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Der ultimative Stil-RaD-Geber zum Herrentag
von Thomas Helbing
Modisch Sattelfest

An Christi Himmelfahrt feiern alle Männer Vater- bzw. Herrentag. Am liebsten an der frischen Luft. Und noch viel lieber mit einer Tour aufm Drahtesel. Damit die auch stylisch rund läuft, kommt hier der ultimative Stil-RaDgeber für Sie, liebe Herren!

Eines vorne weg: Wir lieben Jungs mit Rad! Deshalb freut es uns jedes Jahr aufs Neue, dass am Vatertag oder Männertag die Autoschlüssel zu Hause bleiben. Stattdessen cruisen die Jungs scharenweise mit ihren Fahrrädern durch die umliegenden Parks und Wälder. Was sie dort machen? Keine Ahnung – irgend etwas Männliches wahrscheinlich (Holz hacken?).

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Und nicht nur am Vatertag sind Rad und Mann ein tolles Gespann, sondern das ganze Jahr über: in der Freizeit, auf dem Arbeitsweg, in der Stadt oder auf dem Land. Es fällt auf: Das Rad hat sich zum Lifestyle-Objekt entwickelt, wofür er mitunter mehrere tausend Euro investiert. Und genauso wie der Drahtesel nicht mehr im Baumarkt gekauft werden muss, darf auch die Fahrrad-Bekleidung nicht nur funktionell, sondern chic sein.

Ein paar Tipps, wie Mann modisch – und trotzdem funktional – tourt:

► Der englische Gentleman fährt stilecht in wadenlanger Knickerbocker und mit Kniestrümpfen Rad. So bleibt die Hose frei von Kettenschmiere und kann sich nicht in der Kette verfangen. Das ist sicher nicht jedermanns Stil. Kurze Hosen? Praktisch. Aber, abgesehen vom ästhetischen Fauxpas immer daran denken, dass man stürzen könnte. Bei einer kurzen Hose ist zwischen Asphalt und Haut: nichts. Besser eine lange Hose. Die lässt sich jetzt bei warmen Temperaturen hochkrempeln und knöchelfrei tragen.

► Eine Chinohose aus Baumwolle ist immer eine gute Wahl, da robust und atmungsaktiv. Mega-schick: Im Business-Anzug auf dem Rad. Allerdings sollte man wissen, dass durch das Scheuern auf dem Sattel der leichte, dünne Wollstoff ordentlich strapaziert wird. Jeans ist natürlich ebenfalls ideal. Mittlerweile haben einige Denim-Labels (z. B. Levis oder Osloh aus New York) bzw. Rad-Marken (z. B. Vulpine oder Swrve aus Großbritannien) spezielle Modelle für Radler im Sortiment mit cleveren Details (z. B. hoher Stretchanteil, verstärkter Gesäßbereich, Schlaufen für Schlüssel, Fahradschloss etc.). Auch vom Brit-Label Fred Perry gibt es eine spezielle Chino-Radler.

► Funktionskleidung ist megapraktisch, aber oft nicht sehr modisch. Deshalb ist ein toller Trenchcoat oder Parka die perfekte Jacke für alle Radler-Typen. Mittlerweile gibt es sogar nanobeschichtete Wollstoffe, die wasserabweisend sind. So hat sich zum Beispiel die Düsseldorfer Firma Amity auf stilvolle Bekleidung für Radler spezialisiert und Jacketts sowie Jacken im Angebot, die sich von einem klassischen Blazer kaum unterscheiden und trotzdem den schlimmsten Wetter-Capriolen trotzen. Auch die britische Cycling-Traditionsmarke Brooks hat Capes und Jacken im Angebot, die Wind und Regen standhalten und trotzdem nicht nach Discounter ausschauen.

► Schuhe? Da geht natürlich (fast) alles! Toll sind Loafer und Brogues mit rutschfester Sohle, die toll zu Ihrer hochgekrempelten Chino aussehen. Nur die vermaledeiten Flip-Flops oder jegliche Art von Schlappen können im Straßenverkehr zum Sicherheitsrisiko werden, also besser schuhtechnisch umsatteln.

► Wer in der Stadt und im Alltag aufm Rad unterwegs ist, schleppt in der Regel etwas mit sich herum. Die perfekte Tasche für Radler ist natürlich der Rucksack. Nichts baumelt und rutscht, die Last ist ideal auf dem Rücken verteilt. Achten Sie darauf, dass die Schultergurte möglichst breit genug sind und nicht einschneiden. Der Vorteil von Ledermodellen (außer, dass sie besonders elegant aussehen): Hitze und Schweiß können sich nicht so stauen wie bei Kunststoff-Modellen. Auch praktisch: Messanger-Taschen mit einem Riemen quer über die Schulter. Wer möchte, kann sich natürlich Körbe und/oder spezielle Fahrradtaschen am Rad anmontieren. Auch hier hat das britische Label Brooks oder das Warenhaus Manufactum ein paar stylischere Varianten im Angebot als die übliche, bunte Kunststoffware.

► Fahrradhelme sind keine Frage der Mode, sondern der Sicherheit! Finden Sie sich damit ab: Gut sieht damit wirklich niemand aus. Aber auch hier gibt es mittlerweile Marken wie Giro, TSG, Melon, Yakkay, Sahn und Bern, die dem Radler-Kopfschutz ein ästhetisches Make-over verpasst haben.

PS: Jungs, am Männertag ist das ein oder andere Wegbier sicher schmackhaft, aber auch ungünstig. Denn wer sein Rad alkoholisiert steuert, kann mit deftigen Geldstrafen rechnen. Das große „Prost!“ sollte also post-Biketour anberaumt werden, beim BBQ, inklusive Damen, zum Beispiel.

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