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Thomas Hayo über das Transgender-Shooting bei GNTM
von Christiane Hoffmann
Als Typen sind seine Girls schon mal der Hammer!

Kernige Bartstoppeln, sanfte Augenschatten, coole Klamotten. Süße Jungs sind das! Wirklich? Nein, denn in der sechsten Folge von „Germany's Next Topmodel“ müssen sich acht der 15 Mädchen in Männer verwandeln. Das Motto: „Transformation“. Der Fotograf: Heidi Klums Co-Juror Thomas Hayo. STYLEBOOK sprach mit ihm über das anspruchsvolle Shooting.

Er setzt Nancy (21), Lisa (17), Karlin (17), Nathalie (16), Anna (17), Samantha (17), Stefanie (17) und Sarah (16) als Jungen in Szene, so dass Wolfgang Joop ganz beeindruckt ist: „Unglaublich, ich hätte das nie gedacht. Das ist Wahnsinn, wie glaubhaft ihr euch verwandelt habt.“

STYLEBOOK sprach mit Juror und Fotograf Thomas Hayo über das Transgender-Shooting, das morgen Abend in der sechsten Folge von „Germany's Next Topmodel“ gezeigt wird.

STYLEBOOK: Thomas, was war das besondere an diesem Shooting?
Thomas Hayo: Mein Ziel bei diesem Shooting war nicht, ein einzelnes Foto pro Model oder Model-Paar zu produzieren. Sondern die Mädchen in einer ganzen Fotostrecke, wie man sie auch in internationalen Modemagazinen als Editorial sehen könnte, zu inszenieren. Und zwar mit einem konkreten Thema und einer nachvollziehbaren Geschichte, in die sich die Mädchen hinein versetzen konnten. Dabei war es für mich wichtig, den Mädchen zu demonstrieren, welche tollen Effekte man mit einfachen Mitteln erzielen kann: ein Studio, gutes Styling, interessantes Make-up und simple Requisiten. Es müssen nicht immer eine extravagante Location oder außergewöhnliche Shooting-Partner sein, um imposante Ergebnisse zu erzielen.

Gab es für Sie Überraschungen, was die Mädchen betrifft?

Der Tag steckte in der Tat voller Überraschungen. Für viele der Mädchen schienen das Rollenspiel und diese Art von Fotoshooting wie eine Befreiung zu sein. Es war generell beeindruckend mit anzusehen, wie schnell und wie überzeugend sich alle in die Männerrollen hineinversetzen konnten und mit wie viel Spaß und Enthusiasmus sie dabei waren.

Wer hat sich als Mann besonders gut gemacht?

Gerade Mädchen, an deren Vielseitigkeit wir öfter schon gezweifelt hatten, sind extrem aus sich herausgekommen und haben ganz neue Seiten von sich gezeigt. Wie etwa Karlin, Stefanie oder auch Nathalie, die sich zur Vorbereitung auf ihre männliche Rolle sogar ein paar Socken in die Hose gesteckt haben.

Wer kam mit der Männerrolle nicht klar?
Eigentlich waren alle überraschend gut. Einige schienen sich sogar im Anzug wohler zu fühlen als im Abendkleid!

Was können die Mädels durch so ein Shooting lernen?
Die Transformation, auch in extremer Form, ist einer der wichtigsten Aspekte in der Karriere eines Models. Deshalb wollte ich die Mädchen auf spielerische Weise an solch ein Thema heranführen. Ich wollte einen Tag mit ihnen gestalten, an dem sie sich zum einen extrem verwandeln müssen und zum anderen auch lernen, dass eine gute Fotoproduktion auf Teamwork beruht, bei dem alle Disziplinen, Fotografie, Styling, Hair und Make-up, sowie die Models kollaborieren, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen.

Was waren Ihre Vorbilder für das Gender-Shooting?
Die Verwandlung ins andere Geschlecht ist eines der klassischen Themen sowohl in der Filmgeschichte, als auch in der Welt der Mode. Zum einen dienten Bilder wie die von Marlene Dietrich, Liza Minnelli oder Katharine Hepburn als Inspiration, zum anderen natürlich auch Fotostrecken der ursprünglichen Supermodels wie Cindy Crawford, Naomi Campbell oder Christy Turlington.

Sie fotografieren sehr professionell – eine Leidenschaft?
Ja, ich habe schon immer leidenschaftlich gerne fotografiert und mache das schon seit meiner Jugend. Und schließlich war die Fotografie dann auch Teil meines Studiums. Ich habe vier Jahre lang Visuelle Kommunikation studiert, ein Studiengang, dessen Hauptbestandteile Grafikdesign, Fotografie und Film sind. Danach hatte ich in meiner Karriere auch das große Glück mit vielen der besten des Fachs zusammenzuarbeiten, von legendären Fotografen wie Richard Avedon bis hin zu Nick Knight. Neben meiner Hauptaufgabe als Kreativ-Direktor, was die Konzeption und Realisation von Werbekampagnen beinhaltet, stand ich auch immer mal wieder selbst hinter der Kamera, und zwar sowohl als Fotograf, als auch als Regisseur für große Kunden wie Reebok, Levi’s oder Uniqlo.

  • Thomas Hayo

    Foto: dpa picture-alliance

    Thomas Hayo ist Kreativ-Director und Juror bei GNTM

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