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Vierbeiner als Accessoires
Accessoires & Sterne-Menüs: Ab wann geht Tierliebe zu weit?

Wer sein Tier liebt, kann es heutzutage rund um die Uhr verwöhnen. Auch wenn Halter nur in bester Absicht handeln, kann dabei jedoch vieles falsch gemacht werden. STYLEBOOK.de erklärt, ab welchem Punkt die Liebe für Katze, Hund & Co. zu weit geht.

Ein Hundeleben! Was im Volksmund eigentlich für elende Verhältnisse steht, haben heute viele Herrchen und Frauchen ins Gegenteil umgewandelt. Die geliebten Vierbeiner bekommen nur noch das Beste vom Besten. Werden – falls es ihnen kalt ist – warm eingepackt, geschmückt und mit dem Hochwertigsten gefüttert. Artgerecht? Geht so. Und genau da liegt das Problem.

  • Tori Spelling Hund

    Foto: Getty Images

    Schauspielerin Tori Spelling knutscht ihren Hund nicht nur ab, sie verpasst ihm auch eine Basecap

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Ein Tier sollte ein Tier bleiben

„Heutzutage sind Hund, Katze oder Pferd vollwertige Sozialpartner“, sagt die Diplom-Psychologin Andrea Beetz. Sie setzt sich seit 20 Jahren intensiv mit Mensch-Tier-Beziehungen auseinander und weiß, dass eine gute Verbindung zwischen Hastier und Halter messbare Auswirkungen auf die Gesundheit hat. So konnten Wissenschaftler laut Beetz die wohltuende Wirkung des Streichelns bei Mensch-Hund-Gespannen nachweisen, etwa, dass der Blutdruck sank und Stresshormone schneller abgebaut wurden. Dennoch:

  • Hunde

    Foto: Getty Images

    Hunde können nicht protestieren, wenn ihre Frauchen sie zum tierischen Schönheitswettbewerb anmelden

Übervorteilung kann schaden

Wenn Ihr Hund etwa mit traurigen Augen unter dem Esstisch hervorlugt und sich nichts sehnlicher wünscht, als ein Stück des duftenden Steaks auf Ihrem Teller – geben Sie da nach? Lieb gemeint. Aber falsch gemacht! Schlimmstenfalls ist Grillfleisch mit Knochenresten lebensbedrohlich für Ihr Tier, da die kleinen Splitter dessen Darmwänden schaden können. Auch Mariniertes und stark Gewürztes vertragen Hundemägen schlecht, rohes Schweinefleisch kann sie sogar ernsthaft krank machen. Besser: Dem Vierbeiner ein (für ihn vorgesehenes Hundefutter-Konserven-)Mahl vorsetzen und dieses zelebrieren, als wäre es ein Festschmaus.

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  • Lisa Vanderpump

    Foto: Getty Images

    TV-Moderatorin Lisa Vanderpump (56) macht Hundedame Giggy gerne wie ein Püppchen zurecht, wenn ein Roter-Teppich-Auftritt ansteht

Dass die tierischen Mitbewohner ruhig verwöhnt werden und menschlichen Komfort genießen dürfen – diese Meinung vertritt die Schweizer Tiertrainerin Judith Böhnke, jedoch nicht ganz uneingeschränkt. „“, sagt die Expertin. Insbesondere sollten Herrchen und Frauchen die geistige Kompetenz ihrer Haustiere nicht überschätzen. „Die emotionale Wertigkeit sollte man den Leuten lassen.“

  • Hund mit Frauchen

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    Auf der Wiese will (und soll!) der Vierbeiner laufen, nicht nur gekrault werden

Die Entscheidung für ein Tier nicht nebenbei treffen

Immer wieder machen auch „Animal Hoarder“ Schlagzeilen, also Menschen, die Tiere sammeln. Das sei zunächst nicht unbedingt ein Problem, erklärt Diplom-Psychologin Beetz. „Es hängt nicht von der Tieranzahl, sondern vom Versorgungsstatus ab.“ Wenn Haltern jedoch alles über den Kopf wächst – etwa aufgrund einer Lebenskrise, (Drogen-)Sucht oder Erkrankung – und sie die Bedürfnisse der tierischen Mitbewohner nicht mehr richtig deuten können, bestehe Handlungsbedarf.

Sehr kritisch seien „Event-Verschenker“ und solche, die die Anschaffung eines Tieres leichtfertig entscheiden. Bärbel Rogoschik, Leiterin des Artenschutzzentrums Leiferde (Kreis Gifhorn), warnt davor, dass die Verfügbarkeit über Tierbörsen oder im Baumarkt eine gänzlich unbedachte Anschaffung möglich macht. Eine Baby-Kornnatter etwa – richtig: eine Schlange! – könne man bereits für einen Euro kaufen. Den Käufern sei in solchen Fällen nicht immer bewusst, dass das Tier in Wahrheit einen ungleich viel höheren Wert hat – und dass sie sich mit der Anschaffung eigentlich auf Jahre zur Fürsorglichkeit verpflichten. „Die Leute kaufen das, weil es cool ist.“ Auf die Idee, dabei könnte es sich um Tierquälerei handeln, kommen sie selbst gar nicht. „Reptilien schreien ja leider nicht.“ Viel zu oft wird Rogoschik  jedoch mit ausgesetzten oder verwahrlosten Reptilien konfrontiert.

„Coole“ Tiere können leiden

Viele Halter von Hunden und Katzen packen ihre Tiere warm ein, wenn es kalt wird. Tatsächlich ist es aber nicht in jedem Fall und bei jeder Rasse empfehlenswert, Jäckchen, Pullover oder gar Mützchen zu tragen. Windhunde etwa benötigen einen warmen Überwurf, da sie aufgrund ihres kurzen Fells und ihrer drahtigen Statur schnell frieren, Hunde mit normallangem Fell und üppigerer Statur können darauf getrost verzichten. Das lassen sie auch durchblicken, wenn sie eigentlich herumtollen wollen, durch die Klamotte jedoch eingeschränkt sind. Katzen sind generell nicht fürs Angezogenwerden gemacht: Ist es ihnen zu kalt, bleiben sie einfach drin. 

From @ashmiemu: "...Baa🐑" #catsofinstagram

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