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Mega-Hype um Newcomer-Label Vêtements
von Sarah Radowitz
Das ist die neue Mode, nicht Ihre Post

Hier wird persönlicher Stil statt inflationäre Trends geliefert. Das anonyme Designer-Kollektiv Vêtements, zu deutsch „Kleidung“, verschickt die neue Antifashion über den Pariser Laufsteg. Und die Stars schreien „YEAH!“.

Ding Dong, die Post ist da! Wenn Ihnen demnächst ein Mensch im DHL-Shirt begegnet, muss der nicht zwangsläufig von der Post sein. Es kann sich auch einfach um ein waschechtes Fashion-Victim handeln.

Denn es gibt ein neues Lieblingslabel der Modewelt namens Vêtements, Stars wie Rhianna und Kanye West sind schon Fans. Die Marke, die das Gefühl von Subkultur transportiert, rennt damit offene Fashion Türen. 

  • Vetements

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    Foto: Getty Images

    Wenn der Vêtements-Postbote zwei Mal klingelt, gibt's wohl 'nen neuen Trend

Der Look

Ein Hauch von U-Bahn-Mief, burschikoser Ghetto-Glam-Attitüde und handfester Anti-Fashion haben die Vêtements-Show in Paris mal wieder zu einem Fashion Week Highlight gemacht. Auffällig: Überlange Ärmel, Oversized-Blazer, asymmetrische Wickelröcke und dekonstruierte Kleider erinnern an den Anti-Stil von Martin Margiela Ende der 80er-/Anfang der 90er-Jahre, den das Label mittlerweile unter John Galliano vermissen lässt. Doch bei Vêtements wird kein Margiela-Archiv abgearbeitet: Mit romantischen Mustern oder Prints, die eben auch manchmal deutsche Postboten tragen, wird der Anti-Stil von Vêtements modern und mit ironischem Augenzwinkern kombiniert.

Die DNA der Straße

Acne und andere Labels, die sich den Stempel „Streetwear Couture“ aufgedrückt haben, dürfen wohl künftig einpacken. Bei Vêtements wird tragbare Straßenmode praktiziert, die keinem Trend-Diktat folgt.

Das Designer-Kollektiv, welches aus anonymen, ständig wechselnden Designern besteht, hat sich keine höhere Botschaft auf die Fahne geschrieben, gibt ihrer Show kein Thema und verpasst ihrem Image keine Marken-DNA: „Es geht um Kleider für die Straße. Da war es nur natürlich, dass wir unser Label so simpel genannt haben“, sagt Designer Demna Gvasalia.

Allein die gepfefferten Preise sind branchenüblich (eine Jeans kostet um die 1000 Euro, Pullis ca. 500 Euro) und erinnern daran, dass es sich hier um Luxus- und nicht Billigware handelt. 

Warum Stars es lieben

High-Fashion soll nicht mehr teuer aussehen, insbesondere für junge, kreative Mode-Rebellen. Den inneren Rockstar nach außen stülpen, heißt das Motto. Perfektionierte Nachlässigkeit als Statement. Vêtement scheint da den richtigen Nerv getroffen zu haben – die Modebranche rastet zurzeit jedenfalls aus auf das erst vier Saisons junge Label.

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