Beauty-Trend No Poo: Ist Haarwaschen out?

Foto: Getty Images

Beauty-Trend „No Poo“
Nie wieder Haare waschen?

Lieber „No Poo“ als Shampoo? Einer neuen Bewegung zufolge tut es den Haaren viel besser, von jeglichen Pflegemitteln verschont zu werden. Kann Nichtwaschen tatsächlich die Lösung für eine gesunde Mähne sein? STYLEBOOK ist der haarigen Angelegenheit auf den Grund gegangen.

Gerade erst machte die „Cleansing Reduction“ von sich reden. Stars wie Mary-Kate (27) und Ashley Olsen (27) oder Schauspielerin Amanda Seyfried (28) wollen vom konventionellen Haarewaschen nichts mehr wissen – sie schwören auf Trockenshampoo. Diesem Trend folgt jetzt ein neuer: „No Poo“, kurz für „No Shampoo“. Die Bewegung gründet auf der Meinung, chemische Inhaltsstoffe von Pflegemitteln schadeten der Haarstruktur.

  • Beauty-Trend No Poo: ist Haarewaschen out?

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    Foto: LittleCrunchyOwlMomma

    Fünf Jahre ohne Shampoo: Was vielen ein Graus wäre, erwies sich für Jaquelyn Baers als ultimative Beauty-Lösung: „Mein Haar ist glänzender, es wächst schneller und sieht einfach toll aus“, findet sie. Auf ihrem Blog liefert sie den Fotobeweis









 

„Ich hab mein Haar drei Jahre lang nicht gewaschen“, schrieb Jaquelyn Baers auf ihrem Blog „LittleOwlCrunchyMomma“ schon 2011. Jetzt verriet sie im Interview mit der „Huffington Post“, dass sie vor fünf Jahren aufhörte, Supermarkt-Produkte zu verwenden – „die Zusätze beunruhigten mich“. Sie stieg auf organische Shampoos um, die ihr langfristig aber zu teuer wurden. Fortan verwendete sie eine hausgemachte Rezeptur aus Backpulver und Apfelessig, bis sie merkte, dass ihre Haarqualität darunter litt. Seit drei Jahren nun lebt Baers völlig frei von Shampoo mit dem Ergebnis: „Mein Haar ist so gesund wie noch nie.“

Seit drei Jahren nun lebt Jaquelyn Baers völlig frei von Shampoos mit dem Ergebnis: „Mein Haar ist so gesund wie noch nie.“

Auch Hanna Brooks Olsen vom Wellness-Portal „Blisstree“ ist Anhängerin der „No Poo“-Idee. Schon nach zwei Wochen sei ihr Haar „strahlender, leichter und viel weniger stumpf“ gewesen als vorher. Sie empfiehlt jedem, Shampoo wegzulassen – allerdings unter Vorbehalt: „Ihr dürft nicht erwarten, dass euer Haar sich sofort daran gewöhnt!“ Zunächst müsse man mit einer Art Haar-Pubertät rechnen, da die Fettbildung sich erst regulieren müsse. Was danach bleibt, ist allerdings eine natürlich glänzende Mähne!

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Andere Erfahrungen hat allerdings Journalistin und „Vogue“-Autorin Christa D'Souza (50) gemacht. Auch sie stellte sich der Herausforderung: sechs Wochen ohne Haarewaschen. Immerhin habe sogar Celebrity-Hairstylist Guido Palau vom tollen Haar seines Vaters geschwärmt, das dieser einem Leben ohne Shampoo verdanke. Dem „W-Magazine“ berichtete D'Souza von ihren persönlichen Erfahrungen, die sich nach zehn Tagen – mit Bikram-Yoga-Sessions und Grillabenden – olfaktorisch bemerkbar gemacht hätten. „Lass dich nicht täuschen: Sauberes Haar riecht anders.“

STYLEBOOK hat bei zwei Experten nachgefragt, die von dem neuen Trend ebenfalls wenig halten.
Um den Talg von Kopfhaut und Haar zu lösen, seien Reinigungsprodukte unerlässlich, findet der Dermatologe Dr. med Adam Pomer aus Frankfurt am Main.

Heutzutage gibt es sehr milde Shampoos, die frei von reizenden Zusätzen sind“, sagt er auf Nachfragen von STYLEBOOK. Wer sein Haar nicht mindestens einmal pro Woche wäscht, riecht, so Pomers Urteil.

Auch Dr. Dirk Meyer-Rogge ist kein „No Poo“-Fan. Der Karlsruher Hautarzt räumt ein, dass man Talg auch ohne Reiniger loswerden kann – „sofern das Wasser warm genug ist! Fett sei ab etwa 50 Grad löslich und diese Wassertemperatur für die Kopfhaut gut verträglich. Trotzdem werde das Haar schneller sauber, wenn man es shampooniert.





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