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Wolfgang Joop lästert über Berliner Fashion Week ab
„A- und B-Promis langweilen sich um die Wette”

Während sich die einen auf inspirierende Modenschauen und hochkarätige, internationale Promi-Gäste freuen, vertritt er eine sehr vernichtende Meinung zur Berliner Fashion Week: Designer Wolfgang Joop (70) möchte mit dem „System des Absurden“ nichts zu tun haben. STYLEBOOK.de verrät, was er damit meint.

  • Wolfgang Joop

    Foto: Getty Images

    Große Sprünge brauche man in der Berliner Mode nicht erwarten, findet Designer Wolfgang Joop: „Die kreativen Zeiten, in denen hier aus Kacke Bonbon gemacht wurde, sind lange vorbei.“ Er würde sich niemals auf die Fashion Week in der deutschen Hauptstadt verlaufen

Vor nunmehr elf Jahren debütierte Wolfang Joop mit seiner Marke Wunderkind, seit 2006 zeigt er seine Kollektionen in Paris. Eine Schau im Rahmen der Berliner Modewoche abzuhalten? Für den Designer undenkbar. „Es sitzen zwei bezahlte A-Stars neben deutschen B-Stars in der ersten Reihe und langweilen sich um die Wette“, erklärt er im „BZ am Sonntag“-Interview, von denen die einen am liebsten zurück zum Flieger und die anderen nichts wie auf die Aftershow-Party wollten. Aber vor allem über die Mode selbst findet Joop harte Worte.

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Von Avantgarde keine Spur mehr
Als Sängerin Nina Hagen (59) als „Zaunkönigin über die Mauer gesprungen kam“, sei die Berliner Fashion noch avantgardistisch und von einem „ungebrochenem Idealismus“ geprägt gewesen. Nach den 80er Jahren dann sei die Zeit des Glam Rock vorbei gewesen: Berlin habe damit begonnen, sich auf die Seite von Investoren zu schlagen, seither vermisse Joop jegliche Visionen. Seiner Meinung nach machten Mode-Präsentationen fernab von Jeans-Messen oder Street-Fashion à la „Bread & Butter“ in der Stadt keinerlei Sinn mehr.

„Den typischen Berlin-Style gibt es nicht“
Grenzüberschreitung und Neues auf den Schauen in Berlin? Auch das sieht Joop eher nicht. Es würden lediglich „praktische nette kleine Kleider für Nachwuchsschauspielerinnen für den roten Teppich hingeschustert“, findet der Modeschöpfer. Inzwischen sähen alle gleich aus, durch das Internet habe sich „ein Tussi-Style entwickelt“, den Joop als Rückschritt in der weiblichen Emanzipation empfindet: „Auf diesen hochgestellten Brüsten hängen dann irgendwelche Jersey-Läppchen, Töpchen und untendrunter sieht man diese Strumpfhose, die eine Jeans sein soll“, so Joop gegenüber „BZ“-Reporterin Esther Hofmann.

Die Message ist angekommen: Herrn Joop wird man im Fashion-Week-Zelt vergeblich suchen.


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