Stylebook-Logo Glossybox Fashion Week Berlin Stylebook Logo
Thema

STYLEBOOK trifft Dree Hemingway
von Julia Wagner
„Die Bücher von Uropa fand ich langweilig”

Model Dree Hemingway (27) ist die Tochter von Schauspielerin Mariel Hemingway (53) und Urenkelin von Schrifsteller-Ikone Ernest Hemingway (†61). Aktuell ist sie das Gesicht der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin. STYLEBOOK.de traf sie zum Interview und plauderte mit ihr über Fashion, Fehlkäufe – und warum sie die Bücher ihres berühmten Uropas nicht mochte.

  • Dree Hemingway für Mercedes-Benz

    1/11

    Foto: Getty Images

    Dree Hemingway ist das Gesicht der aktuellen Kampagne der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin. Die Urenkelin von Ernest Hemingway arbeitete dafür…

Dree Hemingway ruht sich nicht auf ihrem berühmten Namen aus, die ehemalige Balletttänzerin arbeitet erfolgreich als Model und ist aktuell das Gesicht der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin. Dafür reiste die 27-Jährige für ein paar Tage in die deutsche Hauptstadt – ihr erster Besuch hier. Zum Interview mit STYLEBOOK.de erschien die Schauspielerin noch ein wenig müde vom Jetlag – und ungewaschenen Haaren. Fürs Foto setzte sie dann aber ganz lässig einfach ihren Hut auf. Cool wie eine echte Hemingway, eben.

Anzeige

STYLEBOOK.de: Warum werden Menschen mit berühmten Namen eigentlich immer Model oder Schauspieler und nie Anwalt, Arzt oder Versicherungsvertreter?
Dree Hemingway: „Keine Ahnung, das liegt uns wohl im Blut. Wenn ich Anwalt oder Ärztin hätte werden wollen, wären meine Eltern wohl sehr froh gewesen. Ich wollte das nur nie. Seit ich fünf war, wusste ich, dass ich im Rampenlicht stehen wollte.“

Ihre Mutter ist Schauspielerin, Ihre Tante Margeaux war Model. Was waren die besten Ratschläge, die Ihnen die beiden mit auf den Weg gegeben haben?
Dree Hemingway: „Schön ist, wer Schönes tut. Soll heißen, was in dir ist, strahlst du auch aus. Meine Tante lebt ja leider nicht mehr (Margeaux Hemingway nahm sich 1996 das Leben, wie zuvor ihr Großvater Ernest, Anm. d. Red.), aber beide haben mir vor allem immer vertraut, meine eigenen Entscheidungen zu treffen. Sie wussten, dass man bereit sein muss, eigene Fehler zu machen und zu lernen, sie zu vermeiden. Wer im Rampenlicht steht wie ich, der wächst ja auch vor den Augen der Öffentlichkeit auf und jeder sieht deine Fehltritte. Ich habe aus meinen jedenfalls gelernt.“

Sie waren früher Balletttänzerin. Hilft Ihnen das in ihrem Job als Model?
Dree Hemingway: „Ja, weil ich meinen Körper gut kenne und weiß, wie ich mich bewegen muss. Als Tänzer kennt man jeden Muskel seines Körpers. Ich kennen meinen Körper besser als alles andere.”

Für den aktuellen Spot der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin haben sie mit Formel-1-Pilot Nico Rosberg gearbeitet. Hat sie das zuvor ein bisschen eingeschüchtert?
Dree Hemingway: „Nein, ich bin nicht schnell von Menschen eingeschüchtert, aber ich habe einen großen Respekt davor, was sie machen. Es war cool mit Leuten zu arbeiten, die einen ganz anderen Job machen als ich.”

Was sind Sie privat für eine Autofahrerin?
Dree Hemingway: „Ich fahre privat gerne schnell, leider sehr schnell. Dafür sammle ich auch Strafzettel. Ich liebe Geschwindigkeit und dabei die Kontrolle zu behalten.”

Nach welchen Kriterien suchen Sie sich ihre Modeljobs denn aus?
Dree Hemingway: „Bei jedem Job geht es vor allem auch um das Team, wer ist der Fotografen, wer macht die Haare und das Make-up, wer ist der Stylist. Als Mercedes mich angefragt hat und klar war, dass Modefotografin Collier Schott die Kampagne umsetzen wird, wollte ich es sofort machen. Ich habe außerdem ein tolles Team an Leuten, die mich dahin gebracht haben, wo ich heute bin! Denen vertraue ich total.

Warum sieht man sie eigentlich vorwiegend in Hosen und nur sehr selten in Kleidern?
Dree Hemingway: „Ich mag es lieber bequem als zu konstruiert. Ich finde es auch sexier, sich ein bisschen mehr zu verhüllen, als zu offenherzig zu sein. Aber gut, wenn ich mehr Arsch und Titten hätte, würde ich vielleicht jetzt was anderes sagen (lacht). Also alleine schon von meiner Statur passen mir androgyne Sachen besser. Ich liebe Céline, Saint Laurent, Marni und Prada – und ab und an ein Kleid von Dolce & Gabbana.“

Céline-Kleider sind aber recht teuer. Schon mal ein schlechtes Gewissen gehabt deswegen?

Dree Hemingway: „Klar, nach jedem Kauf eines teuren Stücks habe ich eine kleine Panikattacke. Dann will ich nicht mal die Kreditkartenabrechnung sehen. Aber es kommt auch nicht so oft vor, dass ich mich belohne. Und ich kaufe auch nur Sachen ein, die zeitlos sind. Obwohl ich natürlich auch schon, wie jede Frau, Fehlkäufe getätigt habe und mir hinterher dachte ,Was ist dir da bloß eingefallen'”.

Stimmt es eigentlich, dass sie Bücher von F.Scott Fitzgerald lieber lesen, als die Klassiker ihres Urgroßvaters Ernest Hemingway?
Dree Hemingway: „Ja, das habe ich tatsächlich einmal in einem Interview gesagt und es gab danach eine große Aufregung. Aber, es stimmte – damals zumindest. Damals war ich jung und fand seine Bücher langweilig und sehr männlich. Über die Jahre habe ich aber großen Respekt vor meinem Urgroßvater bekommen und ich verstehe seine Bücher heute besser. Trotzdem liebe ich F. Scott Fitzgerald. Seine Bücher sind romantischer und weiblicher als die von Hemingway.“

Ihr Lieblingsbuch Ihres Urgroßvaters?
Dree Hemingway: „Ein Fest fürs Leben”


Kommentare