Warum NICHT putzen manchmal besser ist
von Laura Pomer
7 Tipps für tolle Zähne

Beschleicht Sie ein schlechtes Gewissen, wenn die Kollegin nach der Mittagspause mit der Zahnbürste bewaffnet im Bad verschwindet? Unnötig! STYLEBOOK.de verrät, wann und wie Zähneputzen wirklich sinnvoll ist.

„Je öfter, desto besser“ – so lautet logischerweise das ungeschriebene Gesetz, wenn es ums Zähneputzen geht. Oder doch nicht? STYLEBOOK.de hat sieben Tipps zum Thema Zahnpflege, die Sie überraschen dürften.

  • Karolína Kurková

    Foto: Getty Images

    Model Karolína Kurková (31) beweist: Ein strahlend-schönes Lächeln fällt auf! Damit auch Sie das Beste aus Ihrem herausholen können, haben wir ein paar einfache Pflege- und Hygiene-Tipps

1. Greifen Sie zu Kaugummis statt Zahnpasta
Gerade erst den letzten Bissen geschluckt, flitzen Hygienefanatiker gerne direkt zum Zähneputzen. Vorbildlich? Von wegen: Im schlimmsten Fall kann das den Zähnen sogar schaden! Der Grund: Nach dem Verzehr von Essen, insbesondere säurehaltiger Lebensmittel (z.B. Fruchtsäfte, Obstsorten wie Kiwi oder Äpfeln) entstehen im Mund in der Folge Säuren. Diese greifen die Mineralien aus dem Zahnschmelz an, was ihre Schutzschicht schwächt – werden die Zähne nun geputzt, die Säuren also „einmassiert“, geht der Zahnschmelz dauerhaft mit ab. Vor allem Menschen mit Zahnfleischrückgang riskieren hier Schädigungen bis hoch zum Zahnbein. Deshalb: Frühestens eine halbe Stunde nach dem Essen zur Zahnbürste greifen – in dieser Zeit wurde im Mund genügend Speichel gebildet, um die Säure zu neutralisieren. Direkt nach dem Essen hilft auch ein zuckerfreies Kaugummi, um die Speichelproduktion anzuregen.

2. Putzen Sie mit Fluorid
Klar, auch wir wissen von der Diskussion: In handelsüblicher Zahncreme enthaltenes Fluorid (die Salze der Fluorwasserstoffsäure) soll den Körper vergiften, sogar Zähne und Knochen zerbröckeln lassen. Immer mehr Menschen setzen deshalb auf Bio-Pasten, die explizit ohne Fluorid hergestellt werden. Das Problem: Der Zahnschmelz braucht Fluorid, um widerstandsfähig gegenüber Säuren zu sein. Ohne intakte Schutzschicht würde sich der Zahnschmelz verfärben und, schlimmer noch, langfristig abbauen. Und ist er erst einmal weg, bleibt das schmerzempfindliche Zahnbein schutzlos zurück. Zudem belegen etliche klinische Studien, dass Rezepturen ohne Fluoride keine Kariesprophylaxe bieten, auch bei Stiftung Warentest fallen sie durch. Ohnehin wäre Fluorid höchstens in extremen Mengen giftig. Und die kann man durch gewöhnliches Zähneputzen gar nicht aufnehmen.

3. Verwenden Sie genügend Zahnpasta
Die meisten Menschen vertrauen auf den Richtwert mit der Erbse, verwenden also eine erbsengroße Menge – immerhin hat sich inzwischen herumgesprochen, dass der überlange Streifen aus der Zahnpasta-Werbung zu viel des Guten ist. Umgekehrt gilt aber auch: Ist die Menge zu gering, können die enthaltenen Wirkstoffe sich nicht gründlich genug entfalten, um die Zähne zu reinigen. Ein Streifen von einem Zentimeter Länge ist daher ideal.

4. Ändern Sie Ihre Putztechnik
Bestimmt putzen auch Sie noch in der Rotationstechnik, die sie zu Kindheitstagen gelernt haben, oder? Experten jedoch warnen: Durch die kreisende Bewegung der Bürste werden Bakterien und Zahnbeläge nicht entfernt, sondern unter den Zahnfleischrand geschoben, dadurch können Entzündungen entstehen. Als effektivste Methode gilt in Fachkreisen die Fegetechnik. Dazu die Zahnbürste leicht schräg ansetzen, am Übergang vom Zahnfleisch zum Zahn, und die Beläge quasi wegwischen.

5. Spucken statt spülen
Zähne putzen, Mund mit Wasser durchspülen und das Ganze ins Becken spucken – so passiert es zweimal täglich in deutschen Badezimmern. Das Problem: Auf diese Weise werden die Wirkstoffe der Zahnpasta mit hinausgespült. Besser ist es, die Zahncreme-Reste nach dem Putzen ohne Spülen auszuspucken, so können sich die Wirkstoffe besser am Zahn anlagern und dort ihre Schutzwirkung entfalten. Keine Angst, die geringfügigen Mengen Zahnpasta, die so geschluckt werden, sind gesundheitlich absolut unproblematisch (auch bei fluoridhaltigen Rezepturen!). Hersteller müssen nachweisen, dass ihre Pasten unbedenklich sind, bevor sie zugelassen werden.

6. Putzen Sie nicht zu oft
In Sachen Hygiene dürfte ja eigentlich die Faustregel lauten: Mehr hilft mehr – doch so ist es gar nicht. Zu häufiges Zähneputzen kann durch die ständige Manipulation zu Putzdefekten führen, wie freiliegenden Zahnhälsen, die empfindlich auf Kälte, Wärme oder Süßes reagieren. Werden die Zähne gründlich für jeweils drei Minuten gereinigt, genügt zweimaliges Putzen am Tag, also morgens und vor allem abends vor dem Schlafengehen. Insbesondere Zahnbürsten mit harten Borsten und Pasten mit „Whitening“-Effekt, die Abrasiv­stoffe enthalten (also Putzkörper, die Verfärbungen abreiben) sollten keinesfalls noch häufiger angewendet werden: Das wäre zu aggressiv für den Zahnschmelz.

7. Verwenden Sie täglich Zahnseide
Dass auch die modernsten Bürste nicht in die Zahnzwischenräume kommen, ist bekannt. Viele Menschen verwenden deshalb eine Munddusche oder antibakterielle Spülung – was leider nicht ausreicht. Bakterienbeläge können nur mechanisch entfernt werden, heißt: mit Interdentalbürsten oder der guten alten Zahnseide. Wer nicht täglich eins davon verwendet, risikiert Karies und unschöne Verfärbungen an den Zähnen.

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