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Franzi Müller:„Mit 16 wäre ich am Modeln zerbrochen“

STYLEBOOK trifft Germany‘s Topmodel Franzi Müller
„Mit 16 wäre ich am Modeln zerbrochen“

Diese Karriere läuft! Franzi Müller (21) ist ein weltweit gefragtes Model. Die Berlinerin zierte schon Kampagnen von Louis Vuitton und Phillip Lim und läuft in Mailand, Paris und New York über den Catwalk, zuletzt während der Berlin Fashion Week. Dort verriet Franzi Müller im STYLEBOOK-Gespräch, warum sie sich für einen späten Einstieg ins Business entschieden hat und warum „Germany's Next Topmodel“ nie ein internationaler Durchbruch gelingen kann.

STYLEBOOK: Wann erfahren Sie eigentlich als Model, dass Sie gebucht sind?
Franzi Müller: „Wenn ich hier in Berlin arbeite ziemlich lange vorher, manchmal sogar einige Wochen zuvor. Bei den internationalen Schauen oft erst in der Nacht vor der Show.“

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Sie sind gerade gut im Geschäft, viel unterwegs. Wie oft sind Sie überhaupt noch zu Hause in Berlin?
Franzi Müller: „Auf ein Monat gerechnet ungefähr eineinhalb Wochen, manchmal zwei Wochen. Es kann auch vorkommen, dass ich einen ganzen Monat gar nicht zu Hause bin. Oder ich habe auch mal am Stück zwei, drei Wochen frei.“

Wie schaffen Sie es, Model-Jet-Set und Privatleben zu organisieren?
Franzi Müller: „Gut. Mein Freund und ich ziehen jetzt sogar zusammen, sind gerade am Möbel kaufen. Das ist mir wichtig. Zum Glück ist mein Freund sehr reisebegeistert und kommt oft mit zu den Jobs. Während ich arbeite, guckt er sich die Stadt an, abends können wir uns sehen. Wir haben da eine gute Balance gefunden, wie man mit dem Job gut arbeiten und leben kann.“

Was muss, außer Ihrem Freund, immer mit, wenn Sie unterwegs sind?
Franzi Müller: „Ich nehme ganz oft ein Kuschelkissen mit. Klingt peinlich, ist aber so. Ich kann sonst nicht gut schlafen in Hotels. Außerdem meine Pflegeprodukte.“

Welche sind das?
Franzi Müller: „Ich benutze immer Avène, da schwöre ich drauf. Die kriegt man zwar nur in der Apotheke, sind vielleicht ein bisschen teurer, aber es lohnt sich.“

Wie halten Sie sich fit?
Franzi Müller: „Ich arbeite mit einem Trainer zusammen, der mich auch in puncto Ernährung berät. Ich brauche jemanden, der mir sagt ‚weiter machen Franzi, weiter machen‘. Ich würde sonst nicht zu Potte kommen.“

Sie haben erst mit 19 Jahren mit dem Modeln begonnen, für die Branche unüblich spät, warum?
Franzi Müller: „Ich wollte unbedingt erst die Schule beenden, selbstbewusster und erwachsener werden. Anfragen von Agenturen hatte ich ja bereits. Aber für mich kam das nicht in Frage.“

Und wie hat Ihnen das letztlich geholfen?
Franzi Müller: „Ich war einfach erwachsener. Hätte ich mit 16 mit dem Modeln begonnen, wäre ich daran wahrscheinlich zerbrochen. Mit fast zwanzig sieht man die Welt schon ein bisschen anders, man steckt nicht mehr mitten in der Pubertät, ist schon ein wenig abgebrühter. Ich glaube, wenn man jünger ist, nimmt man Vieles zu persönlich. Ich bin froh, dass ich es so gemacht habe.“

Was war bisher das Highlight Ihrer Modelkarriere?
Franzi Müller: „Ganz klar, als ich 2012 die Calvin Klein Show in New York eröffnen durfte. Das war so lange mein großer Wunsch.“

Im Moment sind deutsche Mädchen und auch Jungs im Model-Business sehr gefragt. Was ist der Grund dafür?
Franzi Müller: „Ach, ich denke, das ist gerade so eine Welle. So wie manchmal die russischen Mädchen sehr gefragt sind, dann plötzlich die Holländerinnen, jetzt sind es halt gerade deutsche Mädchen. Man könnte da jetzt etwas rein interpretieren, z. B. wir sind sehr pünktlich, mit uns lässt es sich leicht arbeiten, wir sind nicht so zickig usw. Ob das der Grund ist, weiß ich aber nicht.“

Warum schaffen es die Mädchen aus TV-Castings wie „GNTM“ nicht, auf internationalem Niveau wie Sie zu arbeiten?
Franzi Müller: „Weil es eine Unterhaltungssendung ist. Also ich glaube, die Macher der Sendung sind nicht darauf aus, die neuen deutschen Topmodels zu finden. Es ist ein schöner Name für eine Unterhaltungssendung, hat aber nicht viel mit der Realität zu tun. Die Mädchen sind ‚gebrandmarkt‘, sie könnten niemals im High-Fashion-Bereich arbeiten. Vielleicht für Werbung, was einige ja auch machen. Dem muss man sich bewusst sein, wenn man sich zu einer Casting-Sendung bewirbt. Mal ganz abgesehen davon, das alles, was dort gezeigt wird, nichts mit dem Job zu tun hat. Das spiegelt Null die Realität wieder.“


 

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