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Australischer TV-Moderator wagt Mode-Experiment
von Laura Pomer
Ein Jahr, ein Anzug

Karl Stefanovic (40), Nachrichtensprecher im australischen Fernsehen, trug tagein tagaus denselben Anzug zur Arbeit. STYLEBOOK.de erklärt, warum seine Co-Moderatorin Lisa Wilkinson (54) – die jeden Morgen neben ihm sitzen musste – dieses hygienisch fragwürdige Experiment sogar begrüßte.

  • Foto: Getty Images

    TV-Moderator Karl Stefanovic findet es nicht fair, dass Frauen im Job nach ihrer Kleidung beurteilt werden. Indem er ein Jahr lang täglich dasselbe trug, bewies er, dass bei den männlichen Kollegen das Outfit nicht interessiert; und dass man(n) nur einen einzigen, gut sitzenden Anzug braucht. Vorzugsweise in klassischem Marineblau

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Frauen werden weniger nach ihrer beruflichen Qualifikation als nach Äußerlichkeiten beurteilt – das zu beweisen hat sich ausgerechnet ein Mann zur Aufgabe gemacht.

Das Outfit steht im Vordergrund
Lisa Wilkinson arbeitet eigentlich beim australischen „Channel 9“, um durch die Frühstückssendung „Today Show“ zu führen. Leider schienen die Zuschauer sich bislang mehr für ihre Outfits zu interessieren, als für ihre Fähigkeiten als TV-Journalistin. Regelmäßig kommentierten die ihre Looks in Leserbriefen und das nicht immer freundlich. Männer geht es da anders – glaubt nicht nur Wilkinson selbst, sondern auch ihr Co-Moderator Karl Stefanovic.

Ein Jahr, ein Anzug
Um herauszufinden, wie lange es wohl dauern würde, bis sich jemand über SEIN Outfit auslässt, entschied Stefanovic sich für ein Experiment. Er trug ein Jahr lang von Montag bis Freitag in der Sendung denselben Anzug: „ein günstiges Burberry-Imitat“, wie er gegenüber der Tageszeitung „Sydney Morning Herald“ selbst sagt. Nur Hemd und Krawatte wurden gewechselt. Das ein-Jahr-ein-Anzug-Experiment im Zeitraffer wurde auch auf Youtube dokumentiert.

Die Zuschauerreaktionen? Blieben aus. „Keinem ist es aufgefallen, keinen kümmert es einen Dreck“, sagte der Moderator nun, immerhin geschlagene 12 Monaten nach Beginn des Selbstversuchs. Bei männlichen Moderatoren stünden ganz offenbar Schlagfertigkeit und Qualität der Interviews im Vordergrund. „Wenn aber Frauen die falsche Farbe tragen, werden sie aufgezogen.“

Stefanovic jetzt Frauenrechtler
Wilkinson hat nun endlich den Beweis dafür, dass Frauen viel härter danach beurteilt werden, was sie anziehen als ihre männlichen Kollegen. Sie war neben der TV-Produzentin der Show als Einzige in das Experiment ihres Kollegen eingeweiht. Ihre Zufriedenheit über das Ergebnis teilt sie mit unzähligen Feministinnen, die Stefanovic dankbar anschrieben, weil er ihre Schwierigkeiten im Berufsalltag endlich publik machte. Nun geht sein Engagement in die nächste Runde: Der Australier versteigert seinen ‚gut eingetragenen‘ Anzug auf Ebay. Der Erlös aus der Auktion kommt „White Ribbon“ zugute, einer Kampagne von Männern gegen Gewalt an Frauen.

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