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Fashion Insider: Sandra Semburg
von Alexa von Heyden
„Es ist wie bei den Oscars!“

Sandra Semburg, Streetstyle-Fotografin, verrät STYLEBOOK mehr über den Pariser Fashion Hotspot Nummer 1: In den Jardin des Tuileries wird jede Saison ein großes Zelt aufgebaut, in dem die Modewoche stattfindet. Ein Spektakel!

  • Sandra Semburg

  • 1/10

    Foto: Sandra Semburg

    Fashion Week in Paris, Februar 2011

    Modisches Duo: hoher Dutt/Panama-Hut, Piloten-Brille/Piloten-Brille, nudefarbene Lederjacke/schwarze Lederjacke, Blümchenrock/langer Plissee-Rock, Clogs/Kitten-Heels

Liebe Frau Semburg, Sie fahren jedes Jahr zu den Modeschauen nach Paris. Können Sie uns bitte beschreiben, was in den Tuilerie-Gärten nahe des Louvre dann los ist?
Es ist wie bei den Oscars! Es gibt zwar keine kreischenden Fans, dafür sind wahnsinnig viele Fotografen vor Ort, natürlich auch die bekannten Streetstyle-Fotografen wie Scott Schuman, Garance Doré, Tommy Tom oder Hanneli Mustaparta. Man fühlt sich wie ein Paparazzo. Sobald ein bekannter Fashion Editor oder ein Model gesichtet wird, rennen alle auf sie zu und rufen „A picture, please!“ Die asiatischen Fotografen und Journalisten schreiben fleißig auf, was die- oder derjenige trägt. Dann gibt es die Mode-Schüler und Begeisterte, die oft sehr übertrieben gekleidet sind und nur darauf warten fotografiert zu werden. Die Blogger-Grüppchen tragen die aktuellen Trends in der ASOS-Version und fotografieren sich gegenseitig. Das Fachpublikum wartet vor dem Zelt in den Tuileries auf den Beginn der Show und plauscht – abgesehen von Emmanuelle Alt & Co., die selbstverständlich nie warten.

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Welche Frau ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben und warum?
Meine Favoriten: Very french sind die französischen „Vogue“-Mädchen, als Gruppe sind sie die ultimative coole Gang, Emmanuelle Alt, mit Geraldine Saglio und Julia von Böhm. Sie tragen schwarze Röhrenjeans mit hohen schwarzen Absätzen à la Azzedine Alaïa und Christian Louboutin, Isabel Marant, Balmain und Jacketts von Joseph, lässige T-Shirts, ziemlich rockig oder Vintage-Pelze.
Zu den chicsten Fashion Editors zählt für mich Taylor Tomasi Hill von der amerikanischen „Marie Claire“. Sie ist super-kreativ und elegant, trägt fantastischen Schmuck, wirft Stile wild durcheinander, aber geschmackvoll. Super zum Fotografieren! Auch toll: Anya Ziourova vom „Russian Tatler“, Caroline Issa vom „Tank Magazine“, das DJ-Model Leigh Lezark. Sie macht auch immer einen wahnsinnigen Auftritt. Die chinesische Schauspielerin Fan Bing Bing sorgt für absoluten old-fashioned Hollywood Glamour. Anna Dello Russo fällt immer auf, sie ist sozusagen die Lady Gaga der Mode-Woche derzeit, nicht immer guter Geschmack, aber selbstbewusst und lustig anzuschauen. Auch auffällig und einzigartig und kreativ sind die Blogger Susie Bubble und Bryanboy.

Warum sehen die Fotos, die in den Jardin des Tuileries entstehen, immer so toll aus?
Die Tuileries sind zunächst ein wunderschöner Park – der Unterschied zu anderen Shows ist, dass das Fashion Publikum einen viel längeren Weg absolvieren muss, die Damen können nicht aus der Limo springen und sind in der Show, sie müssen über den Tuileries-„Laufsteg“ schreiten oder oft auch rennen, je nachdem, wie spät es ist. Als Fotograf hat man viel Platz und vor allem am Nachmittag ein traumhaftes warmes Licht, das vom sandigen Boden reflektiert und somit die Schönen noch mehr aufscheinen lässt. Ich glaube außerdem, dass die Leute in den Tuileries entspannter sind und sich eher fotografieren lassen – es ist einfach schön dort!

Was macht für Sie den Pariser Chic aus?
Coole, mühelose Eleganz, feminin und sexy, selbstbewusst, Qualität und gute Schnitte, Schlichtheit mit persönlichen Details und Accessoires wie besonderer Schmuck, ein Vintage-Teil, Schal, Tasche. Typisch für Paris ist auch „Mix and Match“, zum Beispiel Biker-Jacke oder Parker über Abendkleid, Cashmere-Sweater mit langem Rock, maskuliner Blazer oder Hose, einfache Jeans und T-Shirt mit super Heels. Die Couture-Häuser wie Chanel, Dior, YSL, Balenciaga oder Givenchy haben den zeitlosen Chic geprägt, man liebt in Paris klassische Schnitte und Super-Stoffe. Das coolste Label ist derzeit Céline. Bei der Modewoche sieht man die Taschen überall. Wichtig sind auch Isabel Marant und Carven. Wenn man sich günstiger mit chicen Sachen eindecken will, muss man zu Maje, Sandro oder les petites… gehen.

Gibt es auch eine Beauty-Regel?
Gesunde Haare, auch wenn etwas verwühlt und nicht zu viel Make-up! Aktuell hat der Look oft ein bisschen Rock'n'Roll oder Vintage-Feeling oder hat ein bisschen was von Lolita.

sandrasemburg.com

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