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Eine Model-Agentin über XXL-Models
„Plus-Size ist nur ein kurzer Trend“

Das Plus-Size-Phänomen ist derzeit nicht aufzuhalten. Immer mehr Models mit Übergröße starten ähnlich erfolgreiche Karrieren wie ihre schlanken Kolleginnen. Gut so! Doch eine Branchen-Expertin sieht darin kein Mainstream-Potential.

Das aktuelle „People“-Cover ist eine Sensation: Darauf das Plus-Size-Model Tess Holliday (29), 117 Kilo schwer, mit Dellen an den Beinen, mehr als nur kräftigen Armen, einer ausladenden Hüfte. Tess gilt damit als das dickste Supermodel der Welt und ist eine der wichtigsten Vorreiterinnen eines neuen Trends in der Modebranche, die Übergewicht nicht länger geißelt, sondern derzeit extrem prominent als schick propagiert.

  • Tess Holliday

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    Foto: Catherine Harbour

    Tess Holliday ist das derzeit dickste Supermodel der Welt. Als erstes Model mit Kleidergröße jenseits der 50 hat sie einen Vertrag bei der renommierten Modelagentur Milk Management an Land gezogen

Plus-Size nur ein kurzer Trend

Doch eine Branchenkennerin glaubt, dass das derzeitige XXL-Phänomen wie viele Moden schnell wieder out sein wird. In einem Interview mit der Newsseite „Business Insider“ sagt Claire: „Ich glaube, Plus-Size wird nur ein kurzer Trend sein. Es ist die reinste Freak-Show. Der Hype wird abklingen.“

Claire, die für das Interview mit „Business Insider“ ihren Namen geändert hat, arbeitet selbst seit dem Jahr 2000 als Bookerin in einer Agentur für Plus-Size-Models und kennt die Branche aus dem Effeff. Sie stellt klar, dass sie froh ist über den Plus-Size-Hype und die neue Wahrnehmung der Branche für Übergrößen. Denn sie selbst musste sich lange Zeit lange mit Vorurteilen à la „fette Models“ herumärgern.

Aber: „Schauen Sie, Tess Holliday hat in der öffentlichen Wahrnehmung keine gesunden Körpermaße und sie wird viele Frauen, die mit ihrem Gewicht Probleme haben, ermutigen zu sagen ‚was soll’s, ist doch egal‘ … aber Kleidergrößen von 48 und mehr werden kein Mainstream werden“, so die Bookerin.

Dick ist nicht gleich Model-Karriere

Es gibt viele Vorurteile über Plus-Size-Models, weiß Claire. Einer der sich besonders hartnäckig hält: „fett ist gleich ungesund.“ Das stimme so nicht. So kommen regelmäßig Frauen mit Übergewicht in die Agentur, die absichtlich extrem ungesund leben und meinen, sie könnten jetzt eine Karriere als Übergrößen-Model starten. „Aber das ist nicht das, was wir suchen“, so die Model-Expertin. „Auch wir müssen ein positives und gesundes Bild promoten.“ So müsse auch ein Plus-Size-Model auf ihren Körper achten und ihn fit halten.

Einen großen Pluspunkt bei Plus-Size-Models sieht Claire in ihrem Selbstbewusstsein. Schließlich müssen sie lernen, ihren Körper so zu akzeptieren wie er ist und früh gegen Vorurteile kämpfen. Das mache sie nicht so fragil wie ihre schlanken Kolleginnen.

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