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Die Dating-App hat ausgedient
von Laura Pomer
Ausgewischt! Sieben Gründe, warum Tinder am Ende ist

Sie hat das moderne Dating revolutioniert, kann uns nun aber echt gestohlen bleiben: die Flirt-App Tinder. STYLEBOOK.de erklärt, warum sie aktuell so viele vom Handy löschen. Und was sie bereits unwiderruflich zerstört hat.

Seit mehr als vier Jahren gibt es die Dating-App, die sich rasend schnell in die Herzen unzähliger liebeshungriger User stahl. Und sie hatte durchaus ihre Daseinsberechtigung: Für all jene, die im echten Leben in Beziehungsangelegenheiten eher schüchtern waren und/oder nur wenig Zeit zum realen Flirten fanden, war Tinder eine Art Befreiungsschlag. Der Hype währte lang. Jetzt aber scheint er am Ende zu sein. Und das hat diverse Gründe.

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  • Frau mit Handy

    Foto: Getty Images

    Heute nutzt man sie nur noch aus Langeweile: die Smartphone-App Tinder

1. Mal im Ernst: Es funktioniert nicht!

. Und seine explizite Betonung unterstreicht, dass es sich dabei um ein extrem seltenes Phänomen handeln muss. In den meisten Fällen ist es ohnehin so, dass jene lauthals gelobten Verbindungen nach wenigen Monaten doch am Ende sind. Wer Tinder nutzt, sollte also wissen, warum: um schnellen Sex oder eine langfristige Liebe zu finden? Ersteres klappt jedenfalls einfacher.

2. Es ist ekelhaft

Klar macht es Spaß, von Gesicht zu Gesicht zu wischen, und es macht sogar ein Stück weit süchtig. Aber mal Hand aufs Herz: Sich über die große Nase von Typ A, die angeberische Posen der Typen B, C, D und E oder den spärlichen Bartwuchs von Typ F zu amüsieren, bis man zum (ideal beleuchteten, womöglich fotobearbeiteten) Traummann gelangt, hat doch etwas - sagen wir - Seichtes. Zumal frau die Vorstellung wohl auch nicht mag, das Opfer des Gespötts auf der anderen Seite zu sein. Umgekehrt ist auch das kurze Glücksmoment, wenn der bewusst gewählte eigene Bildausschnitt mit einem „Like“ prämiert wurde, eigentlich ein fragwürdiges und wenig dauerhaftes Erfolgserlebnis.

  • Frauen beim Lunch

    Foto: Getty Images

    Eigentlich nicht nett: sich über die Fotos anderer Tinder-Singles lustig zu machen

3. Es ist ausgelutscht

Was am Anfang neu und zugegebenermaßen ganz cool war, hat man nun seit Jahren gemacht. Das Tinder-Checken wo auch immer man gerade einen Moment hat, in der U-Bahn, an der Schlange im Supermarkt, verwandelte sich durch Abnutzung langsam aber sicher in einen öden Zeitvertreib. .

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4. Es hat das reale Flirten ruiniert

Wie oft sitzt man mit ECHTEN Menschen in einer ECHTEN Bar – und sieht Gäste hochkonzentriert auf ihren Handybildschirm starren?! Was im Einzelfall einfach nur glücksbehindernd sein kann (immerhin beherbergt das schwarze Hemd da drüben womöglich den Mann fürs Leben, dieser ist aber durch seine virtuelle Brautschau zu abgelenkt), hat bereits nachhaltigen Schaden angerichtet. Tinder-Verseuchte machen sich mitunter gar nicht mehr die Mühe, sich mit realen Singles auseinanderzusetzen, eine interessante Person um ihre Nummer zu bitten und sich mit ihr zu verabreden – praktisch alles Wissenswerte lässt sich ja bereits im Chat abhaken. Von solchen Exemplaren gibt es bereits viel zu viele.

5. Die Altersgrenze hat fatale Tücken

Der gesellschaftliche Jugendwahn macht nicht ausgerechnet vorm Online-Dating Halt. Und auch wenn man ihnen etwas mehr Selbstbewusstsein wünschen möchte, kann man es schon nachvollziehen, wenn Männer Ü-40 sich ein wenig jünger schummeln. Alleine schon aus Angst, dass keine Tinderella die Alters-Obergrenze potenzieller Flirts so großzügig setzt. Dabei gibt es selbstverständlich Frauen, die bewusst die reifere Abteilung absuchen, in der Hoffnung, dass sich hier der eine oder andere weniger eitle und nicht einzig auf sexuelle Abenteuer erpichte Nutzer tummelt. Die beiden Singles, die füreinander wirklich perfekt wären, haben sich so allerdings schnell verpasst.

6. Es gibt längst etwas Besseres

… etwa Bumble: eine Dating-App, die quasi all das umkehrt, was Tinder-Kritiker sexistisch und frauenverachtend finden. Das Grundkonzept ist Tinder ähnlich, bloß kommt es nur dann zum Kontakt, wenn SIE den ersten Schritt macht – und zwar innerhalb von 24 Stunden, nachdem er ihr ein „Gefällt mir“ verpasste. Verstreicht diese Frist, hat der Mann einmalig die Möglichkeit, sie um einen weiteren Tag zu verlängern. Reagiert sie immer noch nicht, existiert er in ihrem Bumble nicht mehr. Eine gute, frauenfreundlich Idee, die Gründerin Whitney Wolf (27) nicht aus heiterem Himmel kam: Sie, früher selbst für Tinder tätig, hatte das Unternehmen damals mit Pauken und Trompeten verlassen, nachdem sie von einem der Top-Manager – mit dem sie zwischenzeitlich liiert war – sexuell belästigt wurde.

7. Ihr fehlt etwas ganz Entscheidendes

Was alle Dating-Apps gemeinsam haben, wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß, ist ihr größter Haken: ihre absolute Oberflächlichkeit. Und zwar nicht nur, weil sie unmoralisch ist. Wer das ambitionierte Vorhaben hat, einzig über Fotos den Partner fürs Leben zu finden, bekommt einige persönliche Faktoren gar nicht mit, die ein Wegzuwischen unmöglich machen würden. Stimme, Geruch, Art sich zu bewegen – das alles kommt beim 2D-Dating natürlich nicht ‘rüber. Und was bringt es der Beziehung, dass Freund oder Freundin ein attraktives, fotogenes Erscheinungsbild hat? Am besten also wieder öfter rausgehen – mit den Augen auf das Gegenüber und nicht aufs Handy gerichtet.
 

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