Brauche ich Botox? Helfen Cremes gegen Falten?
10 Wahrheiten über Anti-Aging-Pflege

Die schlechte Nachricht zuerst: Wir alle werden älter. Die gute Nachricht: Altern lässt sich aufhalten. STYLEBOOK.de beantwortet die zehn wichtigsten Fragen zum Thema Anti-Aging.

  • Tatjana Patitz

    Foto: getty images

    Wir will schon Falten wegcremen, wenn man mit so attraktiv und bildschön aussehen kann wie Ex-Supermodel Tatjana Patitz. Die wird im nächsten Jahr übrigens auch schon 50 Jahre alt

1. Können Cremes Falten wirklich ausradieren?
Leider nicht. Die gute Nachricht: Wer frühzeitig konsequent pflegt und schützt, sieht länger jünger aus. „Spezielle Anti-Aging-Cremes enthalten Stoffe, welche die Hautalterung verzögern, erste Alterserscheinungen abmildern und tatsächlich hinauszögern”, erklärt Dr. Sabine Zenker, Dermatologin aus München. Wirklich deutlich verringert werden Falten — allerdings für begrenzte Zeit — mit Massnahmen aus der dermatologisch-ästhetischen Toolbox: Botulinumtoxin, Filler, Peelings, Laser bis hin zu OPs wie Face-Lift.

2. Welche Inhaltsstoffe helfen am besten gegen Falten?
Ein Großteil unserer Faltenbildung im Gesicht geht auf die Wirkung der UV-Strahlen zurück – genauer gesagt auf die Bildung von freien Radikalen, die beim Sonnenbaden ohne Sonnenschutz in der Haut entstehen. „Von allen Inhaltsstoffen, die Hersteller in Pflegecremes mischen, ist ein UV-Schutz daher das wirksamste Mittel, um Falten vorzubeugen“, so Dr. Zenker. Anti-Aging-Wirkung haben außerdem Antioxidantien (Vitamin C, Vitamin E, Retinol, Q 10), Mineralstoffe und Spurenelemente (Kupfer, Zink, Magnesium), Kollagen-Stoffwechsel anregende Stoffe wie Peptide sowie Feuchthaltesubstanzen wie Hyaluronsäure.

3. Ab welchem Alter sollte ich eine Anti-Aging-Creme benutzen?
Mit Mitte 20 fängt die Haut an zu altern. Sie produziert nach und nach weniger Lipide und fährt die eigene Hyaluronsäure- und Kollagenproduktion zurück. „Trotzdem sollten Sie mit Mitte 20 nicht die reichhaltigste Pflegecreme benutzen”, warnt Dr. Sabine Zenker. Die richtige Wahl sind Gesichtscremes mit potenten Feuchtigkeitsspendern wie Aloe Vera oder Hyaluronsäure plus Lichtschutz, mindestens Faktor 15.

4. Welche Rolle spielen die Gene bei der Hautalterung?
Gene sind eine Ursache fürs Altern, die wir nicht beeinflussen können.Studien belegen, dass das Erbgut zu rund 25 Prozent entscheidet, wie schnell und in welchem Ausmaß wir altern. Das heißt im Umkehrschluss aber auch: Den Löwenanteil, nämlich 75 Prozent, haben wir also selbst in der Hand“, weiß Frau Dr. Zenker. So können wir unter anderem mit ausgewogener Ernährung, regelmäßiger Bewegung und ausreichend Schlaf, kontrollierter UV-Bestrahlung und Verzicht auf Nikotin schon sehr viel zu gesund alternder Haut beitragen.

5. Sollte ich eine spezielle Nachtcreme verwenden?
Ab 30 ist die Kombi aus Tages- und Nachtcreme sinnvoll, weil die Haut anspruchsvoller wird. Tagsüber ist sie vor allem auf Abwehr gegen UV-Strahlen und Umweltbelastung eingestellt. Tagescremes unterstützen sie dabei, zum Beispiel mit Radikalfängern und einem Lichtschutzfaktor. Im Schlaf laufen Reparaturmechanismen und die Zellteilung auf Hochtouren, Nachtcremes unterstützen dieses körpereigene Repair-Programm.

