Beauty-Phänomen Glykation
von Laura Pomer
Das hilft, wenn die Haut verzuckert

Schon einmal von Glykation gehört? Wenn nicht, dann passen Sie auf. Denn diese Gewebe-„Verzuckerung“ gehört zu den häufigsten Ursachen von Falten und Hautalterung. STYLEBOOK.de klärt mit einem Experten, was man dagegen tun kann.

Wir wissen längst: Falsche Ernährung geht nicht spurlos am Hautbild vorbei. Dass Zellen aber sprichwörtlich „verzuckern“...?! Dieses Phänomen nennt sich Glykation und beschäftigt die Medizin schon lange; vor allem im Zusammenhang mit Diabetes. „Dass sie auch bei gesunden Menschen maßgeblich zur Faltenbildung beiträgt, ist selbst in Fachkreisen eine relativ neue Erkenntnis“, weiß der Münchener Dermatologe Dr. Timm Golüke.

  • Alessandra Ambrosio

    Foto: Getty Images

    Noch hat sie gut lachen! Dabei ist Alessandra Ambrosio (35) eigentlich schon im kritischen Alter für Hautglykation. Ab Anfang/Mitte 30 sollte man zuckerglasierte Leckereien nur noch in Maßen genießen

Was ist Glykation?
Glykation bezeichnet die „Karamellisierung“ oder „Verzuckerung“ der Gewebefasern. Ist der Blutzuckerspiegel häufig erhöht, kann das dazu führen, dass Proteine sich mit Zuckermolekülen verbinden und miteinander verkleben. Durch diese biochemische Reaktion entstehen sogenannte AGEs (Advanced Glycation Endproducts), die der Körper als „nicht normal“ identifiziert und gegen die er Antikörper produziert. Die Folge: „Entzündungsreaktionen, die mit einer Verhärtung von Kollagenfasern einhergehen und die Zellfunktion stören“, erklärt Dr. Golüke. Dadurch verliert die Haut an Elastizität und wird anfälliger für Faltenbildung und Risse.

Erst ab 30 ein Problem
„Im Zuge des natürlichen Reifeprozess der Haut tritt Glykation in der Regel erst ab dem 30. Lebensjahr ein“, erklärt der Experte. Spätestens dann gehört sie aber zu den Hauptursachen „intrinsischer“ Hautalterung – derjenigen also, die nicht durch Umwelteinflüsse wie UV-Strahlen oder Smog ausgelöst wird, sondern durch „innerliche“ Faktoren. Bereits seit den 80er-Jahren forscht die Medizin nach einem Wirkstoff, der AGEs unschädlich machen könnte.

Gegenmittel gefunden?
BASF will mit dem Wirkstoff Collrepair der Durchbruch gelungen sein. Dabei handelt es sich um eine Verbindung, die unter anderem aus einem wässrigen Extrakt von Blättern des Rotwurzelsalbeis und einer Reihe B-Vitaminen besteht. Auch Dr. Golüke hat sich damit bereits auseinandergesetzt. „Der Wirkstoff soll die Produktionen von AGEs stoppen und sogar bereits fortgeschrittene Hautalterung rückgängig machen können.“

Ob er tatsächlich „20 Jahre Hautglykation rückgängig machen“ kann, wie der Konzern behauptet, hält Dr. Golüke für etwas hoch gegriffen, der Wirkstoff habe aber Potential. „Dass Collrepair die Kollagenproduktion fördern und Glykation herabsetzen kann, ist klinisch gesichert.“ Kosmetik-Produkte, die man sich auftragen kann, gibt es bislang aber noch nicht.

Das hilft jetzt schon!
Bis der Wirkstoff Einzug auf dem Kosmetikmarkt hält, sollte niemand Glykation wehrlos gegenüberstehen. Man kann gegensteuern – mit diesen Tipps:

► Konsumieren Sie Zucker in Maßen! Ihn ganz aus der Ernährung zu streichen, ist nicht zu empfehlen. Schließlich enthalten auch gesunde Lebensmittel wie Obst und vereinzelte Gemüsesorten Zucker. Versuchen Sie jedoch, unnötige Extra-Portionen zu vermeiden. Seien Sie vor allem bei Fertiggerichten und -saucen vorsichtig: Sie enthalten Unmengen von verstecktem Zucker.

► Ernähren Sie sich antioxidantienreich! Gegen jede Form von Entzündungen in der Haut, die Falten begünstigen können (Sonne, Luftverschmutzung, Lebensmittel) helfen Antioxidantien. Reich davon sind Lebensmittel wie grüner Tee, Vitamin-C-haltiges Obst und Gemüse, beispielsweise Granatäpfel, Zitrusfrüchte und Paprika.

► Verwenden Sie eine antioxidative Pflege! Cremes mit aktiven antioxidativen Inhaltsstoffen, beispielsweise Fruchtsäuren, Vitamin C oder Retinol, liefern Ihrer Haut einen gewissen Schutz gegenüber freien Radikalen, denen Sie im Alltag begegnen. Achtung: Mit der Anwendung von Fruchtsäuren sollte man im Sommer vorsichtig sein. Wenn man davon zu viel verwendet, ist die Haut schlechter geschützt und man kann eine unregelmäßige Bräune bekommen.

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