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Einfache Regeln für guten Stil
von Thomas Helbing
Was er von diesen Briten lernen kann

Am Mittwoch ging die Männermodewoche in London zu Ende. Was auf dem Laufsteg gezeigt wurde, überzeugte nicht unbedingt immer – dafür was sich neben dem Catwalk präsentierte: Jede Menge gut angezogene Brit-Typen! Davon können wir uns eine Scheibe abschneiden.

  • Was wir von diesen Briten in sachen Stil lernen können

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    Foto: getty images

    Von links: Oliver Cheshire, Tinie Tempah, Jack Guinness, Jamie Campbell Bower – was wir von diesen vier Briten lernen können...

Eine Studie der Supermarkt-Kette Sainsbury's hat herausgefunden, dass britische Männer im Haushalt zu nichts zu gebrauchen sind. Einzige Ausnahme: für die Ausstattung ihres Kleiderschranks haben sie großes Talent. 

Denn eins fällt, wie zuletzt bei der Modewoche „London Collections: Men“, auf: britische Männer treten stets korrekt in der Öffentlichkeit auf. Wie kriegen die das bloß immer hin?

Dass Briten durch die Schuluniform-Pflicht, die seit dem 16. Jahrhundert existiert, früh zum Tragen von formeller Kleidung wie Hemd, Krawatte und Sakko erzogen werden, ist ein Erklärungsversuch. Britische Traditionen wie Aristokratie, die Kultur der Gentlemen-Clubs, das Dandytum, James Bond und die tief verwurzelte vornehme Zurückhaltung sind weitere Aspekte für die Lizenz zum Anziehen.

Das wichtigste Markenzeichen britischen Stils: zweckmäßige, schlichte, formelle Kleidung von hoher Qualität. Ein extrem übertriebenes Outfit findet sich allenfalls in Jugend- und Subkulturen. Und: Jogginghosen, Kapuzen-Sweatshirts und Turnschuh sind auf der Couch und im Fitnessstudio ok – auf der Straße nicht!

Von dieser Einstellung, können vor allem deutsche Männer profitieren. Drei Regeln, wie auch SIE das hinkriegen:

1. Understatement

Einem Briten sieht man nicht an, dass er sich viele Gedanken um die Auswahl von Hemd, Anzug, Schuhe und Krawatte gemacht hat. Wer versucht, übertrieben gut angezogen zu sein, hat schon verloren. Ein Brite legt zwar wert auf eine moderne, aber nicht modische Garderobe.

2. Sparsamkeit

Das ganze Geheimnis britischen Stils ist eine überschaubare Garderobe mit einfachen aber hochwertigen Sachen. Wer wenig Auswahl hat, kann leichter kombinieren – logisch. Für eine gute Garderobe reichen zwölf Teile. Dazu gehören auf jeden Fall: ein dunkelblauer Anzug, darin sieht jeder immer und überall gut aus, ein graues Tweed-Sakko, ein hellblaues und ein weißes Hemd, ein schlichter Wollmantel sowie ein gutes Paar Schuhe, klassische Brogues ohne Firlefanz sind ideal. Ein Brite folgt bei Kleidung zwei Grundsätzen. Erstens: Ich bin zu arm, um mir billige Schuhe zu leisten. Und zweitens: Wenn etwas abgetragen ist, lässt man es aufarbeiten.

3. Geisteshaltung

Guter Stil ist eine Frage der Einstellung. Einfach nur einen wahnsinnig teuren Designer-Anzug zu tragen, reicht nicht. Zum guten Aussehen zählt auch das tägliche Wechseln von Unterhose und Socken sowie ein Quantum an Körperhygiene, ein gepflegter Bart und Haarschnitt, saubere und geschnittene Fingernägel usw. Wer regelmäßig morgens mit der U-Bahn fährt, weiß: hierzulande oft keine Selbstverständlichkeit.

Und ganz ehrlich: Solange ein Typ gut angezogen ist, wen interessiert dann noch, ob er bügeln oder kochen kann? Eben. Deshalb aufgepasst und durch die Fotogalerie geklickt!

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