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Frostschutzmittel, Sand, Federn...
Diese Ekel-Zusätze stecken in unserem Essen

Nehmen Sie an der Tankstelle gerne mal einen tüchtigen Schluck Frostschutzmittel? Sicher nicht bewusst! Aber, die Chemikalie findet trotzdem den Weg in Ihren Magen. Wie das? STYLEBOOK.de verrät, welche ungeheuren Zusätze die Industrie in unsere Lebensmittel mogelt. Wetten, Sie essen künftig anders!?

Dass „Erdbeerjoghurt“ auf 150 Gramm nur eine halbe Frucht enthalten muss, weiß der aufmerksame Verbraucher bereits. Generell kann er aber nur vermuten, was sich in seinem Einkaufswagen befindet. Schließlich muss nicht jede Zutat, die bei der Lebensmittelherstellung verwendet wurde, auf der Verpackung angegeben werden. Andere werden so mißverständlich bezeichnet, dass dem Laien schlichtweg die Fantasie fehlt, sie zu identifizieren. Oder würden Sie ahnen, dass sich hinter der Formulierung „natürliches Aroma“ in Wahrheit genau das Gegenteil verbirgt?

  • Ekel-Zusätze in Lebensmitteln

    Foto: Getty Images

    Augen auf beim Lebensmitteleinkauf! Wer wissen will, ob Frostschutzmittel oder Kolibakterien in Fertiggerichten lauern, sollte die Inhaltsstoffliste gründlich durchlesen. Auch wenn dort nicht alle Zusätze aufgeführt sind ...

STYLEBOOK.de deckt auf, mit welchen fragwürdigen Hilfsstoffen die Industrie Geschmacksrichtungen imitiert oder für eine längere Haltbarkeit sorgt. Dabei sind klebrige Tierauscheidungen nicht einmal das Schlimmste. Appetit schon verdorben? Dann passen Sie mal auf:

1. Bibergeil in Süßgebäck
Was ist es? Ein natürliches Sekret, das Biber aus ihrer Castordrüse (sitzt zwischen Anus und Geschlechtsteil) absondern. Auf diese Weise markieren die Nagetiere ihr Revier oder pflegen ihr Fell. Die Parfümindustrie verwendet Bibergeil, auch bekannt als Castoreum, aufgrund seiner aphrodisierenden Note.
Warum in Süßkram? Auch als Aromastoff: Um den Geschmack von Himbeere, Erdbeere oder Vanille nachzuahmen.
Kennzeichnung: Castoreum
Schädlich für den Konsumenten? Eher nicht, schließlich handelt es sich dabei um ein Naturprodukt. Wer den Gedanken dennoch unschön findet, eine Art Tier-Ejakulat zu verzehren – und zu diesem Zwecke auch noch die Biberjagd zu untersützen! – sollte die Zutatenliste von Süßwaren gründlich durchlesen. In Skandinaven und den USA ist Castoreum als Zusatzstoff für Lebensmittel zugelassen.

2. Fäkalbakterien in Brötchen
Was ist es? E-coli sind säurebildende Bakterien, die im menschlichen und tierischen Darm vorkommen und deshalb auf fäkale Verunreinigung hinweisen. Über ein gentechnisches Verfahren lassen sie sich zu Cystein verarbeiten: einem Bestandteil vieler Backwaren.
Warum in Brötchen oder Pizza?
Für eine lockere Teigkonsistenz, langanhaltende Fluffigkeit und als Aroma-Verstärker für einen intensiven Duft beim Aufbacken.
Kennzeichnung: E 920
Schädlich für den Konsumenten? Wohl nicht, immerhin erlaubt die EU den Einsatz des Lebensmittelzusatzstoffs ohne Höchstmengenbeschränkung oder Kennzeichnungspflicht.
Übrigens:
Vor 2011 wurde ein ähnlich unappetitlicher Stoff zu Cystein verarbeitet: Menschenhaar. In der EU ist das inzwischen verboten. Bis heute sollen für eine verbesserte Knetbarkeit aber noch Schweineborsten und Federn verwendet werden.

3. Keim-Killer in Alkohol
Was ist es? Dimethyldicarbonat ist ein chemisches Entkeimungsmittel mit hochgiftiger Wirkung auf Mikroorganismen wie Bakterien, Schimmelpilze und Hefen.
Wozu in alkoholischen Getränken? Als Konservierungsmittel soll Dimethyldicarbonat Tafel-, Perl- und Schaumweine, aber auch eine Reihe anderer Alkoholika und Fruchtsäfte länger haltbar machen.
Kennzeichnung: E 242
Schädlich für den Konsumenten? Bis zu einer Menge von maximal 250 Milligramm pro Liter gilt Dimethyldicarbonat in Lebensmitteln als unbedenklich. Der Stoff zerfällt innerhalb weniger Stunden und ist im Getränk dann nicht mehr nachweisbar.

