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Interview: Mario Testino auf der Berlin Fashion Week

Foto: Mario Testino

STYLEBOOK trifft Star-Fotograf Mario Testino in Berlin
von Pia Sundermann
„Instagram ist eine neue Kunst“

Ob Kate Moss (41), Lady Diana (†36) oder die Rolling Stones – Mario Testino (60) hat fast alle Stars vor seiner Linse gehabt. Zur Fashion Week Berlin präsentiert der Star-Fotograf einige seiner berühmten Bilder in der Ausstellung „In Your Face“. STYLEBOOK.de traf den Fotografen in Berlin.

  • Claudia Schiffer for Mario Testino

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    Foto: Mario Testino

    Mario Testino, der Magier der Mode-Fotografie, zeigt zum ersten Mal seine berühmten Bilder in Deutschland. Die Retroperspektive „In Your Face“ findet vom 20. Januar bis zum 26. Juli 2015 in der Berliner Kunstbibliothek des Kulturforums statt. Das Foto von Claudia Schiffer (44) hat Mario Testino 2008 für die deutsche „Vogue“ aufgenommen

  • Mario Testino

    Foto: Getty Images

    Mario Testino

Man mag es kaum glauben, aber zum ersten Mal zeigt der Magier der Mode-Fotografie Mario Testino seine berühmten Bilder in Europa – und dann auch noch in Berlin! Die Ausstellung „In Your Face“ war bereits in Boston (2012), Buenos Aires sowie in Sao Paolo (2014) zu sehen. In der Kunstbibliothek am Kulturforum werden 125 ausgesuchte Fotos aus seiner über 30-jährigen Schaffenszeit zu sehen sein: ob elegant in Schwarz-Weiß oder provokant in knalligen Farben – die Ausstellung lebt, typisch Testino, von Kontrasten und zeigt die ganze Bandbreite seiner fotografischen Arbeit. Zu sehen gibt es offizielle Porträts aber auch private Schnappschüsse, Aktfotos sowie hochelegante Modefotografien. Vorab sprach der Mode-Fotograf in einer Pressekonferenz über:

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... über Berlin
„Für mich bedeutet Berlin Freiheit. Man darf sagen, was man denkt. Man kann hier enorm kreativ sein ... Und in Berlin kann man auch ohne Geld eine großartige Zeit haben. Das ist natürlich besonders für die Künstler wichtig, die hier wohnen.“

... über Kunst
„Meine Ausstellung lebt von Widersprüchen, genauso wie Berlin. Ich sammle seit 20 Jahren zeitgenössische Kunst und ich komme deswegen immer wieder gerne nach Berlin. Dann fahre ich mit dem Fahrrad von Galerie zu Galerie und schaue mir die aktuellen Ausstellungen an. In gewisser Weise ist diese Ausstellung mein Dank an diese wundervolle Stadt.“

... über alte Meister
„Als ich 1976 nach London zog, hatte ich keine Ahnung von Kunst. Ich war bis dato ein Beachboy aus Peru, der seine Tage an den Stränden Brasiliens verbrachte. In London gibt es keinen Strand, deswegen fing ich an, in Museen zu gehen und war begeistert. Auch wenn meine Bilder modern sind, habe ich mich von den alten Meistern inspirieren lassen, was den Perfektionismus betrifft.“

... über Paparazzi
„Ja, auch ich bin ein Paparazzo. Ich lauere zwar nicht hinter einer Mülltonne, doch ich knipse gerne Menschen spontan auf einer Party. Ich brauche für meine Werke beides: spontane Schnappschüsse aber auch die großen Glamour-Fotostrecken, wie zum Beispiel für die ‚Vogue‘. Es gibt nicht nur den einen Mario, sondern mehrere Marios, die ganz unterschiedlich fotografieren.“

... über VIP-Status
„Selbstverständlich bin ich mir über meinen Status bewusst! Was glauben Sie, wie einfach das für mich ist, wenn ich als Paparazzo unterwegs bin? Ich bin Mario Testino. Oder auf der Met-Gala 2014. Hier herrscht ausdrückliches Fotografie-Verbot. Ich durfte als einziger fotografieren, da fühlte ich mich schon wie ein very very Ultra-VIP!“

... über Instagram
„Ich bin total Fan von Instagram! Für mich ist das eine neue Form von Kunst und genauso wichtig wie andere Kunstrichtungen. Auch bei Instagram steht Qualität an oberster Stelle.“

... über Selfies
„Alle wollen berühmt sein, deswegen existieren doch Selfies. Ich selbst bin nicht so der Fan davon, ich fühle mich eher unattraktiv auf Selfies. Doch ich muss sagen, am Anfang meiner Karriere, als mich noch keiner in London oder sonstwo kannte, hatte ich von mir Polaroids in der Tasche dabei...“

... über deutsche Stars
„Es ist schrecklich, ich kenne leider fast keinen deutschen Star. 2014 war ich beim Bambi und überrascht, so wunderschöne Menschen zu sehen. Auch solche die nicht berühmt sind, aber diese kann ich ja zum Star aufbauen.“

Die Ausstellung „In your Face“  wird am 20. Januar eröffnet und ist bis 26. Juli 2015 in der Kunstbibliothek am Kulturforum in Berlin zu sehen. 

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