Neuer Beauty-Trend: „Cleansing Reduction“
von Laura Pomer
Waschen verboten?

Immer mehr Menschen hören auf, sich zu waschen. Wie bitte? Richtig gehört! Das nennt sich „Cleansing Reduction“, ist der letzte Beauty-Schrei und angeblich nicht nur für die Kopfhaut super gesund. STYLEBOOK wollte wissen, wie sinnvoll der Anti-Hygiene-Wahn tatsächlich ist, und holte sich Tipps von einer Expertin.

  • Beauty-Trend: „Cleansing Reduction“

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    Übermäßige Hygiene ist in Verruf geraten. Zu Recht? Wir haben den zweifelhaften Beauty-Trend „Cleansing Reduction“ unter die Lupe genommen

Haben Sie schon von der „Cleansing Reduction“ gehört? Das heißt „sich weniger waschen“, in England und den USA ist das schon eine richtige Bewegung. Einer britischen Studie zufolge verzichten bereits 41 Prozent der englischen Männer und 33 der Frauen auf tägliches Duschen und Haare waschen. Übrigens nicht der Umwelt zuliebe – sondern um Haut und Haar zu schützen. Übermäßige Hygiene, so die Anhänger, zerstöre den natürlichen Schutzmantel der Haut und trockne die Haare unnötig aus. Außerdem sollen kleine Bakterien nicht abgespült werden, die gut gegen Krankheitserreger sind. Zwölf Prozent der Befragten gaben sogar an, sich nur noch einmal in der Woche gründlich zu reinigen.

Sogar Stars machen angeblich mit! Prinz Harry (29) etwa will laut der britischen „Daily Mail“ vom konventionellen Haarewaschen nichts mehr wissen: er verwende seit zwei Jahren lieber Trockenshampoo. Auch Jessica Simpson (27) und die Olsen-Twins (27) waschen ihre Haare nicht mehr „richtig“ mit Wasser, sondern frischen nur noch mit der pudrigen Textur aus der Spraydose auf. Vom britischen Online-Portal „Stylist“ auf das Geheimnis ihrer blonden Mähne angesprochen, gab Schauspielerin Amanda Seyfried (27) folgenden Tipp: „Nicht waschen!“ Seitdem sie Trockenshampoo für sich entdeckt habe, sei ihr Haar viel gesünder und schöner geworden.

STYLEBOOK wollte wissen: Sind Wasser, Duschgel, Shampoo & Co. tatsächlich ungesund für Haut und Haare? Wir fragten bei der Münchner Dermatologin Dr. med. Sabine Zenker nach.

  • Amanda Seyfriend - Beauty-Trend Cleansing Reduction: Ist Haarewaschen out?!

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    Prominente Wasch-Muffel

    Schauspielerin Amanda Seyfried liebt das Trockenshampoo von Kevin Murphy (ca. 20 Euro). So sehr, dass sie sich um die weltweiten Bestände sorgt: Online lassen sich höchstens zwei Flaschen auf einmal bestellen, klagte sie laut „Stylist“. Richtig mit Wasser waschen würde sie ihr Haar nur noch selten, seitdem sei es aber viel schöner und gesünder



Duschen
Höchstens zweimal die Woche – alles andere würde die Haut zu sehr in Mitleidenschaft ziehen, behaupten Anhänger der „Cleansing Reduction“. Dr. Zenker sieht das anders. „Gerade in Sachen Gesundheit steht Hygiene ganz oben“, sagt sie. Grundsätzlich darf jeder Mensch so oft und lange duschen, wie er gerne möchte. Wenn er danach das Gefühl hat, seine Haut spannt, könnte das Wasser möglicherweise zu heiß gewesen sein, „oder es wurde zu viel Seife benutzt“, so Dr. Zenker. Menschen mit trockener Haut rät die Dermatologin also lediglich zu einem sparsamen Umgang mit Reinigungsprodukten. An den Stellen, an denen es wirklich nötig ist – unter den Achseln, an den Füßen usw. – sind Duschöle besser geeignet, da die im Gegensatz zu Seife zusätzlich zum Reinigen auch fetten. Wem das noch nicht reicht, kann im Anschluss eine geeignete Pflege benutzen.

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Ist Haarewaschen schädlich?
„Wenn man täglich mit Kernseife darauf losgeht, bestimmt“, meint Dr. Zenker. Den idealen Wasch-Rhythmus muss jeder Mensch für sich selbst herausfinden. Aber: „Solange auf haartypgerechte Pflege geachtet wird, ist auch gegen die tägliche Haarwäsche nichts zu sagen.“ Apropos Pflege: Keine Angst vor Shampoos aus dem Supermarkt! Sie sind nicht unbedingt schlechter als die teuren aus dem Fachhandel, bestätigt die Expertin. Grundsätzlich könne jeder es zunächst mit einem für seine Bedürfnisse ausgezeichneten Drogerie-Produkt probieren. Und wer schon nach einem halben Tag das Gefühl hat, sein Schopf sei wieder extrem fettig, sollte die Haarpflege nicht ein-, sondern umstellen – und unbedingt einmal einen Dermatologen aufsuchen. In krankhaften Fällen helfen manchmal nur medizinische Tinkturen oder Tabletten. Mit zu häufigen Haarwäschen hat so ein Problem aber nichts zu tun.

Vom neuerdings so beliebten Trockenshampoo hält Dr. Zenker wenig: „Es legt sich lediglich auf den Haarschaft, Schweiß oder Talgreste werden dabei wohl nicht von der Kopfhaut entfernt.“ Als Hygiene-Ersatz eignet es sich somit nicht, sondern eher als schneller Auffrischer für zwischendurch.

Gesicht reinigen – ja oder nein?
Wir wissen: Die oberste Hautschicht, die äußeren Einflüssen direkt ausgesetzt ist, enthält Eiweiß und Fett. Die beiden Stoffe bilden eine Art Schutzschicht für die Epidermis, um zu verhindern, dass sie an Feuchtigkeit verliert. Wenn sie mit Wasser in Kontakt kommt, quillt die Haut auf und Feuchtigkeit verdampft. Aber darf man sich deshalb nicht mehr waschen? Dr. Zenker gibt Entwarnung: „Reinigung ist sehr wichtig, besonders abends“, um die Spuren des Tages, sprich Make-up, Schweiß und Talgrückstände, zu entfernen. „Dabei ist jedem selbst überlassen, ob er lieber ein Tonic oder Waschgel benutzen möchte.“ Die Produkte hinterher mit Wasser abzuspülen, ist völlig okay, auch zwei Mal am Tag. Entscheidend ist lediglich die Wahl des richtigen Produkts, damit die Haut nicht entweder austrocknet oder überpflegt wird. 

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