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Schumacher-Show in Berlin
Virtuell verspielt

Futuristik trifft auf Feminität: Dorothee Schumacher (45) zeigte eine Kollektion aus gelungenen Gegensätzen und entwarf das Bild einer modernen, starken Frau irgendwo zwischen Fee und Avatar-Amazone.

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    Foto: Getty Images

    Sehr feminin: Helle Töne und weibliche Formen dominieren die Kollektion

Eine typische Szene: Das Licht im Fashion-Week-Zelt geht aus und auf den Plätzen der Gäste leuchten die Handys und iPads, wie Glühwürmchen schwirren die digitalen Lichtquellen umher. Während früher in den Notizblock geschrieben wurde, machen Einkäufer, Journalisten und Blogger heute Fotos und stellen sie direkt ins Netz. Die Szenerien auf dem Laufsteg werden meist nur noch durch das Smartphone verfolgt, die Augen wandern selten direkt auf die Kreationen und der Applaus im Zelt ist oft verhalten, weil man sich am Ende der Show entscheiden muss: knipsen oder klatschen.

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Dorothee Schumacher hat sich dem digitalen Trend bei ihrer Fashion-Show auf zweierlei Weisen angenommen: Erstmals zeigte sie ihre Präsentation per Livestream in 360-Grad-Perspektive – ein Erlebnis aus allen Blickwinkeln.

Und auch mit ihrer Mode möchte sie die moderne Frau ansprechen. Keine Sorge, die typische Schumacher-Handschrift – feminin und verspielt – bleibt erhalten. Unter dem Motto „Virtual Romance“ hat die Designerin eine Kollektion geschaffen, die Tradition und moderne Techniken verbindet. So wandelt sie etwa ein gesmoktes Taufkleid aus dem 19. Jahrhundert um, skaliert, zoomt, transformiert und abstrahiert das Stück auf diese Weise.

Die Kollektion zeigt ein gelungenes Zusammenspiel aus altem Handwerk und futuristischen Prints und Silhouetten, sogar Wolle wurde bedruckt. Die Farbpalette reicht von warmen Erdtönenbis bis hin zu romantischen Pudertönenen und Cyber-Mint. 

In der Front Row saß übrigens das britische Model Lily Cole, das wir anschließend im Tiergarten beim Schumacher-Picknick wiedertrafen. Hier streifte die Mode-Meute ihre High Heels ab, lief barfuß durchs Gras, fletzte auf Picknick-Decken und freute sich über kulinarische Köstlichkeiten. Zwar wurde auch hier gefilmt und gestreamt, doch in diesem Jane-Austen-Ambiente dominierte die Romantik.

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