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Foto: getty images

STYLEBOOK trifft TIBI-Designerin Amy Smilovic
von Susanna Riethmüller
„Ein gutes Outfit funktioniert ohne Accessoires“

It-Girls wie Solange Knowles, Hanneli Mustaparta und Olivia Palermo lieben ihre Kleider: Amy Smilovic vereint in ihren Entwürfen verspielte Leichtigkeit, Eleganz und moderne Coolness. In Deutschland ist ihr Label TIBI trotzdem noch relativ unbekannt – Zeit, dass sich das endlich ändert.

Kurz vor ihrer Show, die in einem alten Backstein-Fabrikgebäude am Hudson River mit riesigen Hallen und Fenstern statt findet, treffen wir Amy zum Interview. Obwohl es nur noch eine knappe Stunde ist, bis das erste Model auf den Laufsteg treten soll, ist die Designerin total entspannt – von Stress und Hektik keine Spur. Vielleicht ist das irgendwann so, nach vielen Saisons im Modebusiness, ihr Label TIBI gründete die aus Georgia stammende Smilovic schon vor 15 Jahren. Oder vielleicht weiß sie auch einfach, dass ihre Kollektion für den Sommer 2013 einwandfrei sitzt: Backstage zeigt sie uns schmale Blusen ohne Ärmel, kurze ausgestellte Röcke, Minikleider in Pastelltönen, über die schlichte Jeans-Westen getragen werden. Mädchenhaft und lässig zugleich, tragbar, trotzdem modisch. Eine Mischung, die man selten findet. Alles wirkt, auch wenn hier und da ein rosafarbenes oder gelbes Highlight auftaucht und sich verschiedene Muster, Schnitte und Stile miteinander treffen, angenehm homogen. Das ist der Designerin wichtig. Sie erzählt STYLEBOOK:

„Ich möchte, dass alle Teile schlicht sind und miteinander kombiniert werden können – mein Kundin soll morgens spontan in den Schrank greifen und ruckzuck gut angezogen sein. Ich mag keine Looks, über die man sich erst stundenlang Gedanken machen muss.“


Verzichtet Amy deshalb komplett auf Accessoires in ihrer Kollektion? „Ja. Das Outfit, das Statement, muss für sich sprechen und auch ohne Schmuck und Beiwerk funktionieren. Wenn es an sich nicht interessant ist, ist das Outfit nicht gut.“

Die wichtigsten TIBI-Trends für den Sommer 2013? „Blusen, schlicht und zu allem kombinierbar, am liebsten in Weiß oder Beige. Muster, aber viel dezenter als in den vergangenen Saisons, und einfacher kombiniert. Außerdem eine gewisse ‚Flirtyness‘: Ausgestellte, kurze Röcke zum Beispiel, die weiblich sind, aber trotzdem fröhlich und leicht.“

Die Show dann – wie erwartet ein Erfolg. Amys Musen, das Model Olivia Palermo, die norwegische Bloggerin Hanneli Mustaparta, Musikerin Solange Knowles, sitzen in der Frontrow, applaudieren begeistert. Draußen ist inzwischen einer der berüchtigten New Yorker Sommer-Schauer auf die Stadt nieder geprasselt, heftig, kurz, unerbittlich. Aber genau, als Amy Smilovic auf den Catwalk tritt, um sich bei ihren Zuschauern zu bedanken, hört der Regen auf – und sie Sonne kommt zwischen den Wolken hervor. Das kann, auch wenn es ein ganz bisschen kitschig ist, nur ein gutes Zeichen sein...

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