Food-Fitness Stylebook Logo
Superfoods wie Goji-Beeren, Chia sind schädlich laut Öko-Test

Foto: Getty Images

So schädlich sind Goji-Beeren & Co.
Superfoods gar nicht super!

Von wegen, gesunde Ernährung. Superfoods à la Goji-Beeren, Hanfsamen und Acaipulver sind bei einer Untersuchung des Verbrauchermagazins „Öko-Test“ gnadenlos durchgefallen. Der Grund: Sie enthalten statt Vitaminen und Mineralien bedenkliche Mengen an Schadstoffen.

Reich an Antioxidantien, lebenswichtigen Fettsäuren und Wunder-Inhaltsstoffen, die der Schönheit, dem Abnehmen und der Gesundheit dienen sollen – mit diesen vermeintlichen „Superkräften“ haben sich Lebensmittel wie Goji-Beeren fest im Speiseplan ernährungsbewusster Großstädter etabliert. Wie nun jedoch herauskommt, tun sie sich damit keinen Gefallen. Im Gegenteil!

  • Müsli

    Foto: Getty Images

    Müsli mit Chia-Samen und Goji-Berren ist lecker und vor allem gesund – dachten wir zumindest bis jetzt...

Fragwürdige Funde in fast ALLEN Superfoods
„Öko-Test“ untersuchte 22 Superfoods wie Algenprodukte, Chiasamen, Goji-Beeren, Gerstengras- und Acaipulver aus Bio-Läden, Reformhäusern, gewöhnlichen Supermarkt-Ketten und Discountern auf Schadstoffrückstände und Verunreinigungen.

Das erschreckende Ergebnis: Mehr als zwei Drittel der getesteten Produkte erhielten die Bewertungen „ungenügend“ oder „mangelhaft“. Mit wenigen Ausnahmen konnten die Forscher darin Mineralöl (hauptsächlich das gesättigte Mineralöl MOSH, in acht Fällen sogar das krebserregende MOAH!), Blei, Cadmium oder/und überhöhte Pestizidmengen feststellen. Das geringste Übel: Schimmelpilze in zwei untersuchten Hanfprodukten. Diese sind zumindest nicht gesundheitsschädlich, fördern jedoch die Verderblichkeit der Ware und sprechen vor allem für eine hygienisch fragwürdige Produktion.

Kleine Beeren, große Schadstoffschleudern
Vor allem beim Kauf von Goji-Beeren ist Vorsicht geboten. Bei der Untersuchung der „Dragon Superfoods Goji-Beeren“ von Smart Organic fand Öko-Test 16 verschiedene Pestizide, eines davon sogar über dem gesetzlichen Grenzwert. Zudem wurden in allen Proben Enterobakterien gefunden, die häufig zu Durchfallerkrankungen führen. Drei der Produkte fielen mit einem erhöhten Bleigehalt negativ auf, der schlimmstenfalls das Herz-Kreislauf- und zentrale Nervensystem sowie die Nieren schädigen kann. Unbedenklich waren lediglich die „Original Gojibeeren“ von Morgenland. Gemeinsam mit dem „Bio-Kokosöl“ von Dr. Goerg waren sie die einzigen Produkte der gesamten Überprüfung mit positiven Bewertungen.

  • Goji-Beeren

    Foto: getty Images

    In Goji-Beeren sollen vor allem Antioxidantien stecken. Obendrauf gibt es eine ordentliche Portion Chemie und Bakterien... 

Bio ist nicht immer besser
Zumindest in Bio-Lebensmitteln kann keine Chemie stecken? Denkste! 18 der 22 Produkte im Öko-Test sind vermeintlich Bio-zertifiziert – und enttäuschten. So wurden unter anderem im Moringa-Pulver von Authentic Nutrients und im Weizengras-Pulver der Bio-Marke Veganz Rückstände von Schädlingsbekämpfern gefunden. Besonders alarmierend: Die Pestizid-Reste, die in den Chia-Samen beliebter Bio-Marken – Alnatura und Basic – gefunden wurden, überschritten die gesetzlichen Höchstmengen so eklatant, dass die Hersteller sie nach Veröffentlichung der Ergebnisse aus dem Verkauf ziehen mussten. Die Samen von Basic erhielten schon vorher das Öko-Test-Urteil „nicht verkehrsfähig“.

  • Chia-Samen

    Foto: Getty Images

    Wer Chia-Samen isst, will seinen Blutzuckerhaushalt regulieren und sein Schlaganfall- und Herzinfarktrisiko reduzieren – und führt seinem Körper ungesunde Mengen an Pestiziden zu

ECHT gesund ist ganz nah
Die Lösung: Beim nächsten Supermarktbesuch einen Bogen um exotisch-klingende Pülverchen und Trockenbeeren machen, stattdessen winkt die Obst- und Gemüseabteilung. Selbst unabhängig von den neuen Untersuchungsergebnissen nämlich, halten die Experten von Öko-Test den Verzehr von Superfoods als „überflüssig“. Immerhin ist im schnöden Spinat mehr Eisen und in Milch mehr Calcium enthalten, als im hochgelobten Moringa-Pulver, in Heidelbeeren und Rotkohl stecken mindestens so viele Antioxidantien wie in der Acai-Beere. Auf regionale (Bio-)Anbauprodukte zu setzen spart Geld, weite Transportwege – und natürlich ungewünschte Extras auf dem Teller...

Anzeige

Kommentare