6. Brauche ich unbedingt eine spezielle Augencreme?
Ja. Die Partie rund um die Augen gehört zu den empfindlichsten Körperregionen. Sie ist etwa dreimal so dünn wie die übrige Gesichtshaut. Stützendes Unterhautfettgewebe und Talgdrüsen, die vor dem Austrocknen schützen, sind hier wenig vorhanden. „Um Trockenheitsfältchen zu vermeiden, braucht die Augenpartie schon früh viel Feuchtigkeit und Wirkstoffe, welche die Kollagen- und Elastinbildung anregen. Eine Augencreme ist deshalb ab Ende 20 ein Muss, wenn man Wert auf Faltenprävention legt“, rät Frau Dr. Zenker.

7. Muss ich zusätzlich ein Anti-Aging-Serum verwenden?
Ein Serum ist eine Zusatz- und Intensivpflege, zu der Sie ab Ende 20 greifen können, wenn spezifische Probleme wie Falten, müder Teint, Pigmentflecken oder große Poren bearbeitet werden sollen. Seren enthalten eine konzentrierte Ladung an aktiven Substanzen und lassen die Haut — je nach Wirkstoff — sofort frischer und strahlender aussehen. Am besten morgens und abends nach der Gesichtsreinigung, aber noch vor der Tages- und Nachtpflege auftragen.

8. Sind Anti-Aging-Cremes zu reichhaltig, wenn meine Haut zu Unreinheiten neigt?

„Viele Frauen haben mit Spätakne-Erscheinungen zu kämpfen. Die Gründe dafür sind unterschiedlich: Kosmetika, Allergien, hormonelle Störungen“, weiß die Hautärztin. In diesem Fall sollten Sie zu speziellen Anti-Aging-Cremes für unreine Haut greifen. Sie reduzieren den Talgfluss, regulieren Entzündungsprozesse, mattieren den Teint und haben gleichzeitig einen Verjüngungseffekt. Lassen Sie sich in diesem Fall unbedingt von Ihrem Hautarzt beraten.

9. Was kann ich gegen Pigmentflecke tun?
Gegen einen ungleichmäßigen Hautton sollen Spezialprodukte, die die übermäßige Produktion von Pigmentzellen bremsen und gleichzeitig vorhandene Flecken sanft aufhellen, helfen. „Aus dermatologischer Sicht sind solche Produkte jedoch nicht effektiv. Sie können im Idealfall nur mäßig helfen, selbst bei konsequenter Anwendung über mehrere Wochen“, so Dr. Zenker. Dermatologische Spezialbehandlungen seien — je nach Erfahrung des behandelnden Arztes – dagegen sehr wirksam. Am wichtigsten sei ein hoher Lichtschutzfaktor zur Vorbeugung.

10. Kann ich den Alterungsprozess meiner Haut mit meiner Ernährung beeinflussen?
„Eine gesunde Ernährung trägt auf jeden Fall zu einem gesünderen und somit zu einem optisch jüngeren Erscheinen der Haut bei. Gesundes von innen kann vorbeugend und auch nachhaltig gegen Falten sein“, sagt die Anti-Aging-Expertin. Grüne Gemüsesorten wie Spinat lindern dank ihres hohen Vitamin-B-Gehalts kleine Entzündungen und sorgen für frische, gesunde Haut. Eine sehr hohe Schutzwirkung gegen freie Radikale haben Beeren und Tomaten. In Fischsorten wie Seelachs und Forelle sind Omega-3-Fettsäuren enthalten, die als Bausteine unserer Zellmembranen die Haut festigen. Vitamin C, das zum Beispiel in Zitrusfrüchten und Erdbeeren steckt, hilft dem Körper bei der Kollagen-Produktion und ist so eine wichtige Ernährungskomponente im Kampf gegen Falten.

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