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Experten räumen auf mit Fitness-Mythos
Sport hilft nicht gegen Übergewicht

Wer Sport treibt, tut etwas für seine Gesundheit. Das ist unbestritten. Aber: Sporteln, um abzunehmen? Das funktioniert leider nicht, wie Wissenschaftler jetzt bestätigen. Aber es gibt auch gute Nachrichten für alle, die fitter und schlanker werden möchten.

  • Ajay Rochester

    Foto: splash news

    Die australische Moderatorin und Schauspielerin Ajay Rochester brachte 2013 152 Kilo auf die Waage bei 1,54 Meter Körpergröße. Das war nicht immer so. Von 2006 bis 2009 moderierte sie noch gertenschlank die australische Ausgabe der Abnehm-Show „Biggest Loser“. Dann nahm sie immer mehr zu, stopfte nach eigener Aussage alles in sich hinein. Mittlerweile ist sie dank gesunder Ernährung und Sportprogramm wieder schlanker

Eine Tafel Schokolade essen und dann 30 Minuten aufs Laufband, um die süße Sünde abzutrainieren? Diese Rechnung geht nicht auf!

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Der Mythos
In einem Beitrag für das Fachmagazin „British Journal of Sports Medicine“ räumt ein Team von britischen Medizinern jetzt mit einem hartnäckigen Mythos auf. Die Wissenschaftler sind sich einig: Sport lässt überflüssige Pfunde kaum schmelzen.

Die seit 1980 weltweit verdoppelte Zahl von Übergewichtigen ist nicht auf Bewegungsmangel zurückzuführen, sondern, so die Mediziner, auf schlechte Ernährung. Schuld an Übergewicht seien vor allem der gesteigerte Konsum und Verzehr von Fertigprodukten, die viel unnötigen Zucker enthalten, sowie eine überflüssig kohlenhydratreiche Ernährung.

Was wirklich hilft?
Zu einem ähnlichen Ergebnis kamen bereits Wissenschaftler der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin vor drei Jahren. Demnach sei Abnehmen durch Sport und körperliche Aktivität zeitraubend und mühsam. So wurde errechnet: Wer seine Essgewohnheiten nicht ändere und trotzdem abnehmen will, müsste jede Woche 56 Kilometer mehr als sonst stramm spazieren gehen, um ein halbes Kilo zu verlieren.

Die britischen Mediziner raten: Wer wirklich Kilos verlieren will, muss seine Ernährung umstellen, vor allem die Zufuhr von Kohlenhydraten drastisch reduzieren. Außerdem müsse man unbedingt darauf achten, wie viel Zucker in fertig gekauften Lebensmitteln enthalten ist. Denn nicht nur die Zahl an Übergewichtigen ist in den letzten Jahrzehnten exorbitant gestiegen, sondern auch Erkrankungen an Diabetes Typ 2, der durch jahrelangen Zuckerkonsum hervorgerufen werden kann.

Sport ist trotzdem wichtig
Den Zusammenhang zwischen exzessivem, regelmäßigem Training und Abnehmen haben die britischen Wissenschaftler zwar widerlegt. Aber sie betonen: Sport und regelmäßige Bewegung sind trotzdem wichtig, wirken positiv auf den Körper, beugen Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor, helfen Stress abzubauen, schützen vor Krebs und Demenz, straffen das Bindegewebe, sorgen für eine bessere Haltung.

Außerdem, so in einem Fachartikel in „Obesity Reviews“, unterstütze Bewegung beim Abnehmen. Und: Wer körperlich aktiv ist, halte leichter sein Gewicht und könne so dem allseits gefürchteten Jojo-Effekt entkommen.


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