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Foto: getty images

Interview mit Beauty-Profi Tom Pecheux
von Susanna Riethmüller
Im Sommer 2013 ist weniger Make-up endlich wirklich mehr!

Tom Pecheux ist Make-up-Director bei Estée Lauder. Auf der Fashion Week in New York ist er verantwortlich für das Make-up bei der Show von Designer Derek Lam. STYLEBOOK traf den Franzosen Backstage und sprach mit ihm über Beauty-Trends, Beauty-No-Gos und die Rolle von Make-up im Leben einer modernen Frau.

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    Foto: Courtesy of Estée Lauder

    Leicht schimmernde Augen, die Nägel im Nude-Ton: Beauty-Look von Estée Lauder während der New Yorker Modewoche



STYLEBOOK: Tom, verraten Sie uns, welcher Beauty-Look uns gleich auf dem Laufsteg von Derek Lam erwartet?
Tom Pecheux: Es wird minimal und sehr feminin sein – und dadurch umso luxuriöser. Ich wollte ein Make-up kreieren, das man eigentlich gar nicht sieht. Alle Farbe, alle Texturen sind transparent, nicht deckend. Keine harten Linien, keine Brüche. Man merkt gar nicht, wo das Make-up anfängt und wo es wieder aufhört.

Wie sieht ein modernes Make-up für den Sommer 2013 aus?
Keine Wimperntusche! Das ist zu hart, zu düster. Lieber dezent eingesetzter Eyliner und ein wenig Rouge, um dem Gesicht Kontur zu geben. Dann noch etwas Farbe auf die Augenbrauen – nicht, um sie auszumalen, aber um sie zu betonen und ihnen Power zu geben. Fertig!

Weniger ist also endlich tatsächlich mehr?
Ja. Alles wird weniger glamourös, weniger einnehmend, sondern leichter, natürlicher, fast unsichtbar. Aber nicht ungeschminkt! Und es soll auch nicht ungeschminkt aussehen, sondern einfach zurückhaltend. Das erfordert übrigens ein bisschen Mut. Denn das ist kein Make-up, hinter dem man sich verstecken kann. Es kaschiert keine Makel, sondern betont Stärken. Es fordert: Zeig dich!

Wie kann ich diesen Look als Laie umsetzen?
Technisch ist das ganz einfach, weil es nur um Basics geht, da sind keine großen Tricks im Spiel. Wer wenig aufträgt, kann kaum Fehler machen. Und das Tolle daran ist: Dieser Look steht jedem, das kann jeder tragen. Außer Frauen, die super glamourös aussehen wollen.

Generell: Gibt es ein Beauty-Must-Do – also etwas, das jede Frau in Sachen Make-up unbedingt tun sollte?
Das Wichtigste ist, schöne, ebenmäßige Haut zu haben. Nicht unbedingt von Natur aus, aber man sollte mit einer guten, leichten Foundation nachhelfen. Denn: Wenn das Hautbild nicht stimmt, ist alles andere egal. Dann wirkt die beste Lidschattenfarben und der schönste Lippenstift nicht.

Sie sind seit über 30 Jahren im Beauty-Business als Profi tätig. Wie hat sich die Rolle von Make-up, von Geschminktsein über die Jahre verändert?
Heute will niemand mehr eine Maske tragen, die einen total verändert. Die meisten Frauen spachteln sich nicht mehr zu oder tragen grelle Farben auf. Selbst geschminkt wollen sie immer noch sie selbst sein. Das passt auch zu einer anderen wichtigen Entwicklung: Heute muss alles viel schneller gehen. Niemand will lange vor dem Spiegel stehen, um gut auszusehen. Moderne Frauen möchten einfache Produkte mit vielen Funktionen und Anweisungen für wenige, effektive Handgriffe mit denen sie das Beste aus sich heraus holen können.

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