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Bayerischer Designer startet durch
Diese Tattoos kann man anziehen

So wie Brezn und Weißbier gehören Lederhosen ganz fest zur Tradition Bayerns. Höchste Zeit, dem tragbaren Kulturgut mal einen neuen Anstrich – oder besser gesagt „An-Stich“! – zu verpassen. Das dachte sich Michael Thalhammer und tätowiert seither von Beruf individuelle Motive in lederne Beinkleider. Die Modelle gehen weg wie warme Semmeln. Und das, obwohl Thalhammer nicht jede(n) als Kunden akzeptiert...

Der Oberbayer Michael Thalhammer trägt seine Liebe zu Tattoos auf der Haut – und auf der Hose.

  • Michael Thalhammer

    Foto: www.bayern.by - Bernhard Huber

    Michael Thalhammer in seinem Laden Brandner und Kreißl

Der Lederhosen-Tätowierer
In der Gemeinde Sauerlach, 20 Kilometer entfernt von der Münchener City, hat Thalhammer im vergangenen Jahr seinen Laden eröffnet. Im Brandner und Kneißl verkauft er mit Stickereien verzierte Sommerhirsch-Lederhosen in wahlweise eng anliegenden, breiten oder hüftigen Schnitten – so weit, so traditionell. Das Besondere: ihr super-individuelles Design. Von Initialen über Familien- und Handwerkswappen bis hin zu Tierköpfen „tätowiert“ Thalhammer die Wunschmotive seiner Kunden ein.

  • Herstellung eines Lederhosen-Motivs

    Foto: www.bayern.by - Bernhard Huber

    Thalhammer fertigt die Wunsch-Motive seiner Kunden selbst an...

  • die fertigen Lederhosen

    Foto: www.bayern.by - Bernhard Huber

    ... und brennt sie später in das Leder. Eine Lederhose ohne Branding kostet je nach Material und Schnitt ab 1150 Euro. Die Brandings beginnen bei 100 Euro

Wie‘s geht, bleibt sein Geheimnis
Dass er nicht wirklich mit einer Tattoo-Nadel arbeitet, gibt Thalhammer gerade noch zu. Ansonsten bewahrt er Stillschweigen über seine Methode zum Lederhosen-Design, die man eigentlich eher als „Branding“ bezeichnen könnte und für die er kürzlich ein Patent angemeldet hat.

Die Idee dazu entstand aus einer persönlichen Erfahrung heraus. Damals noch Mitglied der Party-Band „Wuidara Pistols“ hat Thalhammer sich einen Totenkopf mit Gamsbart auf die Hose sticken lassen. „Ganz glücklich war ich aber nicht damit. Durch die Stickerei war die Hose wie ein riesiges Brett“, erinnert er sich. Dass er durchs Einbrennen bessere Ergebnisse erzielt, hat er selbst herausgefunden.

  • Michael Thalhammer

    Foto: www.bayern.by - Bernhard Huber

    „Meine Hosen sind genau so, wie ich mir ’ne ordentliche Lederhosen vorstelle“, erklärt Thalhammer stolz

Thalhammers Mode kommt an
Als „traditionell und doch ganz lässig“ beschreibt Thalhammer seine Hosen und hat damit offensichtlich einen Nerv getroffen. Vor allem samstags platze sein Geschäft aus allen Nähten, wenn Kunden sich Hosen in der richtigen Farbe und dem passenden Schnitt aussuchen und dafür ein Wunschmotiv in Auftrag geben. Das darf jedoch nicht jede(r). „Für Frauen mach ich keine Lederhosen. Eine Frau sieht im Dirndl viel zu schön aus, um sie in eine Lederhose zu stecken.“

Bei akuter Lust auf Tattoos wird man(n) bei Thalhammer übrigens doppelt glücklich. Angeschlossen an sein Lederhosen-Geschäft betreibt er auch ein Tattoo-Studio.

  • Michael Thalhammer

    Foto: www.bayern.by - Bernhard Huber

    Im angeschlossenen Tattoo-Studio lässt Thalhammer andere Profis ans Werk

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