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Skandal bei Pariser Männerschauen
Was will dieses Model Angela Merkel sagen?

Die Schau von Designer Rick Owens (52) nutzte eines seiner Models für ein makaberes, politisches Statement: Mitten in der Kollektionspräsentation zückte er ein Plakat mit einem unverständlichen Statement zu Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel (60).

Kleinere oder größere Aufreger sind auf Schauen von Rick Owens keine Seltenheit. Wir erinnern uns: Bei der Schau im Januar erst entblößte ein Model in einer Art Herren-Tunika sein bestes Stück. Von der haarsträubenden Aktion jedoch, die sich am Donnerstag auf dem Pariser Laufsteg ereignete, distanziert sich der Designer vehement.

  • Model Jera will Angela Merkel „töten“

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    Foto: Getty Images

    Male-Model Jera sorgte auf Rick Owens‘ Laufsteg mit seinem makaberen Statement für einen Skandal

Mitten in der Präsentation der Sommerkollektion holte Male-Model Jera Diarc ein weißes Blatt Papier hervor, auf dem in großen Lettern geschrieben stand: „Please kill Angela Merkel – not“ (deutsch: „Bittet tötet Angela Merkel – nicht“). Den Zusatz „not“ macht man im Englischen für gewöhnlich, wenn es sich bei einem Spruch um einen Scherz handeln soll. Hierüber konnte jedoch weder in den Zuschauerrängen, noch im Backstage-Bereich jemand lachen.

RICK OWENS IST ENTSETZT
Unmittelbar im Anschluss an die Aktion zeigte sich Rick Owens gegenüber dem Branchen-Fachblatt „Women’s Wear Daily“ fassungslos über sein Model. „Ich habe ihm ins Gesicht geschlagen, als er wieder rausgekommen ist“, erklärte der Designer. „Bitte schreibt das: Dass ich Ihn geschlagen habe.“ In seine Wut über den möglicherweise rufschädigenden Auftritt mischt sich wohl eine große Portion persönliche Enttäuschung: Zwölf Jahre lang ist Jera seine Muse gewesen. „Ich glaube, er hat sich in seiner Position sicher genug gefühlt, so etwas zu tun.“

Die Frage nach dem Warum und dem, was er der Kanzlerin tatsächlich vermitteln wollte, bleibt unklar – auch wenn mehr und mehr Details über den Protestler ans Licht kommen. Laut „Papermag.com“ ist der Deutsche Jera Diarc seit Jahren aktiver Unterstützer der Hamburger Occupy-Bewegung. Über deren soziale Netzwerke hat er schon häufiger zum Demonstrieren aufgerufen.

ABKEHR VOM KRAWALL-MODEL
Schon wenige Minuten nach dem Skandal gab das Modehaus in einem offiziellen Statement bekannt: „Rick Owens übernimmt keinerlei Verantwortung für diese Protest-Aktion“, da sie in keinster Weise seinen Ansichten entspräche. Und inzwischen hat auch Diarcs Kölner Agentur „Tomorrow Is Another Day“ Stellung bezogen. Jera sei schon immer „ein bisschen verrückt“ gewesen, so Gründerin Eva Gödel gegenüber „TheFader.com“, „aber ich hätte nicht gedacht, so verrückt“. Nach seinem „respektlosen“ Verhalten habe man den Vertrag mit ihm beendet.

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