Schönheits-OPs boomen
von Julia Wagner
7 Fragen, die Sie Ihrem Beauty-Doc stellen sollten

Die Zahl der Schönheitsoperationen in Deutschland steigt stetig an. Dabei ist es alles andere als leicht, den richtigen Beauty-Doc zu finden. Deswegen ist es umso wichtiger, dass Sie Ihrem zukünftigen Schönheitschirurgen die richtigen Fragen stellen, um herauszufinden, ob es sich um einen seriösen Arzt handelt.

Die Deutschen legen sich immer häufiger unters Messer. Die Zahl der Schönheitsoperationen hierzulande ist nach Angaben zweier Fachgesellschaften 2015 um rund neun Prozent gestiegen. Die Gesamtzahl dürfte sich, laut Schätzungen der Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen, auf etwa 80.000 im letzten Jahr belaufen.

Das Problem dabei: Kaum jemand gibt zu, dass er sich unters Messer gelegt hat. Umso schwieriger ist es daher, auf Empfehlung zu einem Beauty-Doc zu gehen. Den perfekten Schönheitschirurgen findet man allerdings auch nicht unbedingt im Netz. Schließlich ist das Angebot hier groß. Wer nicht weiß, worauf dabei zu achten ist, gerät schnell an den Falschen.

  • Beauty-Doc

    Foto: Getty Images

    Eine Schönheitsoperation muss gut überlegt sein und auch der Arzt sollte sorgfältig ausgesucht werden. Schließlich soll Sie diese besser aussehen lassen und nicht unglücklich machen

„Gute Bewertungen können Sie sich für wenige Euros erkaufen. Darauf würde ich also nicht ausschließlich setzen“, verrät Dr. Ahmmed Ziah-Taufig, Facharzt für Chirurgie und Plastische Chirurgie und Präsident der Gesellschaft für Plastische Chirurgie, aus Köln. Wir haben ihn daher gefragt, wie man mit den richtigen Fragen einen richtig guten Spezialisten findet.

Diese 7 Fragen sollten Sie Ihrem Beauty-Doc unbedingt stellen:

1. Wie viel wird diese OP bei Ihnen kosten?
Jede Stadt hat unterschiedliche Preise für Schönheits-OPs. In München kosten Eingriffe etwa wesentlich mehr als in Berlin. „Berlin liegt näher an Polen, wo die Preise für Eingriffe deutlich günstiger sind, deshalb hat man sich den Kosten des Nachbarlandes etwas angepasst. Günstige Ärzte im Ausland sind aber nicht unbedingt schlechter“, erklärt Taufig. Sein Tipp: Rufen Sie vier bis fünf Ärzte aus Ihrer Stadt an, um ein Gefühl für den durchschnittlich üblichen Preis der OP zu bekommen. Vorsicht bei extrem günstigen Angeboten.

2. Kann ich Patienten treffen, die Sie bereits operiert haben?
„Vergessen Sie Vorher-Nachher-Bilder, diese können von irgendwo stammen“, erklärt Taufig. Ebenso schlecht: Telefonnummern von Ex-Patienten. „Im schlimmsten Fall ist das die Nummer der Freundin oder Bekannten Ihres Arztes“, so Taufig weiter. Lassen Sie sich lieber Patienten zeigen, bei denen der Eingriff vor kurzem vorgenommen wurde und welche, bei denen er schon länger zurückliegt. Nur so können Sie sich ein realistisches Bild machen. „Ich frage meine Patienten, ob es Ihnen recht sei und dann stelle ich sie einander vor. Jeder gute Arzt ist damit einverstanden, dies zu tun und hat genügend Patienten dafür in der Kartei“, so der Experte. Am besten sei noch immer die Mund-zu-Mund-Propaganda. „Bedenken Sie bitte, dass Empfehlungen in manchen Online-Portalen vielfach Fakes sind“, warnt der Experte.

3. Halten Sie Vorträge über Ihr Fachgebiet?
Wie gut sich jemand in seinem Gebiet auskennt und fortbildet, erkennen Sie ganz leicht an seinem Engagement. „Hält jemand Vorträge, besucht Kongresse und gibt sein Fachwissen an Kollegen weiter, dann können Sie sich sicher sein, dass dieser Arzt seinen Job gut kann“, weiß Taufig. Diese Informationen können Sie übrigens auch bei den Fachgesellschaften erfragen.

4. Welchen Kollegen würden Sie für diesen Eingriff empfehlen?
Generell macht es Sinn, zwei bis drei Meinungen von unterschiedlichen Ärzten einzuholen. So bekommen Sie auch ein besseres Gefühl dafür, welche Probleme im schlimmsten Falle eintreten können. „Wenn ein Arzt zögerlich reagiert, dann kann dahinter Unsicherheit stecken. Fragen Sie in diesem Fall, welchen Kollegen er für diesen speziellen Eingriff empfehlen kann“, rät der Experte.

5. Sind Sie im Notfall erreichbar?
„Als Patientin sollten Sie nicht nur über die Risiken eines Eingriffs aufgeklärt werden, sondern auch, wie ein Arzt damit umgeht, wenn tatsächlich Komplikationen eintreten. Ist die Praxis und die Mannschaft für Notfälle ausgelegt und organisiert? Wer kümmert sich um die Nachsorge, wenn etwas passiert – das sind ganz wichtige Fragen, die vorher abgeklärt werden müssen“, so Taufig.

6. Mit welchem Krankenhaus arbeiten Sie im Falle einer Komplikation zusammen?
„In der zuständigen Abteilung des jeweiligen Krankenhauses sollte Ihr Arzt bekannt sein. Das ist beruhigend für Sie, falls Ihr Arzt mal bei einem Problem nicht erreichbar sein sollte oder eine Komplikation stationär behandelt werden müsste”, so Taufig.

7. Haben Sie eine Haftpflichtversicherung?
Wer zahlt, wenn im schlimmsten Fall etwas schiefgeht? „Diese Frage stellt sich vor allem, wenn Sie einen Eingriff im Ausland vornehmen lassen“, erklärt Taufig. Im schlimmsten Fall gehen Sie als Patientin leer aus, wenn Sie Ihren Arzt verklagen, Ihnen vor Gericht Schadenersatz zugesprochen wird – Ihr Arzt aber pleite ist.

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