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Interview mit dem C&A Erben Alexander Brenninkmeijer

Foto: PR

STYLEBOOK trifft C&A-Erben Alexander Brenninkmeijer
von Pia Sundermann
Luxus-Mode statt Billig-Ware

Zum ersten Mal präsentiert Alexander Brenninkmeijer (46) – Spross aus der C&A-Dynastie – sein Label „Clemens en August“ auf der Fashion Week Berlin. Mit STYLEBOOK sprach er kurz vor der Show über die neue Kollektion, was der Film „The Royal Tenenbaums“ damit zu tun hat und warum das Label jetzt neue, exklusive Vertriebswege geht.

  • Alexander Brenninkmeijer

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    Foto: Thomas Nutzl

    Alexander Brenninkmeijer (l.) stammt aus dem mächtigen C&A-Clan. Mit seinem Label Clemens en August hat sich der gebürtige Holländer 2004 selbstständig gemacht. Die aktuelle Kollektion von Clemens en August wurde vergangene Woche zum ersten Mal auf der Berlin Fashion Week gezeigt



Alexander Brenninkmeijers Vorfahren waren einst reisende Händler in den Niederlanden. Im Jahre 1841 gründeten die Brüder Clemens und August Brenninkmeijer das Unternehmen C&A – heute einer der größte Modegiganten weltweit, vor allem für günstige Klamotten bekannt.

Auch Alexander Brenninkmeijers macht Mode. Mit seinem übergroßen Bruder hat seine kleine, unabhängige Linie Clemens en August allerdings, trotz der Hommage im Namen, nichts zu tun. Weder vom Look, noch vom Preis oder vom Konzept. Denn das ist ziemlich einzigartig: Die hochwertige Damen- und Herrenmode im minimalistisch-klassischen Stil wird in kleinsten Auflagen produziert und innerhalb einer kleinen Europatour exklusiv in Kunstgalerien oder Museen verkauft. Pro Saison tourt Clemens en August durch zehn Städte für jeweils drei Tage. Wer es nicht zum Tourstopp schafft, kann die Kollektion im hauseigenen Onlineshop kaufen.

Auf der Fashion Week Berlin wurde die Herbst-Winter Kollektion 2014/15 nicht nur zum ersten Mal auf einer Modewoche präsentiert, sondern zusätzlich beim Onlineshop stylebop.com zum Kauf angeboten. Der Clou – und das ist wieder einmalig: Die Kollektion konnte unmittelbar nach der Show bestellt werden, nur 48 Stunden hält man das Clemens-en-August-Päckchen bereits in der Hand. STYLEBOOK traf Alexander Brenninkmeijer kurz vor seiner Show zum Interview.

STYLEBOOK: Ihr Label
Clemens en August gibt es bereits seit zehn Jahren. Warum zeigen Sie Ihre Kollektion jetzt zum ersten Mal auf einer Fashion Week?
Alexander Brenninkmeijer: „Wir wollten unseren Bekanntheitsgrad auch international vergrößern. Mit dem Onlineshop Stylebop.com haben wir einen tollen Kooperationspartner gefunden, der uns eine internationale Plattform anbieten kann. Und unseren neuen Schritt wollten wir nicht still und heimlich vollziehen, sondern mit einer Fashionshow feiern. Dank eines Livestreams können auch unsere Kunden zuschauen, die nicht zur Fashion Week geladen sind.

Warum ausgerechnet Berlin und nicht Paris oder New York?

Brenninkmeijer: „Zum einen bietet Berlin jungen Designern und noch nicht so bekannten Labels eine spannendere Plattform als zum Beispiel Paris. Dort herrscht ein viel härterer Konkurrenzkampf. Im Ausland kannst du eine super Show machen und tolle Kritiken erhalten und wirst trotzdem nur einer von vielen sein, erst Recht als deutsches Label. In Berlin bekommst du einfach eine größere Aufmerksamkeit. Und zum anderen ist unser größter Kundenkreis deutschsprachig. Die Tour wird es natürlich weiterhin geben.“

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Hat sich das Modeverständnis geändert, seitdem immer mehr Menschen online kaufen?
Brenninkmeijer: „Für den Einzelhandel ist es natürlich schwierig geworden, da sind Onlineshops eine große Herausforderung. Das größte Problem wiederum für den E-Commerce sind die vielen Retouren. Gott sei Dank hatten wir das Problem bisher nicht, unsere Stammkunden kennen ihre Größen bei uns. Aber klar, mit unserem neuen Online-Partner könnte auch das Retourenproblem auf uns zu kommen. Denn die Stylebop-Kunden kennen uns und somit auch die Größen noch nicht.“

Wer ist denn die typische Clemens-en-August-Kundin?
„Sie ist eine moderne Frau, die mit beiden Beinen fest im Berufsleben steht, aber trotzdem Familie hat. Sie besitzt ein gewisses Gespür für Mode und sie weiß, was ihr steht und wie sie aussehen möchte. Sie ist selbstbewusst und zugleich sexy. Und sie ist kein Teenager mehr.“

Haben Sie eine bestimmte Frau im Kopf?
Brenninkmeijer: „Uma Thurman finde ich total spannend! Die würde ich gerne mal einkleiden.“

Für Ihre neue Kollektion diente der Film „The Royal Tenenbaums“ von Wes Anderson als Inspirationsquelle. Wie kam es dazu? Der Film stammt aus dem Jahr 2001, ist also schon älter...
Brenninkmeijer: „Ach, manchmal ist das einfach nur ein Zufall, wovon ich mich inspirieren lasse. Ich orientiere mich öfter an Filmen, ganz gleich ob brandneu oder alt. Bei ‚The Royal Tenenbaums‘ haben mich die Gegensätze interessiert, die dort eine Rolle spielen: Eine sehr wohlhabende New Yorker Familie, die trotzdem ihre Probleme hat. Im Film ist das stilistisch gut umgesetzt worden. Und so ist auch die neue Kollektion geworden: hochwertig, sportlich und mit einem gewissen Augenzwinkern. Aber keine Angst, Schweißbänder habe ich nicht den Models auf dem Kopf gesetzt!“

Was sollte eine Frau bzw. ein Mann unbedingt im Kleiderschrank haben?
Brenninkmeijer: „Ein Mann braucht immer ein gut geschnittenes, weißes Hemd. Das ist schon die halbe Miete für einen guten Look. Eine Frau sollte sich einen gut sitzenden Blazer zulegen. Wir stellen Blazer her, die – besonders was das Innenfutter betrifft – relativ maskulin sind, fast wie Herrensakkos. So kann dem Blazer mehr Hochwertigkeit gegeben werden.“

Und was sollte man unbedingt aus dem Kleiderschrank rauswerfen?
Brenninkmeijer: „Ugg-Boots! Diesen Trend habe ich noch nie verstanden, denn keine Frau sieht darin gut aus.“

Clemens en August gibt es jetzt auch im STYLEBOOK-Shop!


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