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Jil Sander meldet sich zurück auf dem Modeparkett
von Thomas Helbing
Comeback geglückt

Jil Sander ist wieder Jil Sander. Punkt! Acht Jahre hatte sie der Marke, die ihren Namen trägt, den Rücken gekehrt. Am Samstag zeigte die Hamburgerin in Mailand, dass sie nix verlernt hat – und wurde dafür gefeiert.

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    Foto: dpa picture-alliance

    Sie ist wieder zurück! Nach acht Jahren zeigte Jil Sander wieder eine eigene Kollektion in Mailand



Die Neugier war groß. Kann sie es noch? Erst im Februar war Jil Sander zu ihrer eigenen Marke, die sie 1968 gegründet hatte, überraschend zurückgekehrt. Davor hatte sieben Jahre lang Raf Simons der Marke zu neuem Kultstatus verholfen. Doch bereits nach den ersten Modellen, die da am Samstag um kurz nach zehn Uhr dem Mailänder Publikum vorgeführt wurden, schaffte es Jil Sander, alle Zweifel vom Laufsteg zu fegen. Und zwar genau mit ihren alten Stärken: exzellentes Gespür für Farben, Formen und Materialien sowie perfekter Schnittkunst.

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Sie müsse die Marke „zurück zu ihrem Erbe bringen“, hatte die 68-Jährige im Vorfeld verraten. Jil Sander galt immer als das Bauhaus der Fashion Szene. Und so trugen die formalen Ensembles aus lässigen Bermudas, tadellos geschnittenen Doppel-Reiher-Sakkos, kalkweißen Baumwollhemden, schmalen, kurz vor dem Knöchel endenden Hosenbeinen, grafischen Mustern und perfekt komponierten Kontrastflächen aus Yves-Klein-Blau, Bordeaux, Senf und Oliv eindeutig die Handschrift der „Queen Of Clean“. Was harmlos aussieht, wirkt leicht, weich, modern, erwachsen – und bildet den gelungensten Kontrast zum derzeit oft Plakativen, Exaltierten in der Männermode.

„Vielleicht war es noch nie so wichtig wie jetzt, souverän gekleidet zu sein und sich nicht in lächerlichen Monturen zu verstecken“, erklärte die „Queen Of Clean“ folgerichtig kurz nach ihrer Rückkehr im Februar in der „FAZ“ ihren Ausgangspunkt. Mit dieser Vision hatte sie schon einmal die Mode revolutioniert und ihren Weltruhm begründet. Jil Sander prägte die modische Moderne. Sie stand – und steht endlich wieder – für tragbare Avantgarde.

Der Laufsteg gehört wieder ihr – gut so. Und der Applaus: „Ich bin wieder zu Hause“, sagte die Designerin den wartenden Journalisten nach der Schau bewegt.

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