar „springt“ und liegt entsprechend nicht so sehr auf der Kopfhaut an, deshalb kommt es kaum mit dem dort produzierten Talg in Berührung, das es geschmeidig machen würde. Und durch die natürliche Krümmung der Haare reibt sich die Schuppenschicht gerne auf. Für eine glatte Oberfläche und ein schöne Wellung verwenden Sie am besten ein Shampoo für strapaziertes Haar. Enthaltene Silikone füllen die aufgesprungenen Stellen auf, sorgen für eine gewisse Schwere und entsprechende Bändigung.
Extra-Tipp: Auch wenn Ihre Mähne einen so wilden Eindruck macht, möchte sie – speziell im nassen Zustand – pfleglich behandelt werden. Grobes Trockenrubbeln mit dem Handtuch oder zusammenknoten würde der Haarstruktur nachhaltig schaden und die aufgefriemelte Optik verschlimmern, egal welches Shampoo Sie verwenden.

  • Shampoo

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    Manchmal macht es Sinn, am Ansatz mit einem anderen Shampoo zu arbeiten als in den strapazierten Spitzen

► Sie haben feines Haar?
Dass Ihr Haar schlaffer und dünner aussieht, als das von anderen, liegt an seiner Struktur. Bei jedem ist es wie ein Tannenzapfen von vielen Keratin-Plättchen ummantelt, Ihres hat von Natur aus nur wenige Keratin-Schichten. Klar: Daran können Volumenshampoos nicht grundsätzlich etwas ändern. Durch ihre Zusammensetzung sorgen sie aber doch für mehr Griffigkeit und Stand. „Volumenshampoos machen das Haar leichter,“ erklärt Experte Manthei. Zudem verhindern sie statisches Aufladen. Natürlich kann auch feines Haar in den Längen und vor allem in den Spitzen brüchig und strapaziert sein. Dagegen hilft eine geeignete Pflege – auch wenn diese, wie eben erklärt, einen erschwerenden Effekt haben kann. „Die Pflege daher niemals auf den Ansatz geben,“ warnt Manthei, „bitte nur in die Längen und Spitzen verteilen.“
Extra-Tipp: Sie wünschen sich mehr Volumen, finden Ihr Haar zudem aber auch glanzlos und matt? Friseur Manthei kennt die Lösung. „Verwenden Sie am Ansatz ein Volumenshampoo, damit das Haar nicht so platt auf dem Kopf liegt, und in den Längen eines für Glanz.“

► Sie haben Schuppen?
In aller Regel entstehen weiße, klebrige Schuppen, die sich in den Haaren festsetzen oder unansehnlich auf die Schulter rieseln, auf einer besonders fettigen Kopfhaut, manchmal werden sie von Hefepilzen verursacht. In diesem Fall zeigen die gängigen Anti-Schuppen-Shampoos zuverlässig Wirkung, die häufig fungizide Zusatzstoffe enthalten. Aber Achtung: Bei vielen haben Schuppen die gegenteilige Ursache. Viele Menschen leiden unter extrem trockener, empfindlicher Kopfhaut, die sich durch Reizung quasi aufreibt. Die gängigen Anti-Schuppen-Shampoos, die ja fast schon peelingartig wirken, würden das Problem trockener Schuppen nur verschlimmern. „Sie sollten milde Shampoos benutzen, am besten mit Urea- oder Glycerin-Zusatz, die die Kopfhaut beruhigen, anstatt sie zu reizen,“ rät Dr. Golüke. Auch Baby-Shampoos sind zu empfehlen.
Extra-Tipp: Sobald Sie Ihre trockenen bzw. fetten Schuppen entspechend behandelt haben, sollte sich das Problem innerhalb von ein bis zwei Wochen wesentlich verbessert haben. Ist dem nicht so, sollten Sie sich beim Fachmann vorstellen. „Oft werden Empfindlichkeitsreaktionen auf der Kopfhaut durch Allergien ausgelöst,“ weiß Dermatologe Golüke. In dem Fall weiß der Experte zu helfen.

Übrigens: Keine Angst vor Shampoos aus dem Supermarkt! Sie sind nicht unbedingt schlechter als die teuren aus dem Fachhandel, bestätigen die Experten, solange Sie auf Ihre Haarbedürfnisse ausgezeichneten sind. Sie sind sich unsicher ob sie trockenes, feines, strapaziertes Haar haben? Fragen Sie einfach Ihren Friseur.

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