4. Chemiefarbe in Mozzarella
Was ist es? Titaniumdioxid ist ein weißer Farbstoff, gewonnen aus dem Metall Titan, der hauptsächlich für Beschichtungen und Kunststoffeinfärbungen verwendet wird.
Warum
in Käse und Saucen? Zum Aufhellen; übrigens auch in Zahnpasta, Kaugummi und verschiedenen Süßwaren.
Kennzeichnung: E 171
Schädlich für den Konsumenten? Könnte zumindest sein. Die Universität in Hamburg führt Titandioxid in seiner Liste gesundheisgefährdender Stoffe auf, mit „Verdacht auf krebserzeugende Wirkung“. Theoretisch sollen Titaniumdioxid-Partikel in Lebensmitteln zu groß sein, um vom Körper aufgenommen werden zu können, und beinahe vollständig ausgeschieden werden. „Theoretisch“...

5. Treibstoff in Fertiggerichten
Was ist es? Butylhydroxytoluol ist ein künstliches Antioxidationsmittel, verwandt mit dem Desinfektions- und Holzschutzmittel Phenol, das meist in Petrolium-Produkten wie Flugzeugtreibstoff verwendet wird.
Warum in Lebensmitteln? Butylhydroxytoluol soll verhindern, das Speiseöle ranzig werden. In Fertigsuppen oder -soßen sorgt es für eine längere Haltbarkeit, in Cornflakes für eine dauerhafte Knusprigkeit.
Kennzeichnung: E 320 oder E 321
Schädlich für den Konsumenten? Wahrscheinlich! In Großbritannien und Japan ist der Inhaltstoff bereits verboten, da er Nieren- und Leberschäden verursachen sollen, Kinder sollen dadurch hyperaktiv werden können.

6. Fleisch in Wein
Was ist es? Gelatine wird aus dem Bindegewebe vor allem von Schweinen und Rindern gewonnen. Bekannt ist, dass das tierische Kollagen für die gummiartige Konsistenz von Gummibärchen, Wackelpudding und Ähnlichem sorgt. Aber ...
... warum in Wein? Als „Schönungsmittel“: Nach der Gärung bindet die Gelatine die Trübstoffe aus dem Most, um ein klares Produkt zu gewinnen.
Kennzeichnung: keine. Da die Gelatine nach der Herstellung wieder aus dem Produkt entfernt wird, muss ihr Einsatz nicht auf dem Etikett vermerkt werden – so die Regel der Lebensmittelkennzeichnungsverordnung.
Schädlich für den Konsumenten? Nein, aber für viele aus ethischen oder moralischen Gründen ein Problem. Veganer oder Vegetarier interessiert es durchaus, wenn ihr scheinbar fleischfreies Lebensmittel unter Verwendung von Tierknorpeln hergestellt wurde. Andere Menschen wollen aus religiösen Gründen kein Schwein verzehren – sicherlich auch nicht trinken.

7. Rindertalg in Margarine
Was ist es? Talg ist das aus geschlachteten Wiederkäuern gewonnene, gehärtete Körperfett, das meist in der Kosmetikindustrie Verwendung findet: in Seifen, Lippenstiften, Shampoo, Rasiercremes...
Warum in Margarine? Für die Streichfestigkeit der enthaltenen Pflanzenöle.
Kennzeichnung: Oleomargarin
Schädlich für den Konsumenten? Jein. Bedenkt man, dass die meisten Menschen aus Cholesterinbewusstsein zu Margarine greifen, ist der Zusatz massiv gesättigter Fettsäuren zumindest relevant. Und auch hier wird dem Konsumenten in einem scheinbar vegetarischen Lebensmittel ein Tier-Produkt untergejubelt.

8. Frostschutzmittel in Salatsauce
Was ist es? Propylenglycol ist eine Kohlen-Wasserstoff-Verbindung aus der Gruppe der Alkohole, der den Gefrierpunkt eines anderen Stoffes (z. B. von Wasser) herabsetzt.
Warum in Salatsauce? Seine chemischen Eigenschaften sorgen für die flüssige und klumpfreie Konsistenz von Dressings (wie auch bei verschiedenen Desserts und Getränken).
Kennzeichnung: E 1520
Schädlich für den Konsumenten? Angeblich nicht – schließlich ist die Verwendung von Propylenglycol in der EU erlaubt.

9. Sand in Zucker
Was ist es?
Siliziumdioxid, auch Quarz bezeichnet, ist der Hauptbestandteil von Sand.
Warum in Zucker? Als Antiklumpmittel, übrigens auch in Fertigbrühen, Instant-Tees und Gewürzen. Die-Kristalle schirmen die Pulverkörnchen vor Feuchtigkeit ab, damit sie nicht porös werden.
Kennzeichnung: E 551
Schädlich für den Konsumenten? Sofern die zugelassene Höchstmenge von zehn Gramm pro Kilogramm nicht überschritten wird, nicht. Ohnehin sollen die Partikel zu groß sein, um vom Körper aufgenommen werden zu können und deshalb einfach wieder hinauswandern. Mögliche Risiken sollen im kommenden Jahr durch die EU neu bewertet werden.

Machen Sie den Test: Welches Essen passt am besten zu dir?

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